Kaufangebot für mein jetztiges Pflegepferd?

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10 Antworten

Hallo, 

die Frage ist ob du jeden Monat mindestens 400 Euro übrig und bereits ein Ersparnis von mehreren 1000 Euro übrig hast. Wenn ja und das mit deinem Job klappt und du ggf bereit bist ein paar Abstriche zu machen (z.B kein teurer oder evtl gar kein Urlaub mehr, kein teures Auto usw) dann sehe ich da kein Problem. 

Wenn du jedoch nicht genug Geld über hast und auch kein Ersparnis, dann siehts eher schlecht aus. Auch wenn das Pferd bis jetzt immer gesund war, es kann sich schnell ändern. Selbst Kleinigkeiten kosten meist mehrere 100 Euro. 

In dem Fall wäre es das Beste das Pferd in artgerechte Haltung zu verkaufen bzw. zu vermitteln, wenn es nicht mehr reitbar sein sollte (da es ja ein Pflegepferd ist). Ich würde es dem armen Tier nicht antun, dass es als Wanderpokal endet nur weil man sich vorher keine Gedanken um die Kosten gemacht hat.

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Das mit dem Erlösen, wenn das Pferd mal eine Kolik hat, klingt allen Ernstes für mich wie: "Und wenn die Bespannung vom Tennisschläger nicht mehr die Beste ist, schmeiß ich ihn lieber gleich weg. Weil die Gefahr, dass eine neue Bespannung irgendwann auch mal den Geist aufgibt, mir zu groß ist." 

Dass ein Pferd kein Sportgerät ist, wird Dir klar sein. Du schreibst ja auch, dass das Pferd Dir wichtig ist. Aber es wird halt auch deutlich, dass Du nicht unbedingt die meiste Ahnung von Pferdehaltung und Pferdegesundheit hast. Das ist auch nicht schlimm, solange man Reit- oder Pflegebeteiligung ist und einen Besitzer im Nacken hat, der sich um die elementaren Dinge kümmert. Doch an der Stelle, an der man selber Pferdebesitzer wird, ist das dann schon ausschlaggebend.

Dein Freund steht nicht zu 1000% hinter Dir - das ist mal keine gute Basis, weil es eine Beziehung auch komplett crachen kann, wenn es finanziell und zeitlich ständig eng ist. Dein Bruder steht wohl schon hinter dem Gedanken  - aber ist der finanziell so gut gestellt, dass er locker einspringt, wenn es bei Dir eng wird? Kannst Du Dich wirklich darauf 10000% verlassen?

Du weißt nicht, was Dir tatsächlich demnächst monatlich zur Verfügung stehen wird. Sorry, aber da kann man einen solchen Schritt doch nicht tatsächlich machen!

Ein Pferd muss man sich locker leisten können, denn sonst leidet viel zu viel anderes darunter. Gerade ein junger Mensch hat auch noch Bedürfnisse neben dem Begleichen von Boxmiete, Schmied, Tierarzt, Ausrüstung- und Zubehöranschaffen, bzw. reparieren. Da gibt es noch Dinge, wie mit dem Freund ins Konzert oder ins Kino, mal essen gehen oder sich ein paar schicke Schuhe gönnen, in Urlaub fahren wollen und die Reparatur vom Auto bezahlen.....

Und auch ich als nicht mehr ganz so junger Mensch, stelle fest, dass es Dinge gibt, die immer wieder mal Geld kosten - die nichts mit den Pferden zu tun haben, wie eine neue Küche, oder der Ersatz der total kaputten Waschmaschine. Letztens war es unser Bett, das wirklich mal ersetzt werden musste. Halt die ganz normalen Dinge des alltäglichen Lebens, die immer mal wieder auftauchen und notwendig werden. Wenn aber alles für das Pferd drauf geht, lebt man zu Hause irgendwann auf Sperrmüll und behilft sich mit allem und jedem. Oder aber man macht es wie einige, die ich kenne - den Tierarzt immer nur dann rufen, wenn das Pferd fast krepiert und dann die Rechnungen nicht bezahlen können. Oder aber man überschuldet sich, weil man auf nichts verzichten möchte und landet dann am Ende da, wo die Besitzerin Deines Pflegepferds wohl gerade ist - man kann es sich nicht mehr leisten......

Heklamari 07.07.2017, 11:58

besser kann man die Realität eines Pferdebesitzers kaum schildern!

WAS ist Dir wichtiger:

dein Freund oder dieses Pferd?

deine eigene Miete oder die Stallkosten?

Deine Frühstücksbrötchen oder der Rundballen Heu?

der TÜV für dein Auto oder der jährliche "TA-TÜV" für's Pferd?

