Kaspersky Rescue Disk hängt sich auf. Warum?

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1 Antwort

Also zunächst mal hat die Kaspersky Rescue Disk nichts mit Deinen Abstürzen zu tun. Das ist ein Anti-Virus-Notfall-Tool, um Viren zu entfernen, die sich so tief ins System eingegraben haben, dass das System selbst quasi zur Virenbrutstätte wird, sobald es startet.

Aber offensichtlich hast Du ein Festspeicher-Problem und das hat gar nichts mit Viren zu tun.

Da lässt sich eine erforderliche Partition nicht einhängen, und deshalb hängt das System, denn ohne geht es nicht.

Besorg Dir irgendwie einen funktionstüchtigen USB-Stick und packe darauf ein Live-Ubuntu. Andere Distros gehen auch, aber Ubuntu ist am leichtesten für Windowsianer. Aber bitte 14 LTS oder 16 LTS und nicht 18 LTS oder eine Nicht-LTS-Version. Damit kannst Du erst mal die Hardware auf Fehler testen, denn da gibt es Test-Programme bereits mit an Board.

Eine Prüfung der S.M.A.R.T.-Werte ist hier auf jeden Fall die wichtigste Prüfung. Wenn das Error-Log bereits voll ist, dann wird es kritisch.

Für NTFS-Partitionen kannst Du auch die Prüfung von GParted nutzen, aber dafür solltest Du besser die Reparatur-Console von Windows nutzen und mit "CHKDSK /v/x/r" einen gründlichen Oberflächentest durchlaufen lassen.

Ich vermute hier auch den Fehler. HDD's sind extrem Hitze-empfindlich und gerade bei Gamern werden die Systeme hier zu stark überhitzt, dass die HDD's vorzeitig kaputt gehen. Ebenso SSD's verlieren ihre Funktionstüchigkeit, wenn sie das Limit ihrer stark begrenzten Schreibzyklen erreicht haben.

In beiden Fällen lassen sich einige die Datenbereiche nicht mehr einlesen und das System kommt an dieser Stelle nicht mehr weiter, da es ohne diese Daten nicht weiter geht.

Bevor Du hier aber bei einer erhöhten Fehlerrate der S.M.A.R.T.-Werte zu CHKDSK übergehst, solltest Du ganz dringend alle wichtigen Dateien extern sichern. Das machst Du mit dem Live-Ubuntu. Auf jeden Fall musst Du irgend welche unnötigen Aktivitäten vermeiden, die den Festspeicher endgültig killen!!!

Da musst Du dann alles verschieben, was zu verschieben ist. Die Festplatte ist hier dann hinüber und jetzt geht es nur noch darum, DEINE Dateien zu retten!

Ist etwas nicht zu verschieben, ist das der Beleg dafür, dass der Speicher hinüber ist. Aber es besteht noch die Möglichkeit, diese Dateien mit einem Spezial-Programm zu retten: Roadkil's Unstoppable Copier. Was hiermit nicht mehr zu retten ist, ist verloren.

Deshalb ist das Verschieben notwendig, damit Du nicht versehentlich irgend was doppelt kopierst und hierdurch die letzten Zugriffs-Gelegenheiten verballerst.

Wenn aber das Verschieben problemlos von Statten geht, dann kannst Du die Partitionen mit CHKDSK prüfen.

Das Problem mit CHKDSK ist nämlich, dass es fragmentierte Dateien nur in ihren Fragmenten wiederherstellen kann und damit bleibt nur Daten-Müll übrig. Dieser Vorgang ist dann auch nicht mehr zu stoppen und zusätzliche Schreibvorgänge hierdurch zerstören eine stark beschädigte Disk nur noch mehr.

Also eigentlich darfst Du in diesem Fall auch das System gar nicht mehr starten, denn jede weitere Aktion reduziert die Lebensdauer zusätzlich und man schickt keinen sterbenden Schwan mehr auf die Bühne.

Das mit den defekten Festplatten ist sehr kompliziert und es passiert irgendwann einfach und fortschreitend, wenn man sich nicht im Vorfeld um die Daten-Träger-Gesundheit kümmert. Wenn nämlich solche Fehler auftauchen, ist es fast schon zu spät, um hier noch irgendwas zu retten! Und ein Daten-Rettungs-Service kostet je nach Schwere des Schadens ab ca. 600 € aufwärts (für deutlich unter 1TB) mit geringer Wahrscheinlichkeit auf umfassende Datenrettung.

Danach brauchst Du eine neue Festplatte, denn zu reparieren/flicken ist hier nichts mehr.

Aber alles vorausgesetzt, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Speicherschaden handelt.

Viel Erfolg bei der Fehlersuche. Ist das zu kompliziert für Dich, dann such Dir lieber Hilfe von jemandem der Ahnung hat – wirklich Ahnung!

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