Kaufberatung, Erdbeobachtung mit/ für Teleskop bis 350€?

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4 Antworten

Ich besitze das SPEKTIV "TS 100 mm MC", das für terrestrische, planetarische und Deepsky-Beobachtungen gleichermaßen geeignet ist: http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p1482_Zoom-Spektiv-22fach-bis-66fach---Oeffnung-100mm---Aktionsmodell.html. Eine Öffnung von 10 cm sollte es schon haben - wegen des besseren Lichtsammelvermögens. Es kostet so um die 300 Euro und ist optisch erstaunlich gut. Es hat Wechselokulare mit einer sinnvollen Vergrößerung bis etwa 100 fach. Die Okulare (bis auf das mitgelieferte Zoomokular) muss man extra kaufen, sie sind aber nicht allzu teuer. Als sehr gutes Einsteigergerät sehr zu empfehlen. Da es leicht ist, ist es auch sehr gut zu transportieren. Ich nutze es zumeist mit einem stabilen Tischstativ, alle anderen Stative sind natürlich auch okay. Das Spektiv ist sehr zu empfehlen. Mein Rat: in einem Fachgeschäft anschauen, durchschauen und dann entscheiden. Viel Erfolg!

Wepster 03.04.2012, 22:11

Vielen Dank...

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Die Frage taucht hier öfters auf. Ich erlaube mir daher einmal, einen früheren Beitrag von mir leicht modifiziert zu posten:

Ich möchte gleich vorweg greifen, dass Astronomie kein günstiges Hobby ist.

Jenachdem, was man beobachten möchte oder wie man beobachten möchte, sind Geldausgaben jenseits der 1000-Euro-Marke nicht unbedingt eine Seltenheit.

Das Hauptaugenmerk bei Teleskop liegt vorallem bei der Öffnung. Allein die Öffnung bestimmt, wie stark ein Teleskop vergrößern kann und wieviel Licht es sammeln kann.

Vorallen das Sammeln von Licht ist dabei ein sehr ausschlaggebendes Kriterium. Je größer die Öffnung, desto größer die Lichtsammelleistung. Das ist vorallem wichtig, wenn man lichtschwache Objekte wie Nebel oder andere Galaxien sehen möchte. Die Vergrößerung ist da nicht immer der wichtigste Punkt. Es reichen schon Vergrößerungen kleiner als 100x aus um viele Galaxien und Nebel zu erkennen.

Die maximal sinnvolle Vergrößerung errechnet man aus der Teleskop-Öffnung in mm mal 2. Ein 60-mm-Teleskop schafft daher bestenfalls 120x Vergrößerung. Die Hersteller von Billig-Teleskopen werben bei ihren kleinen Geräten gerne mit utopischen Vergrößerungen die durch 3-mm-Okulare mit minimalstem Gesichtsfeld sowie 3x-Plastik-Barlow-Linsen. Dabei werden aber keine hochwertigen Okulare (minstens Plössl oder Erfle) verwendet, sondern in der Regel nur zwei-Linsige Kellner-Okulare. Das Bild ist dann einfach nur Lichtschwach und unscharf.

Meines erachtens nach fangen gute Teleskope so ab ca. 300 Euro an. Für 300 Euro bekommt man ca. ein 8" (20 cm) Dobson-Spiegelteleskop. Damit schafft man schon gut 300 bis 400x Vergrößerung. Die Lichtsammelleistung beträgt etwa das 600-fache des menschlichen Auges. Bei dem von der herausgesuchten 60-mm-Teleskop beträgt die Lichtsammelleistung nur ca. das 50-fache des Auges!

Und ein weiteres großes Kriterium ist wohl auch das stativ. Bei günstigen Teleskopen ist auch das stativ sehr billig gefertigt. Beim Nachführen und Scharfstellen ist das ganze Teleskop nur am wackeln. Es macht dann meist schnell keinen Spaß mehr, etwas zu beobachten. Eben weil man nicht vernünftig scharfstellen kann. Allein gute Stative mit Montierung kosten gerne auch schon mal über 500 Euro! Die billigen Montierungen schaffen es einfach nicht zuverlässig das Gewicht des Teleskopes zu tragen.