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wenn es eine Kolik oder etwas sehr schlimmes geben würde, würde ich ihn erlösen. weil die Chancen ja dann sind, das wieder was passiert und ich ihn dann nicht unter schmerzen stehen lassen will.

Da bist du falsch informiert, nur weil eine OP der beste Weg zur Genesung wäre, heißt es nicht dass dein Pferd direkt chronisch krank ist und immer wieder eine braucht. Auch ist eine OP ja dafür da die Schmerzen dauerhaft zu nehmen und im besten Falle zu vollständiger Gesundheit führen. Wie jede andere Behandlung auch.

Wenn dein Pferd irgendwann dann etwas hätte wo eine OP nötig wäre um ihn wieder gesund zu machen (Kolik ist ja nicht der einzige Fall wo das sein kann, und auch da ist nicht immer eine OP nötig), dann wirst du ihn erlösen? Wirklich? Auch wenn er dann da steht und du weißt das wäre seine Chance wieder zu genesen? dann euthanisieren weil du das Geld dafür nicht hast? Sorry, aber das stellst du dir sehr einfach vor...

Und auch nicht operative Behandlungen können sehr sehr teuer werden, was tust du dann? Auch einschläfern? 

Ich fange in ca. 3 Monaten einen neuen Job an und weiss noch nicht genau, wie viel ich verdienen werde.

Erkundige dich doch was du dort verdienen wirst, wenn du den Job schon angenommen hast wird es da doch irgendwelche Informationen zu gegeben haben?

Alles in allem klingt deine Planung nicht sehr realistisch vom finanziellen her. Und zu deiner Einstellung zum euthanisieren sage ich jetzt mal nichts mehr..

Ich würde dir raten dich mal mit der besitzerin, wenn ihr euch gut versteht und sie immer ehrlich gegenüber dir ist, zusammenzusetzen (wenn du dir da nicht sicher bist, weil sie möchte dass du das Pferd kaufst, dann frage jemand anderen der ein eigenes Pferd am besten im gleichen Stall hat). Besprecht alle finanziellen Aspekte die in den Jahren rund ums Pferd angefallen sind, alles was sie monatlich so zahlt, auch wenn mal etwas außergewöhnliches war, nehmt alles mit rein. Erkundige dich nach OP Versicherung, (es gibt auch eine Versicherung für nicht operative Behandlungen, vlt auch etwas für dich). Schreibt alles realistisch zusammen. Und dann überlege dir ob du das stemmen kannst/willst, auch mit sehr teuren extra Ausgaben.

Überleg dir wirklich gut wie du das kostentechnisch machen willst/kannst. 

Die Stallmiete ist halt leider nur ein Teil der Kosten. Was viel mehr Probleme bereiten kann sind die ungeplanten Ausgaben. Auch wenn das Pferdchen bisher noch nichts hatte, kann es sich morgen schon verletzen und tausende Euros an Kosten verursachen. Hast du genug auf der Seite um im Notfall eine Behandlung sicherstellen zu können? Schau nach guten OP-Versicherungen um im Bedarfsfall zumindest einen Teil der Kosten über die Versicherung decken zu können. Überleg dir was du tust wenn der Sattel z.B. mal nicht mehr passt und schnell ein neuer her muss.
Wenn du bei all dem schon Bauchschmerzen hast dann lass das mit dem Kauf lieber. 

Ansonsten ist natürlich noch zu überlegen was du tust wenn du mal im Urlaub/krank bist und das Pferdchen mal nicht versorgen kannst. Wer kann täglich Medikamente geben oder Verbände wechseln wenn du arbeiten musst und Pferdchen mal was hat? 

Abnehmen kann dir die Entscheidung hier aber niemand ;-) 

Eine Kolik muss nicht immer operiert werden u. ist auch kein Grund, ein Pferd zu erlösen, außer das Pferd würde ohnehin nicht überleben. Auch in D kostet eine Kolik-OP ab etwa 8 Tsd €, nach oben offen. Hierfür kann man Versicherungen abschließen, so dass man nicht alle Kosten selbst tragen muss - kann mir nicht vorstellen, dass es die in CH nicht gibt.

Wenn du dir also finanziell bereits unsicher bist, lass gut sein. Stallmiete zB auf Kante zu nähen kann schnell schief gehen, wenn du - aus welchen Gründen auch immer - wechseln musst. Dazu kommt uU Zusatzfutter, Schmied, TA, ggf. Kosten für die Ausrüstung, etc. 

Wenn du finanziell  klar kommst dann ist da immer noch der Faktor Zeit. Nicht zu unterschätzen - für viele Sachen (Freund(e), andere Hobby, etc.) bleibt da erheblich weniger übrig.

Und entscheiden musst du das selber  - was nutzen dir die Meinungen von Freund, Bruder, anonymen Leuten aus dem Netz, etc. - stemmen musst du ganze u. zwar mit allem, was dazu gehört. Dein Pferd, deine Verantwortung.

