Katholische Kirche/Unterschied zur Eva um 1530

2 Antworten

Dein Deutsch ist ziemlich holprig und nicht unbedingt leicht verständlich. Wobei ich nicht weiß, woran das liegen mag.

Innrhalb der der protestantischen Bewegung gab es auch noch die theologische Spaltung zwischen Reformierten und Evangelisch-Lutherischen, was für bestimmte Herzogtümer und Grafschaften wie Jülich, Kleve und Berg sowie Mark bedeutsam war.

Die RKK hat nichts definiert oder wegdefiniert.Auf dem Reichstag in Augsburg 1530, legten reformatorische Fürsten und Reichsstände, die von Melanchton verfasste CONFESSIO AUGUSTANA, ohne Mitwirkung des geächteten Luthers, vor. Der Grundtenor der Confessio Augustana lag in der Betonung der Gemeinsamkeiten mit der rk Kirche . Dabei kamen aber auch die entscheidenen reformatorischen Standpunkte wie Rechtfertigung, Predigzamt und Kirchenbegriff zum Ausdruck.

Kontroverse Punkte wie Ablass, Papsttum, Fegefeuer und Priestertum wurden nicht erwähnt. Dieser Cofessio Augustana wurde von katholischer Seite die CONFUTATIO, die den katholischen Standpunkt nochmals deutlich machte und zugleich eine theologische Lehrschrift, entgegengestellt.

Die protestantische Seite im Reich war zu dieser Zeit schon gestärkt, dass es 1531 zum Schmalkaldischen Bund wkam, einem Verdteidigungsbündnis evangelischer Reichsstände ( Fürste und Reichsstädte ) gegen die Religionspolitk des Kaisers ( Karl V.)

Die Existenz dieses Bundes zwang den Kaiser, angesichts des erneuten Vordringens der Osmanen, zum Nachgeben. So kam es zum Nürnberger Anstand von 1532, mit dem evangelischen Reichsständen vorläufig, d.h. bis zu einem Konzil, der Sache nach freie Religionsausübung zugestanden und die Ketzerprozesse am Reichskammergereicht ausgesetzt wurden.

Die Leute waren doch zwangsweise drin. Cuius regio eius religio!

Das Grundrecht auf Glaubensfreiheit gab es noch nicht. Keine freie Religionswahl.

Die größte Errungenschaft nach dem Augsburger Religionsfrieden war dann, dass man aus Gründen des Glaubens auswandern durfte, wenn man nicht seinem Landesherrn folgen wollte.

Und wieso gab es dann Reformierte und Lutheraner, die müssten doch eigentlich nach deren Sinn verbrannt werden?

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@Testnick

Wurden sie ja auch.

In der Stadt Münster kann man noch heute die Käfige sehen, in denen man eine bestimmte Protestanten-Gruppierung (die "Wiedertäufer") eingesperrt und verhungern lassen hat.

Das gleiche hat man auch mit den Lutheranern und Reformierten gemacht.

Es war damals lebensgefährlich, wenn man kein Katholik war.

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@martin7812

Oh.

Und was hat die katholische Kirche damals ausgezeichnet bzw von den Lutheranern unterschieden?

Die Glaube ist ja der gleiche oder?

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@Testnick

Es gibt drei Unterschiede:

  1. Die Katholiken sagen, dass die Ev. eine Glaubensgeminschaft sind, aber keine >Kirche<. Der Ausdruck >Evangelische Kirche< wäre demnach ein Widerspruch in sich. Die heutigen Evangelischen sind beleidigt, wenn ihnen von kath. Seite das Kirche-Sein abgesprochen wird. Wenn man aber mal nachliest, was die Ev. selbst theologisch als >Kirche< definieren, wird verständlich, warum das aus kath. Sicht keine Kirche sein kann.

  2. Katholiken erkennen den Papst als ihr Oberhaupt an.

  3. Inhaltlich der größte Unterschied ist die sog. Werkgerechtigkeit. Zur Zeit Luthers wurden die Prachtbauten in Rom dadurch finanziert, dass der Papst diejenigen von den Sünden lossprach, die dafür Gebühren bezahlten, sog. Ablasspfennige. Das war natürlich eine perverse Zuspitzung des Gedankens, dass man das Seelenheil erlangt, wenn man gute Taten vollbringt. Luther bekämpfte diesen Missbrauch und lieferte die Theorie gleich mit: Seelenheil gibt es nur durch die Gnade Gottes. Gute Werke allein nützen nichts. Das ist schon immer eine höchst problematisch These gewesen. Wer sich praktisch bequem durch das Leben mogeln will, der könnte die Lehre Luthers missbrauchen und sich sagen: Dann kann ich ja gleich die guten Werke und die Nächstenliebe bleiben lassen. Es kommt ja nur auf den rechten Glauben und die Gnade Gottes an, da kann ich ja auf Erden noch so ein Lump sein.

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@ErnstPylobar

Das mit dem ersten wusst ich aus Lutherscher Vergangenheit, ja.

2 kannte ich so auch.

und 3 ist eben der Ablass, aber im Glauben, Testamentsfakultät oder Abänderungen des Testaments haben die jetzt nicht?

:o

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@Testnick

Du hast wohl die Antwort nicht zu Ende gelesen. ErnstPylobar schrieb ...

dass man aus Gründen des Glaubens auswandern durfte, wenn man nicht seinem Landesherrn folgen wollte.

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@ErnstPylobar

Der Grundsatz cuicus regio eius religio wurde erst nach 1604 vom Greifswalder Juristen Joachim Stephani geprägt. Diese Formel kannte man um 1539 nicht, wohl aber konnten protestantische Reichsstände schon in diesem Sinn handeln.

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@arevo

Das ist so nicht richtig. Die beiden evangelischen Kirchenrechtslehrer Joachim und Matthias Stephani haben nicht den >Grundsatz ... geprägt<, sondern nur mit großem zeitlichen Abstand die lateinische Formel dafür geschaffen. Der Grundsatz selbst wurde schon 1555 im Augsburger Religionsfrieden geprägt, und die Stephanis haben ihn später griffig BESCHRIEBEN. Er ist eine der tragenden Säulen des Augsburger Religionsfriedens. Die Zusammengehörigkeit von religio im Sinne öffentlicher Religionspraxis und ius territoriale (also >regio<), somit der Landeshoheit, ist ja gerade Voraussetzung dafür, dass in § 24 des Augsburger Religionsfrieden das ius emigrandi (Recht auszuwandern) sozusagen als zeitlich erstes Grundrecht in Deutschland als subjektives Recht eingeführt wurde. Oder anders gesagt: Gerade WEIL die Regel cuius regio eius religio galt, wurde das ius emigrandi geschaffen.

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