Daher greift man hier gerne zur extrem günstigen Dobson-Montierungen. Das ist nicht viel mehr als eine Kiste mit Gleitlagern. Für Astro-Fotografie eher ungeeignet, aber für Beobachtungen mit dem bloßen Auge einfach Top. Diese Montierungen tragen enorm viel Gewicht, sind schnell aufgebaut und kosten wirklich fast gar nichts. Aber das nachführen mit der Hand ist einfach und stabil. Ohne wackeln. Und wie gesagt: Diese Montierung ist schnell aufgebaut im Gegensatz zu einer Parallaktischen Montierung (EQ) und macht einfach nur Spaß.

Ich mache dir jedenfalls den Vorschlag, dir ein 8" Dobson Spiegelteleskop zu kaufen. Bei Intercon Spacetek gibt es gute und günstige dieser Art (Galaxy Dobson).

Und mehr und bessere Okulare kann man danach noch dazukaufen. Man kann dann später ebenso noch ein Stativ und eine Montierung dazukaufen.

Vögel auf 2 km wirst Du damit nicht mehr detailgetreu erkennen können, das schaffst selbst ein extrem teures Teleskop nicht mehr wirklich. Dafür ist die Winkelausdehnung des Vogels auf die Entfernung zu gering. Ein 20 cm großer Vogel hätte auf die Entfernung (wenn ich mich nicht verrechnet habe) eine Winkelausdehnung von ca. 20 Winkelsekunden. Unter ein paar Winkelminuten läuft bei normalen Teleskopen nichts.

Bei 500 m wäre ein 30 cm großer Vogel noch ca. 0° 2' groß. Da könnte man noch was erahnen. Aber Details wie den Wurm in seinem Mund wird man auch hier nicht finden.

Wepster 03.04.2012, 10:54

Vielen, Dank, kann st du mir evtl ein paar Produkte anbieten die dieses Kriterium entsprechen können?

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Hallo,

Wenn ich richtig verstanden habe, soll der Schwerpunkt bei der Naturbeobachtung liegen, richtig? Sonst müsste ich jetzt wieder eine Standpauke halten, wie wichtig doch die praktischen Erfahrungen und Grundlagen der Himmelskunde sind, wenn man sich ein Teleskop für die Astronomie anschaffen will. Siehe dazu hier: www.gutefrage.net/frage/gutes-einsteigerteleskop

Das erste und das letzte Teleskop wäre in vielen Hinsichten ungeeignet. Erstens sind es Spiegelteleskope, welche man nicht nur wegen der auf Kopf stehenden Abbildungen nicht zur Naturbeobachtung verwendet und zweitens, sind es katadioptrische Systeme, welche oft nur Probleme bereiten. Also lieber Finger weg von denen.

Die Bresser Messier Refraktoren sollen ziemlich gut sein. Allerdings sind es reine Astronomische Teleskope. Die sind einfach zu groß und umständlich zur Naturbeobachtung. Außerdem ist für diese Zwecke eine äquatoriale Montietung unpraktisch.

Zur Naturbeobachtung nimmt man eigentlich Spektive, Feldstecher oder azimutal montierte Großfeldrefraktoren, wie diesen hier: (siehe Link1)

Allerdings sind die zur Planetenbeobachtung eher ungeeignet, aber trotzdem gut zu gebrauchen. Sie zeigen eben bei Astronomischen Objekte gewisse Farbfehler Für einen Spaziergang auf den Mond aber auf jeden Fall super. Die Stärke dieser Geräte liegt, was das astronomische angeht, bei Deepsky-Objekten. Sternhaufen, Nebel und Galaxien sind damit gut beobachtbar. Auch wenn die beiden letzteren oft nur als kleine, graue Flecken erscheinen.