Im Endeffekt musst du selber entscheiden. Keiner hier weiß Bescheid über deine finanziellen Verhältnisse, deine weitere Lebensplanung, ja nicht, mal, wie dein Leben derzeit aussieht.... Wie kannst du dir da einen ernsthaften Ratschlag wildfremder Leute erhoffen. 

Diejenigen, die bereits Pferde haben, werden hier wahrscheinlich schreiben "sei vorsichtig und überleg es dir gut", die, die sich ein Pferd wünschen, werden vermutlich schreiben "wenn er dir so am Herzen liegt, dann kauf ihn doch". 

Letztlich musst du aber für dich selber wissen, wie es mit deiner Zeit und deinen Finanzen hinhauen würde. 

Was meiner Meinung nach das Beste ist? SELBER realistisch die eigene Situation und die finanziellen Verhältnisse einschätzen und dann entscheiden. 

Frage dein Herz UND deinen Geldbeutel!

WAS ist Dir wichtiger:

dein Freund oder dieses Pferd?

deine eigene Miete oder die Stallkosten?

Deine Frühstücksbrötchen oder der Rundballen Heu?

der TÜV für dein Auto oder der jährliche "TA-TÜV" für's Pferd?

muß ich noch mehr aufzählen, oder hast du die Realität schon begriffen?

Was nützt es dem armen Tier, wenn Du bald die nächste bist, die es sich nicht mehr leisten kann!?!

Sch....leben, es ist eben KEIN Ponyhof ! Und manchmal muß man eben auch harte Entcheidungen treffen...

VanyVeggie 07.07.2017, 15:01

Warum muss man sich zwischen Freund und Pferd entscheiden? o.O Oder zwischen Wohnungsmiete und Stallmiete. 

Wenn man sich´s leisten kann, dann kann man es sich leisten. Dazu muss man nicht mal Großverdiener sein. Und wenn ein Mann dich liebt, dann liebt er auch deine Leidenschaft und akzeptiert die Entscheidung für ein eigenes Pferd.

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Lass es. Du weißt noch nicht, ob du es dir leisten kannst. 

Bekommst du später auch ein Kind und gibst es halt ab, wenns mal teuer wird? 

Und gerade dieses Pferd würde ich nicht kaufen,  weil es wirklich schlecht dasteht und ich mir nicht sicher wäre, was oder ob man da noch was machen kann. 

Hast du denn Geld für evtl. langwierige Erkrankungen bzw. schwierige Eingriffe? Hast du genug Geld für den monatlichen Unterhalt? Auch noch in ein paar Jahren? Was wenn der Stall dichtmacht oder die Einstellgebühr erhöht?

Erfahrung und Zeit dürftest du ja haben... 

Würd mir das gut überlegen

Alojsius 07.07.2017, 05:55

Das ist mir auch schon alles durch den Kopf. Bis jetzt hatte er noch nie etwas. Er ist 13 jährig und ich bin so eingestellt, wenn es eine Kolik oder etwas sehr schlimmes geben würde, würde ich ihn erlösen. weil die Chancen ja dann grösser sind, das wieder was passiert und ich ihn dann nicht unter schmerzen stehen lassen will. monatlicher Unterhalt ist 600.- (Schweiz) mit futter, misten, weidegang, und Hufschmide einberechnet.

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Balkonlampe 07.07.2017, 06:12
@Alojsius

Wenn bei dir eine Kolik ein Grund zum erlösen ist, solltest du ihn nicht kaufen. Abgesehen davon, dass das auch kein seriöser ta machen würde. 

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Alojsius 07.07.2017, 07:03

In der schweiz kostet eine Kolikoperation zwisch 12.000.- - 30.000.-

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VanyVeggie 07.07.2017, 15:08
@Alojsius

Ich kenne mich mit der Frankenwährung jetzt nicht aus, aber das eine OP mehrere 1000 Euro kostet mit Klinikaufenthalt und Nachsorge sollte jedem bewusst sein. Deswegen auch die mehreren 1000 Euro Erspranisse, wobei die jetzt eigentlich für Tierarztrechnungen waren. Ich empfehle jedem, der kein Großverdiener ist, eine OP-Versicherung für sein Pferd abzuschließen. Kostet 200-400 Euro im Jahr, je nach Pferd und Versicherung.

Ein Tier einschläfern zu lassen, weil man es sich nicht leisten kann geht gar nicht, sorry!

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Ich würde die Chance nutzen. Und du musst halt viel zurück legen, damit du wenn was ist, es bezahlen kannst

LyciaKarma 08.07.2017, 06:51

Und wenn sich das Pferd bei der Eingliederung in die neue Herde ne dicke Macke schlägt? Dann ist dafür kein Geld da.. 

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