Katze wird nächste Woche geimpft, muss gegen Tollwut geimpft werden?

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6 Antworten

Wenn er raus darf, isses besser. Ich sag dir warum: Wir hatten bis 2005 einen schwarzen alten Kater, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, auf seine alten Tage hier im neuen Haus in der Straße, bzw. im überblickbaren "Revier" die Oberaufsicht zu führen. Also verteidigte er fortan ganz vehement und unbelehrbar seine Katzen- und Hundemädchen gegen alles, was "fremd" war und bei uns in der Straße seiner Ansicht nach nix zu suchen hatte.

Das ganze Dorf kannte ihn, weil er meinen Mann und mich, wann immer wir mit den Hunden durchs Dorf spazieren gingen, perfekt bei Fuß begleitete und selbst die Leute mit katzenscharfen Hunden, die uns von ferne riefen, wir mögen doch bitte die Katze in Sicherheit bringen, ließen sich eines Besseren belehren und leinten ihre Hunde strikt an, sobald wir mit dem Kater in Sichtweite kamen.

Denn er hat bis dahin noch JEDEM Hund das Fürchten beigebracht und keiner will gerne zulassen, dass sein Hund von einer Katze wirklich schachmatt gesetzt wird. (Die Ausnahme sind natürlich Jagdhunde, die auf Katzen scharf gemacht worden sind, - die wissen, wo man eine Katze packen muss, um sie sofort kampfunfähig zu machen, aber solche Hunde gibt es nicht allzuoft "in freier Wildbahn beim Spaziergang")

Es kamen also kaum noch Leute mit Hund an unserem Haus vorbei - schade eigentlich, denn es steht mit einem Nachbarhaus in einer Straße, die in einen Feldweg mündet und es war sehr praktisch, diesen "Rundweg zu laufen, von dem aus man direkt in den Wald kommt.

Eines Donnerstag Morgens klingelte punkt 8 unser Telefon und eine Nachbarin aus dem Dorf erzählte, sie wäre morgens früh um 5 auf dem Spaziergang mit ihrem großen und in sämtlichen Schutzhundprüfungen ausgebildeten Schäferhund an unserem Haus vorbei gekommen, von wo aus unser Romeo (den sie durchaus als berüchtigten Hundekiller kannte!) sie bis runter zu den nächsten Häusern im Dorf verfolgt hätte, wo er dann plötzlich dem Hund auf den Rücken gesprungen sei, um ihn zu verdreschen. Und da sie ihrem Hund helfen wollte, hatte sie den Kater im Nackenfell geschnappt und quasi mit Schwung "hinter sich geworfen". Sie war fast sprachlos, als sie fortfuhr:

"Brigitta! Keine 2 Sekunden später hing der dem Raudi wieder auf dem Rücken und als ich ihn nochmal da wegpflücken wollte, hat das Mistvieh mich in die Hand gebissen!" Ich musste mir mühsam ein glucksendes Kichern verkneifen bei der bildlichen Vorstellung dieser Aktion, sagte aber natürlich sofort zu, dass wir den Schaden unserer Privathaftpflicht melden und das sie sich beim Arzt halt behandeln lassen und auch ruhig Schmerzensgeld und Ersatz für den Arbeitsausfall etc. fordern soll. Für sowas ist man ja schließlich versichert. Am Nachmittag - ich wusste, dass sie nach der Arbeit zum Arzt wollte, weil ihr die Hand ungewöhnlich weh tat, - gingen wir sie mit einem Strauß Blumen und einer selbst gebastelten Eisenbahn aus Mon Cherie-Stücken mit Pfennigen als Rädern besuchen, - um die diplomatischen Beziehungen wieder geradezubiegen und sie sagte uns, weil sie ja nicht gewusst hat, ob Romeo tollwutgeimpft wäre und weil sie uns eigentlich jede weiteren Probleme ersparen wollte, hätte sie beim Arzt angegeben, sie wisse nicht, wem die Katze gehört. Das fand icgh zwar überflüssig, weil wir ja privathaftpflichtversichert sind, .... aber wenn sie nicht will, können wir sie ja schlecht zwingen.