Apos machen übrigens nur für die Astronomie Sinn, weil sie keinen Farbfehler aufweisen. Die sind ja auch extrem teuer.

Man sieht also, dass jedes Teleskop seine speziellen Einsatzgebiete hat. Sicher sind deinerseits noch Fragen da, welche ich gerne beantworte.

Grüße

Astronomieguru 02.04.2012, 23:25

Hier findest du optische Grundlagen: www.hobby-astronomie.com/teleskope_optische_grundlagen.html

Besonders wichtig wären hier die Punkte, die mit Vergrößerung zu tun haben, z.b. Die maximale Sinnvolle Vergrößerung und die ganzen Formeln. Auch wäre es gut, über Gesichtsfelder Bescheid zu wissen.

Was ich noch vergessen habe: Das Zubehör des Teleskops, welches ich verlinkt habe, ist für deine Zwecke unbrauchbar. Vielleicht kann man hier gleich bei der Bestellung die Okulare ersetzen lassen. Ich muss noch über eine sinnvolle Lösung nachdenken oder vielleicht tut es im Laufe der Nacht noch jemand für mich ;-)

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Astronomieguru 03.04.2012, 17:18
@Wepster

Guck mal: www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p3305_Skywatcher-Startravel-120-auf-AZ-3---Gro-feldrefr--120-600mm.html Hier gibt's genau das gleiche Teleskop (nur andere Farbe) für weniger Geld. Dort kannst du dir auch gleich die Okulare ersetzten lassen (wegen der Naturbeobachtung!) Ich würde in dem Fall noch Vorschläge machen.

Wenn du den Schwerpunkt auf die Naturbeobachtung setzt, ist dieses Teleskop optimal. Interessierst du dich fast ausschließlich für die astronomischen Beobachtung, ist das Teleskop, was Hellestorm empfohlen hat wegen der größeren Öffnung besser geeignet. Denke aber daran: Das ist ein Spiegelteleskop. Diese Teleskope verwendet man eigentlich nur für die Astronomie, weil sie keinen Farbfehler aufweisen und spiegel einfacher und vor allem größer herstellbar sind, als Linsen. Bei der Astronomie kommt es ja auf eine möglichst große Öffnung an. Ohne Umkehrlinse siehst du darin alles auf Kopf, was für Erdbeobachtungen eher ungünstig ist. Außerdem ist der Einblick oben an der Öffnnung und nicht hinten, wie beim klassischen Fernsrohr.

Linsenteleskope, wie der Skywatcher 120/600 Refraktor haben zwar einen Farbfehler, bilden aber schärfer ab, als Spiegelteleskope mit gleicher Öffnung. Der Farbfehler fällt bei der Naturbeobachtung nicht auf. Wirklich stören tut er auch in der Astronomie nicht. Ein Linsenteleskop eignet sich auf einer azimutalen Montierung perfekt zur Naturbeobachtung.

Es ist jetzt eben deine Entscheidung, ob du lieber den 200/1200 Dobson für die Astronomie oder den 120/600 Refraktor für Astronomie und Natur nimmst.

LG

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Astronomieguru 03.04.2012, 17:47
@Astronomieguru

Ich habe nochmal die Vor- und Nachteile der beiden Teleskope bezüglich der Astronomie und der Naturbeobachtung zusammengestellt:

200/1200 Newton DOB (Empfehlung von Hellstorm)

Vorteile:

  • Große Öffnung für wenig Geld => Viele Lichtschwache Objekte, wie Nebel, Galaxien und Sternhaufen kommen deutlich zum Vorschein.

  • Einfache Bedienung durch die Dobson-Montierung

  • Allrounder => sowohl für Mond/Planeten als auch für Deepsky sehr gut geeignet.

