Katze (w) an Katzenbaby (w) gewöhnen?

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Unsere beiden Mädels waren 6 Monate und knapp 2 Jahre, als sie zusammenkamen. Es gibt sehr wohl so etwas wie Welpenschutz bei Katzen (wie eigentlich überall in der Natur - außer bei Menschen, leider). Die Große hat die Kleine in Ruhe gelassen, sie haben sogar aus einem Napf gefressen und ins selbe Kistchen gemacht, bis die Kleine ca. 10 Monate alt war.

Danach war Schluss mit lustig. Erst hat die Kleine ewig Prügel bezogen, aber jetzt ist sie ausgewachsen und 1 kg schwerer als die "Große", die jetzt ihrerseits ständig dran glauben muss. Wir haben alles versucht (Glückliche Katzen aus der Steckdose, "impfen" der Lieblingsplätze mit dem Duft der jeweils anderen Katze usw. usf.).

Die einzige Erfahrung, die wir den beiden (und uns) erspart haben, war das Einsperren in einen kleinen Raum. Diese Schocktherapie kann bleibende psychische Schäden hinterlassen (man stelle sich nur mal einen Moment vor, wie man selbst sich fühlen würde, wenn man mit seinem Lieblingsfeind eingesperrt wäre ...). Wir sind dazu übergegangen, immer mindestens eine geschlossene Türe zwischen den beiden zu haben.

Wenn sie sich dann doch mal begegnen (eine ist neulich aus dem Fenster gesprungen - wir müssen dringend die Büsche darunter schneiden, die waren einfach hoch genug für den Sprung), bekämpfen sie sich bis aufs Blut. Und wenn ich Blut sage, dann meine ich Blut und nicht nur ein bisschen Zoff, wie er unter unseren früheren Katzen üblich war.

War bei mir auch so, bis ich eine dritte Katze dazu geholt habe. Jetzt schepperts nurnoch einmal in der Woche. Ich nenne die neue Katze auch Deeskalationsmieze ;o)

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meine Katzen waren auch 1Jahr auseinander und ich habe es den beiden ueberlassen und sie sind die besten Freunde geworden. Du musst nur aufpassen wenn es zu lange dauert, das sie sich nicht vertragen.

Normalerweise werden junge Katzen von älteren erstaunlich gut akzeptiert. Sie werden in den ersten paar Tagen angefaucht und auch mal per Pfotenhieb auf Distanz gehalten. Da das quirlige junge Ding aber so interessante Dinge unternimmt und sich so spielerisch verhält, wird die erwachsene Katze irgendwann schon neugierig. Bei Wohnungskatzen funktioniert die Eingewöhnung meist sehr gut, da die jungen Katzen einen super Unterhaltungsfaktor für gelangweilte Stubentiger haben und somit auf Dauer unwiderstehlich sind. Bei freilebenden Katzen kommt es auf die Sympathie an. Da kann es sein, dass der Neuling nur genervt verscheucht wird und irgendwann nur so akzeptiert wird, um sich nicht unnötig zu stressen. Bei einer vernünftig sozialisierten Katze werden in der Regel keine agressiven Verhaltensweisen gegenüber einem Kätzchen in diesem Alter auftreten. Es wird garnicht wirklich ernst genommen, da es keine Gefahr bedeutet und höchstens als lästig empfunden wird. Es kommt also darauf an, wie man das Wort Welpenschutz definiert. Solange das nicht eindeutig geklärt ist, ist jede Aussage diesbezüglich irrelevant. Die beste Vorgehensweise ist, die beiden Katzen absolut gleich zu behandeln und sie von ganz alleine aufeinander zugehen zu lassen. Niemals die Katzen in einen kleinen Raum sperren oder zu Kontakt zwingen- sie sollen sich immer zurückziehen können wenn sie keine Lust auf Kontakt haben. Lediglich beim Füttern kann man versuchen die beiden in einem Raum zu halten. Die Näpfe sollten aber soweit auseinanderstehen, dass jedes Tier ungestört futtern kann. Beim Spielen kann man versuchen die Katzen füreinander interessant zu machen. Sie werden sich dann dabei erstmal gegenseitig neugierig beobachten. Sobald es zu Spannungen kommt, sollte man die Beiden einfach nur ignorieren und später den Spielversuch erneut aufnehmen. Eingreifen sollte man nur, wenn man um die Gesundheit einer Katze fürchtet. Ein kleiner Hieb auf die Nase der aufdringlichen kleine Katze ist aber völlig normal und sollte als Zurechtweisung und Erziehungsmaßnahme der älteren Katze toleriert werden. Zudem sollte jede Katze über ihre eigene Katzentoilette verfügen und es kann sein, dass die ältere Katze kurzzeitig unsauber wird- das legt sich aber nach einigen Tagen meist wieder. Wenn das nicht der Fall ist, sollte auf jeden Fall ein 3. oder 4. Katzentoilette her. Eigentlich sollte jede Katze zwei eigene Toiletten zu Verfügung haben. Manchmal ist es aber auch mit zwei Klos absolut unpromblematisch. Eine wäre aber definitiv zu wenig. Beim Tierarzt kann man einen Pheromonstecker kaufen der die Gesichtspheromone eines Katze simuliert und somit beruhigend auf die Katzen wirkt. Je angenehmer die Atmosphäre ist, desto schneller werden sich die Tiere aneinander gewöhnen. Da die ältere Katze aber auch erst einJahr alt ist und noch über einen ordentlichen Spieltrieb verfügt, wird die Eingewöhnung keine großen Probleme bereiten- da bin ich mir relativ sicher. Um die friedvolle Situation beizubehalten sollten beide Katzen kastriert sein- die neue Katze nach der ersten Rolligkeit oder dem ersten Markieren. Falls sich doch irgendwann Spannungen ergeben kann eine dritte Katze die Situation entschärfen. Ich empfehle zu diesem Thema immer die Literatur von Sabine Schroll. Das ist günstige Fachliteratur, die genügend Tipps für das Zusammenleben von mehreren Katzen enthält und sher spannend zu lesen ist.

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