Zwei Tage später rief uns der Lebensgefährte von ihr an, um Bescheid zu sagen, dass er sie grade ins Krankenhaus gebracht hat, und dass sie im OP liegt, weil der Kater ihr eine Strecksehne durchgebissen hatte. Und dort hatte sie ihre Story von der unbekannten Katze nochmal zu Protokoll gegeben, woraufhin man ihr dringendst nahelegte, doch unbedingt eine Tollwutschutzbehandlung mit anschließender Immunisierung über sich ergehen zu lassen.

Ich hatte ihr gleich am Donnerstag schon beruhigend versichern können, dass Romeo als Freigänger selbstverständlich tollwutgeimpft sei, - aber sie meinte, sie könne ja nun, nachdem sie gesagt hat, sie kennt die Katze nicht, nicht plötzlich sagen, sie wüsste aber, dass keine Tollwutinfektion durch den Biss möglich sei.

So hat sie also eine sehr schmerzhafte, langwierige Tollwutimmunisierung über sich ergehen lassen müssen, - nebenbei: Wir sind aufgrund dieses Haftungsschadens danach dann fristlos unserer Privathaftpflichtversicherung verlustig gegangen. Und wir haben sehr anschaulich gelernt, was passieren kann, wenn ein Haustier keine gültige Tollwutimpfung nachweisen kann.: Es wird dann nämlich im Zweifelsfall vom Veterinäramt beschlagnahmt - und Tollwut kann man, soweit wir informiert sind, nur am toten Tier nachweisen, es sei denn das Vet-Amt ist gnädig und erklärt sich mit einer Quarantäne einverstanden.

Mit fremden Hunden war der kastrierte Romeo immer so eine rauhe Sau, aber für unsere Bauernhofkätzchen, die wir alljährlich hier haben zum aufpäppeln war er die beste Amme der Welt!

Er adoptierte immer sofort alle Neuen Kitten - und besonders die hübschen bunten - (Katzen, Tierarzt, Impfung) Keine zwei Tage im Haus und schon einen lieben Ersatzpapa gefunden! - (Katzen, Tierarzt, Impfung)
Flitzpiepje 08.07.2011, 23:54

Liebe Brigitta, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Aus dieser Sicht habe ich es noch gar nicht gesehen. Es tut mir leid für Deinen Romeo. Auch unser Kater ist ein bei Fuß Läufer und in der Nachbarschaft sehr gefürchtet. Er ist allerdings mehr auf die Kois und Goldfische spezialisiert. Doch sein Revier ist riesengroß und jeder Kater bleibt auf seinem Grundstück, wenn Flitzi kommt. Ich wünsche Dir noch eine schöne Nacht.

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Flitzpiepje 09.07.2011, 00:04
@Flitzpiepje

Euch allen ein DH für Eure Mühe und für Eure Antworten. Leider kann ich nur ein Sternchen vergeben, und ich muss sagen, dass mich die von Brigitta am meisten überzeugt hat. Vielen Dank!

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Brigitta270755 09.07.2011, 00:10
@Flitzpiepje

Danke, Flitzpiepje. Ach, dem Romeo ist ja nichts passiert, - dank der gültigen Tollwutimpfung und sowieso, weil Ruth unsere Katzen eigentlich mag und Verständnis für diesen übergroßen Schutztrieb hatte.

Romeo ist allerdings im Jahr 2007 im Alter von 15 Jahren an Nierenversagen eingegangen - das ist auch ein Ereignis gewesen, das zu erzählen sich lohnen würde, denn es hat meinem Mann und mir gezeigt, dass Katzen sehr wohl wissen, wann es für sie Zeit ist, zu gehen.

Aber das muss warten, bis mir eine Frage danach mal das richtige Stichwort liefert, denn es ist eine lange Geschichte, - so wie diese hier! ^^

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Da wird es sicher auch Füchse geben und andere Katzen können Überträger sein.

ordrana 09.07.2011, 10:02

tollwut frei heißt tollwut frei. es gibt keine wildtollwut mehr in duetschland, schon mehr als ein jahr, einiges mehr.

lediglich die fledermaustollwut ist in einigen gebietetn noch vorhanden.

