Kassenpatient und Privatpatient

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Support

Liebe/r frankfurt001,

da CosmosDirekt nicht in der Sparte der Krankenversicherung tätig ist, kann Dir unser Experte Deine Frage vermutlich leider nicht ausführlich beantworten. Wir bitten diesbezüglich um Dein Verständnis und drücken Dir natürlich die Daumen, dass Dir die Community mit gutem Rat weiterhelfen kann!

Herzliche Grüsse

Emma vom gutefrage.net-Support

6 Antworten

Hallo,

  1. es gibt Ärzte, die Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten machen: besserer Service im Wartezimmer für Privatpatienten (weichere Stühle, Kaffee ...), kürzere Wartezeiten. Es gibt auch Ärzte, die keine Unterschiede machen. Fast alle Ärzte haben hauptsächlich Kassenpatienten. Wenn Kassenpatienten Ärzte, die große Unterschiede machen, meiden, spüren die Ärzte diese Folgen auch finanziell.

  2. In einer Privatpraxis kann sich jeder behandeln lassen, der die Rechnung selber bezahlt. Die Krankenkasse wird später keine Kosten erstatten (nur in sehr seltenen gesetzlich erlaubten Ausnahmefällen).

  3. Hierzu braucht man nähere Angaben: Student? Arbeitnehmer? Selbständiger? Alter? Familie (vorhanden, geplant, möglich)?

Gruß

RHW

Ergänzung zu 3) Selbstverständlich kann sich auch jeder in einer Privatpraxis behandeln lassen. Dies geht aber nur wenn man Privatpatient ist, also PKV-Versicherter, oder aber als GKV-Mitglied ohe Möglichkeit dies über die GKV (Krankenschein) abrechnen zu lassen. Zumeist rechnen diese Praxen aben nur auf Rechnung ab, die aber, wie RHW bereits ausgeführt hat, nicht von der GKV übernommen oder bezuschusst werden, wobei es wenige Ausnahmefälle aber gibt.

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Die Behandlung eines gesetzlich Versicherten wird durch das Sozialgesetzbuch 5 (SGB V) geregelt. Die Leistungen an gesetzlich Versicherten müssen wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig sein. Auf deutsch: das billigste und einfachste ist gerade gut genug, und der Arzt hat in seiner Behandlung nur einen engen Ermessensspielraum. Hier gilt das Sachleistungsprinzip, d.h. die anfallenden Honorare und Kosten werden gemäß des EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab) meist pauschal über die Kassenärztliche Vereinigung mit den Kassen abgerechnet. Der Patient muss nur einmal pro Quartal die Praxisgebühr bezahlen, die vom Arzt für die Kassen eingezogen wird.

Bei der Behandlung eines Privatpatienten hat der Arzt die alleinige Entscheidung über die Therapie, die Einschränkungen des SGB V gelten nicht. Im Gegensatz zu den Pauschalhonoraren wird hier jede Konsultation und jede Maßnahme einzeln abgerechnet. Rechnungsgrundlage ist die GOÄ (Gebührenordnung der Ärzte) Vertragspartner, Rechnungsempfänger und somit auch Zahlungspflichtiger ist der Patient selbst, der die Rechnung anschließend zur Erstattung bei seiner Versicherung einrecht (Kostenerstattungsprinzip).

Welche Option für denjenigen, der frei wählen kann nun günstiger ist, kann man nicht pauschal beantworten. Wer als Familienvater seine ganze Familie kostenlos gesetzlich mitversichern kann, fährt in der GKV natürlich günstiger. Er fährt dann aber auch nur einen "VW Polo". Der Alleinstehende, gut verdienende spart in der Privaten üblicherweise einiges gegenüber der GKV - und fährt Benz.

Natürlich kann man sich als GKV-Versicherter auch in einer Privatpraxis behandeln lassen, ist dort aber Privatpatient und bekommt eine Rechnung gemäß der GOÄ. In einem solchen Fall besteht so gut wie keine Aussicht, dass die Kosten von der GKV übernommen werden.

Hallo frankfurt001,

leider bin ich kein Experte in Sachen Krankenversicherung. Dennoch hoffe ich, Ihnen mit einigen Hinweisen weiterhelfen zu können.

Ob man sich besser privat oder gesetzlich krankenversichert muss differenziert betrachtet werden und hängt immer von den individuellen Lebensumständen ab.

Generell bieten die verschiedenen gesetzlichen sowie die privaten Krankenversicherungen unterschiedliche Tarife und Leistungen an. Auch die Kosten sind unterschiedlich – die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung sind dabei an das Einkommen gekoppelt während die private Krankenkasse die Beiträge unabhängig vom Gehalt festlegt. Man sollte grundsätzlich immer die Leistungen und Prämien betrachten um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Bitte klären Sie die Möglichkeiten einer Kostenübernahme bei Behandlung in einer Privatpraxis mit Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung.

Viele Grüße,

Frank Torbing, CosmosDirekt

  1. Dürfte mittlerweile bekannt sein. Ist so wie der Unterschied zwischen Business-Class und Economy-Class im Flieger. Man bekommt als Privater oft mehr und schnellere Leistungen, allerdings wird einem auch viel Unnötiges aufgedrängt. Zudem zahlt man als Privater erst selber, und holt sich dann das Geld von der Versicherung wieder.

  2. Private Versicherungen sind für Normalverdiener in der Regel teurer, weil sie sich nicht am Einkommen orientieren. Wenn man plötzlich Gehaltseinbußen hinnehmen muss, steht man auf dem Schlauch. Dann zurück in die gesetzliche Kasse zu kommen (bei der man einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens zahlen muss) ist sehr schwierig.

  3. Wenn du auf eigene Rechnung hingehst, wirst du auch behandelt. Die Kasse übernimmt verständlicherweise nichts davon.

Der Kassenpatient muss seine Arztrechnung nicht selber zahlen, ist dadurch aber auch eingeschränkter, der Kassenpatient kann seine Familie mitversichern, der Privatpatient nicht.

Die günstigere Option kommt auf die Lebensumstände an.

Man kann auch als Selbstzahler in einer Privatpraxis behandelt werden, die Kostenübernahme ist aber nur in Sonderfällen möglich.

  1. Kassenpatienten warten, Privatpatienten kommen sofort dran. Da schaut auch der Chefarzt schon mal persönlich vorbei.

  2. In der Regel Kasse. Bei Vielverdienern kann auch Privat mal günstiger sein.

  3. Kommt drauf an, ob der Arzt eine Kassenzulassung hat. Sonst wird er auch nicht über die Kasse abrechnen wollen. Dann heißt es selbst in Vorkasse treten und vielleicht kriegt man von der Kasse etwas - auf keinen Fall alles - wieder zurück.

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