katze mit Babykatze zusammenführen

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5 Antworten

Das ist keine sonderlich gute Idee. Erstens: Nein, deine Katze wird die Jungkatze nicht als ihr Junges ansehen, sondern als Eindringling. Zweitens: Das Jungtier darf über mehrere Wochen NICHT raus, damit es sich erst an die neuen Gegebenheiten gewöhnt. Wie willst du das sicherstellen, ohne der alteingesessenen Katze ihre Freiheiten zu nehmen. War die verstorbene Katze ein eine Katze oder ein Kater? Du solltest darauf achten, dass die 'neue' Katze charakterlich und vom Temperament her ähnlich ist wie die verstorbene Katze. Das ist bei einem Jungtier leider überhaupt nicht der Fall. Ich würde mal blind annehmen, dass die neue Katze schlichtweg überrumpelt sein wird, sich überfahren und mit dem quirligen Jungtier überfordert fühlt und Probleme machen wird, zumal wenn die verstorbene Katze ein ein Kastrater (kastrierter Kater) war und die neue Katze nun ein Jungkater sein wird, der meint, die Welt müsste sich um ihn drehen. Sorry, die von dir dargelegte Kombination halte ich für nicht besonders geglückt.

Die Zusammenführung kann übrigens einige Wochen in Anspruch nehmen; das Thema ist NICHT mit der ersten gemeinsamen Kuschelminute gegessen. Hier kannst du zujm Thema nachlesen: http://www.tierhilfsnetzwerk-europa.de/aufklaerung/zusammenfuehrung-von-katzen/. Ich stimme den Tips nicht uneingeschränkt zu, aber Feliway kann durchaus etwas bringen. Sorge auf jeden Fall für getrennte Toiletten, für getrenne Futterschüsseln und für getrennte Wasserschüsseln, die du bitte NICHT direkt neben dem Futer aufstellst, weil Katzen in der Regel nicht dort trinken, wo sie fressen. Das Resultat wäre, dass die Katzen viel zu wenig trinken und vorzeitig schmerzhaftige Komplikationen wie Harngries entwickeln. Ich habe gute Erfahrungen mit Duftproben gemacht - habe ein altes T-Shirt am Jungtier gerieben und dieses dann der alteingesessenen Katze noch vor dem Einzug vorgelegt. Das gab erst einmal Gefauche und Gekeife und Katzenbuckel, nimmt aber der eigentlichen Begegnung die Explosivität, weil der alteingesessenen Katze der Duft des Neuankömmlings bereits bekannt ist. Dass Katzen ihre Köpfchen an was auch immer reiben, ist normal. Das hat nichts mit ihrgendwelchen Zuneigungsbezeugungen zu tun sondern damit, dass sie mit den Duftdrüsen an den Wangen „ihr“ Eigentum und damit ihr Revier markiert. Jawoll, wir Dosenöffner gelten als Eigentum unserer Katzen...

Ausreichend Rückzugsmöglichkeiten für beide Katzen sind sehr wichtig, wie auch SunnyStern schreibt. Außerdem hilft es, beiden zur gleichen Zeit Leckerli zu geben. Ich habe zwei Katzen, die anfangs so gar nicht miteinander konnten und sich schlimmste Kämpfe geliefert haben. Sie sind immer noch kein Herz und eine Seele, aber durch gemeinsame Spielsitzungen, in denen ich die Damen und Herren immer abwechselnd anspreche, funktionieren ganz gut - und die gemeinsamen Leckerli. Sie wissen, dass bevor nicht auch die andere Katze am Platz ist, es keine Leckerli gibt, und sorgen so dafür, dass der jweils andere flott antanzt, weil beide diesen Moment lieben. Die Leckerlis gebe ich abends, und zwar in Verbindung mit einem bestimmten Lockruf (der bewirkt, dass beide ausnahmslos sehr zügig und zielstrebig kommen) und in relativ kleinen Portionen, die sich beide jeweils vorsichtig aus meinen Händen pulen müssen (Beschäftigungstherapie!). Dabei habe ich beide daran gewöhnt, relativ nahe nebeneinander zu sitzen, damit sich das Gefühl der Dauerrivalität irgendwann mal legt. Achte eben auf Gleichzeitigkeit. Katzen können da echte Erbsenzähler sein.

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Ich habe bisher imemr die Erfahrung gemacht und bei anderen mitbekommen, dass Katzenbabys bei weiblichen Katzen einen Babybonus haben. Meistens kümmern sich die Katzen sogar um sie, als wäre es ihr eigenes Kind.

Es ist auf jedenfall gut, eine neue Katze zu holen wenn sie ihren Gefährten verloren hat. Mein herzliches Beileid :(

Wir haben uns vor Weihnachten einen 2 Jahre alten Kater zu unsere 8 Monate alten Katze geholt - also ähnlich, wie bei euch. Was ich sagen kann: Lass den Tieren genug Zeit und Rückzugsmöglichkeiten. Geduld und gute Nerven solltest du haben - dann wird es. Unser Kater (der Zugang) hat fast 4 Wochen gebraucht, um hier anzukommen - und nochmals etwa die gleiche Zeit um mit unserer Katze ein Team zu bilden. Seit ein paar Tagen jagen sie hier durch die Wohnung. :-)

Es ist ein Lottospiel: Die Katze kann ganz begeistert sein, sie kann aber auch das Kleine ganz schlimm verhauen.

Katzen kennen keinen Welpenschutz: Egal, ob eine Katze klein ist oder nicht, sie ist ein Konkurrent. Aber wie Du schreibst, jede Katze ist anders und es kann ganz gut sein, dass sie den jungen Spund akzeptiert - nicht als Baby, aber als Spielkameraden.

Dass sie kastriert ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht so aggressiv reagiert. Aber es kann immer mal wieder zu Rangeleien kommen und es ist wichtig, sich nicht einzumischen. Sie machen die Rangordnung aus und das Junge lotet die Grenzen aus. Das kann manchmal ganz schön brutal aussehen, muss aber sein.

Da die Katze schon einen Spielkameraden hatte, scheint sie sozial zu sein. Ich sehe wenig Probleme, aber es kann durchaus einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich das eingespielt hat. Oder sie sind von Anbeginn ein Herz und eine Seele. Du wirst es sehen.

Viel Glück dabei!

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