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pocken sind auch seit jahrzehnten nicht mehr aufgetaucht. nur 1 jahr ohne tollwutfälle, die bekannt geworden sind.. das nicht viel und nicht lange.

z..b könnte deine katze im park einen hund kratzen oder sich raufen .. evtl hat der hund tollwut, die aber nicht ausbricht ( da die hunde geimpft sind) .. dein stubentiger bekommt es.. ihr balgt zu hause rum, er kratzt dich.. und zack... viel spaß!°

ich würds machen.. mein hund ist auch tollwutgeimpft. nur durch das impfen kann das ausgerottet werden. und unter füchsen etc ist tollwu timmernoch sehr verbreitet.

ordrana 09.07.2011, 10:01

ein hund der tollwut hat, die aber wegen impfung nicht ausbricht?

sag mal, weißt du überhaupt, wovon du sprichst?

impfungen verhindern nicht nur den ausbruch, sie verleihen immunität. soll ehißen, ein geimpftes tier kann daran icht nur nicht erkranken, sondern es ist in der regel trotz kontakt zum erreger noch nichtmal infiziert.

die durch immunität erworbenen gedächtniszellen regen die produktion passender antikörper an, welche dann den virus ausschalten und unschädlich machen.

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tegelmäßiges jährliches tollwut impfen ist für die katz. ;)

du läßt doch auch weder dich noch deine kinder jedes jahr impfen oder?

der immunschutz hält auch bei hund, katze,... weitaus länger, als ein jahr.

der impfintervall liegt deshalb bei einem, bzw. 2 oder 3 jahren, weil dies die längsten durchgeführten langzeitstudien waren. mehr grund gibts dafür nicht.

da0ß es alleine daran liegt, sieht man zB an den tollwutimpfungen, die heute eine zulassung von mehreren jahren hatten, zuvor allerdings jährlich veompft wurden. hier wurde lediglich eine längere studie durchgeführt und dann der beipackzettel umgeschrieben.

in diesem falle hilft viel nicht viel. entweder ein lebewesen ist immun oder eben nicht, da ändert die anzahl der impfungen herzlich wneig daran.

Meine Katzen sind nur Stubentiger aber trotzdem werden sie gegen Tollwut mitgeimpft, denn ich und mein Hund gehen jeden Tag raus und können das miteinschleppen.

ordrana 09.07.2011, 09:59

tollwut ist nur über einen direkten biß eines erkrankten tieres übertragbar. sie kann NICHT eingeschleppt werden.

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lass ihn dagegen impfen, ein jahr ist nicht lange, die tollwut kann jeder zeit wieder auftauchen

ordrana 09.07.2011, 10:03

zum einen hält die immunität, welche einmal erworben wurde änger als ein jahr, zum anderen ist deutschland schon um einiges länger tollwutfrei, als der fragesteller sagt.

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Schneeflocke88 09.07.2011, 10:56
@ordrana

Wikipedia: "Vom 2. Quartal 2006 bis zum Dezember 2008 wurden in Deutschland keine Fälle von Tollwut bei Wild- oder Haustieren mehr gemeldet. Am 29. Dezember 2008 wurde jedoch im Landkreis Lörrach bei einem aus Kroatien importierten Hund amtlich die Tollwut festgestellt.[17] Ein weiterer Fall bei einem Hund wurde im März 2010 in Neustadt an der Aisch amtlich festgestellt nachdem das illegal aus Bosnien eingeführte drei Monate alte Tier einen Menschen gebissen hatte." was heißt der letzte fall war im märz 2010, dann sind es gerade mal 16 monate

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ordrana 10.07.2011, 09:38
@Schneeflocke88

tollwutfrei meinte hier hauptsächlich die wildtollwut.

illegal eingeführte tiere gibts natürlich immer wieder. hat jedoch eher wneiger mit der tollwutfreiheit des wildes zu tun.

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