Kastensystem Indien - Elite?

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6 Antworten

Du hast ja schon einige korrekte Antworten erhalten. Vielleicht kann ich dir aber noch etwas helfen und in einfachen klaren Worten antworten. Danach kannst du dann dich präziser im Internet und in Büchern informieren.

Im indischen Kastensystem bilden zwei Kasten die Elite: die Brahmanen (Priesterklasse) und die Kschatriyas (Kriegeradel).

Die anderen Kasten sind die Vaischya (Kaufleute etc) und die Schudra (Handwerker, Arbeiter)

Ferner gibt es jene die kastenlos sind und damit noch unterhalb der Shudra stehen.

Weil die Brahmanen auch die Schriftgelehrten waren, hat man sich selber an die Spitze des Systems gestellt. Dies wurde/wird aber vom Kriegeradel bestritten.

Beide Eliten hatten und haben großen Einfluss auf die Gesellschaft:

Die Brahmanen bilden auch heute noch einen Großteil der Eliten in Bildung/Wissenschaft/Staatsapparat, weil Bildung in diesen Familien höchste Priorität einnimmt.

Das Kastensystem in Indien ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Die Kernbegriffe die du nachlesen musst sind: Varna , Jati und Gotra.

Ich kann dir schon mal sagen, dass die Einteilung in Brahmanen etc, also in berufliche Gruppen, zum Varna System gehört und eher allgemein gilt. Viel wichtiger sind in Indien die Begriffe Jati und Gotra, das Wort Kaste gehört eher in diese Systeme.

Bitte lese nun im Internet weiter. Zum Einfluss der Kasten im heutigen Indien hier: http://econ.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/EXTDEC/EXTRESEARCH/0,,contentMDK:20535501~pagePK:64165401~piPK:64165026~theSitePK:469382,00.html

Lass den Text im Net übersetzen.

Im offiziell zwar abgeschafften, aber real im Leben bes. auf dem Land immer noch existenten indischen Kastensystem bildeten bzw. bilden immer noch die Brahmanen die obersten Kaste (Varna).

Im Hinduismus sind sie die die Gelehrten und die Lehrer der rel. Schriften, des Veda , und bis heute stellen hauptsächlich sie die Priester. Daher war „Brahmane“ auch ein religiöser Titel.

Im modernen Indien üben sie jetzt aber jeden Beruf aus und als Priester und Gelehrte ist nur noch eine Minderheit tätig. Das Einkommen eines durchschnittlichen Priesters ist eher dürftig, wenn er nicht gerade einen Platz an einem wichtigen Pilgerort mit vielen zahlenden „Kunden“ hat. Doch Priester und Brahmane sind wirklich keine indischen Synonyme mehr, denn seit einiger Zeit übernehmen mmer mehr Angehörige der anderen Kasten die Priester-Aufgaben..

Zwar bilden die Brahmanen nur einen kleinen Teil der indischen Bevölkerung, doch sind sie überproportional in der intellektuellen Elite vertreten. Auch im Geschäftsleben haben sie Fuß gefasst., und grundsätzlich arbeiten sie in allen Berufen, man findet man sie allerdings eher in „white-collar“-Berufen, also in Berufen, wo man nicht manuell tätig ist.

Brahmanen sind aber auch als Arbeiter in der Industrie tätig, was nicht gerade den allgemeinen Vorstellungen von der höchsten Kaste entspricht. Da sie sich größtenteils immer noch ihrer Klastenzugehörigkeit bewusst sind, haben sie eine Abneigung gegen Tätigkeiten mit niedrigem Status, aber sie sind nicht grundsätzlich gegen jede Art körperlicher Arbeit eingestellt.

Da keineswegs alle Brahmanen zu den Wohlhabenden gehören, müssen sie oft jede Arbeit akzeptieren, die angeboten wird. Interessant dabei ist, dass Brahmanen besonders häufig als Köche arbeiten. Die Gründe dafür sind, dass sie erstens nicht nur rituelle Reinheit von ihrer Tradition her beachten müssen, und zweitens, dass die Hygiene in der Brahmanenkaste immer schon einen hohen Stellenwert hatte. Schon in der alten religiösen Literatur, hatten die Brahmanen als die höchste Kaste nämlich die Aufgabe bzw. das Recht, für alle anderen Kasten Essen und Getränke zuzubereiten und es ihnen zu reichen, wenn es dann auch nicht gemeinsam mit niederen Kastenangehörigen gegessen wurde. Heute allerdings akzeptieren viele Hindus Essen von jedem - sogar Brahmanen selber, wenn auch

Schon in der frühen Geschichte waren Brahmanen nicht selten Minister und Ratgeber der Maharadschas, und auch jetzt sind Brahmanen in den höheren Ämtern überproportional vertreten. Es ist daher auch kein Zufall, dass die meisten indischen Premierminister Brahmanen waren.

