Kastrieren oder "Pille für den Hund"? Dauerlösung Suprelorin-Implantat?

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7 Antworten

Ich gehöre zu der Fraktion, die solche Entscheidungen vom Hund und auch von seinem Lebensumfeld abhängig machen. Wenn ein potenter Rüde erheblichen Streß hat in eine Umwelt voller Konkurrenzrüden und evtl. läufigen Hündinnen, würde ich immer zur Kastration raten, um für das Tier die Lebensqualität zu erhöhen.

Die Möglichkeit, die es erst seit einigen Jahren gibt, mit Implantaten die Testosteronproduktion des Rüden deutlich zu reduzieren, ist eine gute Möglichkeit, um zu überprüfen, ob es dem Hund damit besser geht und eine dauerhafte Lösung eine Option ist. Für mich ist es aber lediglich eine Entscheidungshilfe ob oder nicht kastriert werden sollte, nicht aber eine Dauerlösung.

Es ist dir klar, dass du mit dem Implantat dauerhaft den Hormonhaushalt mit Fremdhormonen veränderst. Welche Auswirkungen des letztlich auf den Organismus des Hundes hat, darüber gibt es m. W. noch keine Langzeitstudien. Ob man die Erfahrungen aus dem Humanbereich so übernehmen kann... ich bin da vorsichtig skeptisch. Ich könnte mir vorstellen, dass eine über Jahre erfolgende Gabe von diesen Hormonen die Produktion und die Qualität des Spermas verändert.

Ich frage mal anders: du schreibst nicht, ob du Rassehunde hast und diese dann - käme es infrage - auch Rassehunde schwängern sollen. Dann muß man davon ausgehen, dass du deine Tiere der Körungsprozdedur unterziehen mußt, die teilweise sehr heftig ist.

Was, ausser einem vielleicht mal. in weiter Ferne evtl. entstehender Wunsch nach einem Baby vom eigenen Rüden..., spricht gegen eine Kastration, wenn die Variante "potenter Rüde" nicht greift?

Die Variante "potente Rüden" greift solange, bis sie im Wechsel unser komplettes Haus im Innenraum "verschönern". Wenn wir in einer Hundehütte leben wollen würden, hätten wir ein Holzgartenhäuschen für unsere Familie vor der Haustür ;)

Körungsprozdedur... was auch immer das sein möge (werde ich bei Bedarf googlen)

Was in unseren beiden Hundis steckt, kann noch nicht mal der Tierarzt bestimmen. Vermutungen wurden geäußert, aber nur DNA-Tests könnten diese Mischungen verdeutlichen. Das gerade macht sie so einmalig :)

Hm, kastrieren ist doch aber auch eine Dauerlösung. Hat denn das noch niemand für seinen Hund bereut? Kann man das als Zweibeiner überhaupt beurteilen, was für ein Tier besser oder schlechter ist?

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@FLIPundPAUL

Ich finde das richtig toll, dass du dir solche Gedanken machst und wirklich für deine Hunde die richtige Entscheidung zu treffen suchst. Das Markieren ist eine Sache, die man mit Erziehung regeln kann und muß, das tun auch Hündinnen....

Einen Fall kann ich dir schildern: bei einem Ehepaar ohne Kinder leben zwei potente Rüden - Vater und Sohn. Beides sind tolle Hunde und verstehen sich nach wie vor gut.

Mit dem jungen Hund wollte der Mann dann Agility betreiben, was beide auch gut miteinander machten.... , solange das Training in einer Halle stattfand und alle Türen geschlossen waren.

Ansonsten war der Rüde oft überhaupt nicht ansprechbar, extrem außenorientiert, im totalen Streß, und es war für den HF schwer, zu ihm durchzudringen. Dass das der Beziehung nicht förderlich war, kann man sich denken.

Er hat sich informiert, mit Trainern und Tierärzten gesprochen und war dann zu dem Schluß gekommen, über eine Kastration nachzudenken. Interessanterweise war seine Frau strikt dagegen.