  • Höhere Auflösung, als der 120/600 Refraktor (liegt daran, dass der Dobson eine größere Öffnung hat. Das oben geschriebene von wegen Auflösungsvermögen Linsenteleskope>Spiegelteleskope gilt nur bei Teleskopen gleicher Öffnung)

  • Kein Farbfehler

Nachteile:

  • Regelmäßige Justage des Haupt- und Fangspiegel nötig. Hauptspiegel sollte vor jeder Beobachtung justiert werden.

  • Tubus muss vor Beobachtung erst azskühlen.

  • Einblick oben an der Seite => Für Erdbeobachtungen eher umständlich.

  • Abbildung auf Kopf, eine gute Umkehrlinse ist teuer. Für die Astronomie ist das allerdings nicht nötig.

  • Relativ umständlicher Transport. Mal eben gucken kann man vergessen.

120/600 Refraktor

Vorteile:

  • Einfache Bedienung durch azimutale Montierung.

  • Stativ => Erleichter Naturbeobachtungen ungemein, da man damit auch über so manche Hecke hinübersehen kann. Außerdem liegt man bei Beobachtungen am Horizont nicht auf dem Boden, wie beim Dobson.

  • Sehr kompakt. Kann von einer Person in Sekunden am Stück rausgetragen werden.

  • Sowohl für Astronomie als auch für Naturbeobachtung geeignet.

  • Einblick klassisch am Tubusende

Nachteile:

  • Leichter Farbfehler am Mond und den Planeten

  • Geringeres Auflösungsvermögen als beim 200/1200

Ich hoffe ich hab nichts vergessen.

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Wepster 03.04.2012, 20:45
@Astronomieguru

Wow, fette Arbeit...vielleicht wäre das klassische Fernglas für den Anfang besser, ich habe mal nach Ferngläser mit großem Vergröß.Fak. gesucht und die liegen in der Preiseklasse bei günstigen Teleskopen.

  • Celestron SkyMaster 20-100x70 (max 150€)
  • Sunagor 30-160x70 BCF Mega Zoom 160 (300€)

das bedeute ja 20-100 fache Vergrößerung, also Obj. die 100 Meter weit weg sind erscheinen wie von 1 Meter entfernt. Objektivdurchmeser 70 mm was gutes Licht einfängt (50 ist gut bei Dämmerung). Wobei ich nicht weiß ob die 100 realistisch sind. Bei Ferngläsern kann man ja gut die Schärfe einstellen. Dazu ein Stativ und...naja das wäre auch was feines für den Anfang und außerdem kaum Transportprobleme und Preislich sowieso kaum zu schlagen....

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Astronomieguru 03.04.2012, 21:06
@Wepster

Gute Idee mit den Feldstechern!

Dann aber auf jeden Fall mit Stativ. Das wackelt sonst nur.

100x sind mit einer Öffnung von 70mm noch realistisch. Die maximale sinnvolle Vergrößerung ergibt sich, indem man einfach den Durchmesser der Linse mal 2 nimmt. 70x2 ergibt 140. Also wäre mit dem Fernglas eine Vergrößerung von bis zu 140x noch einigermaßen nutzbar.

Das mit 30-160 fache Vergrößerung halte ich für zu viel. Erstens ist 160x deutlich zu viel für eine 70mm Linse und zweitens kann man auch Vergrößerungen unter 30x sinnvoll einsetzten. Deshalb rate ich zu deinem ersten Vorschlag.

Mit so einem Feldstecher machst du garantiert nichts falsch! Der lässt sich auch wunderbar für astronomische Beobachtungen verwenden.

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Wepster 03.04.2012, 22:13
@Astronomieguru

Na Supi, dann lass ich mal die Riesendinger weg und Wende mich erstmal etwas kleinem zu...danke, das hat mir alles sehr geholfen...

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Hallo, Wenn du Naturbeobachtungen machen möchtest würde ich dir ein Linsenteleskop wie z.B Bresser Skylux oder ein Dobson Teleskop. Vögel Beobachten wird schwierig da sie nah und schnell. Ich habs versucht es würde wenn dann bei Greifvögel gehen. Mfg Leon.

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