Über das Kastenwesen Allgemeines lies nach auf http://tinyurl.com/3pdg989

Ich kenne einen Inder, hochintelligent - sprachlich ein Könner - selbstbewusst, der diese Kasten kennt, benennt, gewichtet und relativiert. Eine Unterhaltung mit ihm ist ein Zugewinn und eine Bereicherung. Er erklärt überzeugend, dass diese "sozialpolitische, religiöse, historische Infrastruktur Indiens" in einem schnelllebigen Tempo zuende geht. Die neue Identität sei vital, robust und voller Affinität. Perspektiven zählen. Die große Klammer - aber auch der Motor - seien Neugierde, Offenheit, Intelligenz, neue Informationstechnik, Bildungs"wut" auch auf dem Lande. "Wir schaffen die Balance!", sei das Credo. Es gehe dem Inder nicht um Reichtum, eher um Wohlergehen, um Gerechtigkeit, um ein Ebenmaß (personal-emotional-lokal -global).Philosophie und auch die Religionen werden "befragt" nach ihrem Leistungsprofil auf diesem Weg. Sie sind dienend, nicht mehr (so sehr) herrschend. Wie eingangs erwähnt = e i n e Stimme.

und nicht die einzige. Was für eine wunderbar sachliche und prositive Einstellung. Die ich absolut teile, aus guter Erfahrung.

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Die Frage nach der "Kaste" wurde hier m.E. wunderbar beantwortet.Elite gleich Brahmanen! Allerdings scheint es zumindest in den 60er Jahren einen sichtbaren Wandel gegeben zu haben. Wenn ein Brahmane (also Angehöriger der ehemals höchsten Kaste) kein Grundeigentümer war, sondern ausschließlich aus einer Priesterfamilie, war es schwierig für ihn, in einem anderen Beruf zu arbeiten. Da man aus dem Namen zumeist die Zugehörigkeit zu der jeweiligen Kaste ablesen konnte, hat z.B. der Vater eines Freundes seinen Namen geändert. In der Form, daß es nur bedingt klar war, ob er Priester - also Brahmane war - oder nicht. Nur so konnte er erfolgreich in einem anderen Beruf arbeiten. Und das war für intelligente Inder, die nicht wohlhabend waren, absolut erforderlich. Das ist nur einer von sehr vielen Aspekten, wir neigen dazu, unsere Aufteilung auf Indien anzuwenden. Und das ist nur teilweise richtig. Ob Deine Lehrer da wirklich so gut informiert sind, wage ich daher ein bißchen zu bezweifeln. Wir geben etwas weiter, was nur Inder verstehen. Und das wohl auch wiederum unterschiedlich interpretieren, je nachdem, aus welcher der ehemaligen Kasten sie stammen.

Moin

die Kaste, die meist als elitär bezeichnet wird ist die der Brahmanen. Sie sind traditionell Schriftgelehrte, die oftmals Sanskrit beherrschen und damit beispielsweise in der Lage sind, die Veden (heilige Schriften der Hindus) zu verstehen und zu interpretieren. Sie gelten als die höchste und reinste Kaste und werden als spirituell fortgeschritten betrachtet. Ihr Einfluss auf Gesellschaft kann als sehr groß eingestuft werden, da die Brahmanen auch den Teil der Bevölkerung stellen, der die höchste Bildung genossen hat.

Obgleich die Kasten in den Jahren nach Indiens Unabhängigkeit an Bedeutung verloren haben, sind sie noch immer ein wichtiges gesellschaftliches Phänomen, das für viele Inder eine hohe Bedeutung hat. Der soziale Status (z. B. kann die Berufswahl von der Kaste beeinflusst werden) hängt von der Kaste ab, unter den Kasten ist jedoch keinerlei Mobilität möglich.

Ich hoffe, ein wenig geholfen zu haben. Alles weitere solltest du selbst herausfinden ;)

LG link

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