Dann schlug der Trainer den Versuch mit dem Implantat vor und der Hund war deutlich entspannter und ansprechbarer. Dass das Implantat nicht die Erziehung und die Arbeit ersetzt, die man leisten muß, war dem HF klar, aber nun hatten er und sein Hund die Chance dazu.

Nach dem 2, Chip war auch die Ehefrau überzeugt und ist heute glücklich über die Entscheidung zur Kastration, da auch sie jetzt alleine mit diesen beiden Riesenhunden (beide über 30 kg und mittlerweile beide kastriert) laufen kann.

Wenn man auf dem Land wohnt, in Alleinlage, ohne Siedlungsgetöse, würde ich meinen Rüden sicherlich nicht notwendigerweise kastrieren wollen.

Die Realität ist aber meistens, dass die Hunde in einer Siedlung leben, in der nicht nur viele Hündinnen leben sondern vermutlich auch viele Geschlechsgenossen. Alle gehen die gleichen "Hunderennstrecken", alle markieren an die bekannten Ecken.

Das bringt Hunde - speziell Rüden - in Streß. Da kloppen sich plötzlich die besten Buddys und keiner weiß warum. Evtl. weil das vor einigen Tagen eine läufige Hündin war und die Rüden natürlich jeder diese Hündin für sich beanspruchen.

Dann die ständige Verführung durch die Hündinnen und die Rüden dürfen nicht. Manche stellen das Fressen und Schlafen ein, manche johlen ohne Ende, undundund. Das ist Streß pur, vor allem für die Hunde.

Man muß das sicher im Einzelfall für sich und seine Lebensumstände beurteilen. Den Tieren nimmt man sicherlich viel Streß. Ich habe noch von keinem HF gehört, dass er den Schritt bereut hat.

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Nun habe ich gelesen, dass dein Problem wohl das Markieren der beiden Rüden im Haus darstellt.

Weder eine chirurgische Kastration noch eine chemische - durch Implantat ersetzen Erziehung!

Nachdem ich noch keinen kastrierten Rüden hatte, noch chemisch "ruhig gestellte" verstehe ich die Notwendigkeit nicht ganz - außer einem evtl. Wunsch nach "Pflegeleichtigkeit"

Das erreichst du aber nicht durch Hormongaben oder Kastration.

Ich würde den Hund entweder lassen, wie er ist (nicht jeder unkastrierte Rüde ist ja unbedingt ein Rüpel) oder ihn kastrieren lassen. Auf Dauer künstliche Hormone zuzuführen ist nicht gerade ohne, da ist ein Eingriff das kleinere Übel!

Hätten wir vielleicht doch gern einen Abkömmling unseres Haustieres?

Die Idee vergesst lieber ganz schnell, die Tierheime sind überfüllt mit Hunden, weil so viele Leute mal eben Welpen haben wollen...

Das stimmt definitiv und deshalb haben wir erst einen Hund mit 9 Monaten "gerettet" und dann den zweiten mit 1,5 Jahren. Wir würden kein Tier in ein Tierheim abschieben, gehen sehr verantwortungsbewusst mit unseren Entscheidungen um. Und lassen uns auch gern eines Besseren belehren, wenn denn zum Nachdenken anregende Argumente kommen und nicht nur ermahnende Kommentare.

"Mal eben" hab ich auch keine Kinder in die Welt gesetzt...

Hast Du Erfahrungen mit dem Implantat bei Deinem Hund gemacht?

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Was stört dich daran, das Rüden so sind, wie sie sind?

Mein aktueller Rüde, ist ein absoluter Alpha und sehr triebstark, so wie ich es seit über 60 Jahren noch bei keinem Rüden erlebt habe. Mit ihm wird gezüchtet und er ist jetzt gerade Vater geworden.

Ich käme niemals auf die Idee, da mechanisch oder chemisch einzugreifen, nur weil mir sein natürlicher Trieb nicht gefällt. Auch, wenn das jetzt übertrieben klingen mag, ich hätte ein schlechtes Gefühl dabei, wenn ich da eingreifen würde.

