Kategorischer Imperativ nicht = Goldene Regel?

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3 Antworten

Inhaltlich ist es schon ziemlich dasselbe.

Die Goldene Regel sagt: "Handle gegenüber anderen stets so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest."

Als deutsches Sprichwort, nur negativ formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu."

Kant entwickelt diese Goldene Regel insofern weiter, als dass er nicht nur das Verhältnis zwischen zwei Menschen regelt sondern den Maßstab eine Ebene höher stellt, indem er sagt: Handle stets so, wie du von allen anderen erwartest, dass sie handeln sollen. Die "Erwartung an alle anderen" formuliert Kant als "allgemeines Gesetz". 

In der Goldenen Regel, die in der Praxis deutlich einfacher anzuwenden ist als der KI, wäre es z.B. auch möglich zu sagen, dass ich gerne Prügel beziehe, also darf ich auch andere prügeln. Das ist beim KI nicht möglich, da vielleicht "wir zwei" uns gerne prügeln, aber nicht die große Allgemeinheit. Die würde eher fordern, dass jemand anderen zu prügeln per Gesetz verboten sein sollte. Das macht die Anwendung des KI deutlich schwieriger als die GR, da ich nicht mehr meine eigene Einstellung zum Maßstab machen kann sondern erstmal diskutieren muss, was wohl die Allgemeinheit so denkt.

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Kommentar von Suboptimierer
17.02.2016, 16:44

Ich habe noch nicht verstanden, wieso es beim Kategorischen Imperativ eine Rolle spielt, wie die Allgemeinheit denkt. 

KI (Wiki):

Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

Da steht: "...durch die du zugleich wollen kannst,..."

Jemand, der sich gerne prügelt, warum sollte der nicht wollen, dass sich die Allgemeinheit prügelt?

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Nach der Goldenen Regel sollte man anderen zum Beispiel Erdnüsse geben, wenn man selber auch gerne Erdnüsse bekommen möchte. Will man aber deswegen gleich, dass es zu einem allgemeinen Gesetz wird, dass jeder Mensch anderen Menschen Erdnüsse geben sollte?

Beispiel zwei: Du gründest eine Familie und findest, dass das ruhig zu einem allgemeinen Gesetz werden sollte. Wie lautet die Umsetzung dieser Handlung aus Sicht der Goldenen Regel?

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Der kategorische Imperativ entstammt der Philosophie Kants und bezeichnet dort ein ganz bestimmtes gedankliches Konstrukt. "Goldene Regel" kann Vieles sein. 

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