Wenn er zuviel Theater macht, verbiete ich ihm das als "Leitwolf", so wie es in der Natur auch gemacht wird und es wirkt. Natürlich muss ich noch aufpassen, dass er nicht ausbüxt, aber ansonsten habe ich es im Griff.

Das haben wir genauso gesehen, wie Du. Als unser "Kleiner" ins Haus kam, haben Beide angefangen, wie wild alles zu markieren, was so da stand und lag. Und seit nun der Größere das Implantat hat, ist es viel besser geworden und wir haben die Hoffnung, dass sie sich daran gewöhnen, nicht mehr in unsere Räumlichkeiten zu ... Dann könnte man versuchen, die chemische Keule eines Tages weg zu lassen und so sind wir wieder da angekommen, was wir für unsere Tiere wünschen - Bommeln dran und keine Chemie mehr :)

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Dass sie beide bei dir im Hause markieren, ist natürlich unangenehm und du solltest es strikt verbieten und wenn es noch einmal vorkommt, würde ich zum härtesten Strafmittel greifen, was ich anwende, dem Rudelausschluß, für kurze Zeit.

Meiner hat es einmal gemacht, als wir zu Gast bei einer Hündin waren. Da hat er sich ausgerechnet eine Steckdose ausgesucht und bekam einen gefunkt und ich habe in der Licht-aus-Phase schnell mit dem Taschentuch, alles weg gemacht, die Freunde haben nichts davon bemerkt.

Mein jetziger Hund, ist überbrings der Einzige, der von all unseren Hunden In meiner Kindheit oder auch später als Einzelne, (auch alles Alpha´s), der es gewagt hätte, im Hause zu markieren, obschon wir oft 3-4 Hunde gleichzeitig hatten. Darum konnte ich es kaum glauben, als er es mit 7 Monaten machte.

Du solltest dann sofort reagieren, wenn Einer sich anschickt und den stark ausschimpfen, sichtbar für den Anderen und nur den Übeltäter rausschmeißen, das wirkt nachhaltig.

Auch sonst würde ich dir vorschlagen deine Leitwolfrolle konsequent weiter auszubauen. Wie das ganz einfach geht, habe ich hier schon oft beschrieben.

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@Portbatus

Wenn man aber nicht weiß, welcher es war?

Beide sind gequält worden und haben große seelische Schäden und Macken, die wir mit viel Liebe und Erziehung so nach und nach in den Griff bekommen. Wir arbeiten zusammen mit der Tierärztin, sind in Kontakt mit Psychologen, waren beim Hundetrainer, sie bekommen Bachblüten - wir lassen nichts unversucht. Es sind Traumtiere und wir wollen nur das Beste für sie.

Konsequenter, als wir, sind wenige - behaupten wir mal, nachdem wir viele Hundebesitzer und ihre Lieblinge kennen gelernt haben.

Unsere Zwei sind einfach raffiniert, als ob sie sich absprechen und der Eine beschützt den Anderen. Noch veräppeln sie uns ab und zu richtig gut :P Aber wir sind lernfähig und dann wird auch mal nicht nur Einer "bestraft" (sie müssen dann z. Bsp. zusammen in die Hundebox oder dürfen nur ins Treppenhaus oder nur an der kurzen Leine Gassi oder...)

Das mit der Steckdose find ich lustig - aber mich betriffts in dem Fall ja mal nicht ;) Gut reagiert!

Wir kommen total vom Thema ab. Oder doch nicht?

Flip, der die Hormone schon hat, markiert auf jeden Fall viel weniger, schleckt kaum noch krank- und zwanghaft alle Strassenbeläge, Grashalme, Autoreifen, Möbel und Teppiche ab, geht nicht mehr auf alle Radfahrer, Jogger, Hunde, Rollstuhlfahrer und sogar Flugzeuge (am Himmel) los. Er knurrt und bellt weniger, was uns schon ab und zu des nachts einem Herzinfarkt näher brachte.

Alles Einbildung? Zu Unrecht dem Implantat zugute gerechnet?

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@FLIPundPAUL

Ich sage mal so, einfach aus dem Bauch heraus, wenn sich die Beiden gegenseitig decken und du bemerkst es nicht auf frischer Tat, dann zeige darauf und schmeiße sie Beide raus. Glaube mir, die wissen warum.

Obschon man ja allgemein sagt, nur auf frischer Tat ertappte, kann man sinnvoll "strafen". In dem Falle heißt es bei mir, probieren geht über studieren.

OK, so eine Kumpanei habe ich noch nicht erlebt, kann da also nicht aus Erfahrung sprechen. Aber die Burschen sollen wissen, dass du so etwas nicht duldest.

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Ich habe jetzt den 5ten Rüden,damit hatte ich nie Probleme.Ich würde weder das eine,noch das Andere machen lassen.Ein Hund hatte mal Die Blase und Harnröhre voller Steine,Da musste Er Kastriert werden um an das Operationsfeld zu kommen.das war es schon.

Das haben wir genauso gesehen, wie Du. Als unser "Kleiner" ins Haus kam, haben Beide angefangen, wie wild alles zu markieren, was so da stand und lag. Und seit nun der Größere das Implantat hat, ist es viel besser geworden. Wir haben die Hoffnung, dass sie sich daran gewöhnen und das Leben mit Implantat so verinnerlichen, dass es ohne "Pille" genauso bleibt ... Dann könnte man versuchen, die chemische Keule weg zu lassen und so sind wir wieder da angekommen, was wir uns für unsere Tiere wünschen - Bommeln dran und keine Chemie mehr :)

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@FLIPundPAUL

Ich hatte auch 12 Jahre zwei Rüden.Aber das Problem hatte ich mit beiden Nicht.Der erste war dauernd krank, darum holte ich mir Einen zweiten.Dackel.Da hat der Kleine siehe Oben den Weg über die Diele genommen,mich Angesehen und gegen Den Schrank gepinkelt,da Flog er raus,und ich machte Sauber,Der Neue klaute Dem Kleinen Das Körbchen,der Kleine holte sich seine Decke aus dem Körbchen wieder ,und alles war in Ordnung.Der kleine Wurde 14 ,und der Neue 15 Jahte alt.Der Neue hat den Kleinen immer beschützt.

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@Dackelmann888

Nette Geschichte :)

Bei uns isses der Kleine, der den Großen als Beschützer sieht. Flip war zuerst da und Paul kam ein halbes Jahr später dazu.

Wir wünschen uns, dass sie auch so alt werden und gesund bleiben. Ob mit oder ohne Hormone - das werden wir noch entscheiden. Die Testphase hat ja eben erst begonnen und dagegen kann noch niemand was Schlechtes sagen.

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wg. der hormonellen belastung....

im übrigen wird die pille für die frau auch "verteufelt", weil sie nicht unbedenklich ist...

Es gibt bei Allem PRO und CONTRA. Auf die Argumente kommt es an und wie es vom Einzelnen vertragen wird. Wie verhütest Du? Sterilisiert?

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@FLIPundPAUL

wie ich verhüte?? was geht dich das an? das war ja wohl auch nicht die frage. du wolltest eine antwort und die hast du bekommen.

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@Ratgeberkoenig

Warum reagierst Du so aggressiv? Es geht um hormonelle Belastung und Du sagst, für den Menschen sei es nicht unbedenklich. Deshalb meine Antwort darauf, dass Du bei dem gegebenen Kommentar eigentlich entweder garnicht verhütest oder die Variante "Sterilisation" für Dich gewählt haben müsstest...

Entschuldige bitte. War in keinster Weise meine Absicht, Dich irgendwie zu treffen oder Dir zu nahe zu treten.

War unüberlegt und macht mir wieder deutlich, dass ich nicht so schreiben sollte, wie ich mit jemandem bei mir am Tisch reden würde.

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Verstehe nicht, was das Schlimme an Kastration ist. Nicht jedes Tier muß sich unbedingt vermehren.

Es geht nicht ums Vermehren! Ein "vielleicht mal" ist nicht beschlossene Sache.

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