Karriere & IQ?

8 Antworten

In der Intelligenzforschung sagt man das ein IQ-Wert von 115-120 stark mit positiven Erfolg korreliert.

Kann ein Mensch mit beispielsweise einem IQ von 90 genauso sein Abi machen, studieren usw. oder ist das einfach glückabhängig?

Ein Abitur braucht Disziplin, das wäre dann alles. Es würde auf das Studium ankommen, weil jemand mit IQ-Wert 90 länger hätte.

Also kann der liebe Gott einfach sagen: Du bekommst jetzt einen IQ von 130 und kannst dein Abitur ohne Probleme machen und du bekommst einen IQ von 90 und bist damit nur in der Lage, deine Werkrealschule (Hauptschule) zu machen?

Mit einem IQ-Wert von 130 könntest du theoretisch zwei Studienfächer zugleich studieren, weil man schneller versteht. Erfolg hängt jedoch von anderen Faktoren ab (wie Motivation, Fleiss, Disziplin).

Ich weiß bereits, dass der IQ wenig bis nichts über die Schulbildung aussagt, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Mensch mit einem IQ von 90 sein Abi mit 1.0 machen kann und später Medizin oder Jura studieren kann.

Das wäre tatsächlich ein Einzelfall. Es spielt jedoch eine Rolle, wie die Intelligenzstruktur zusammenhängt (die verschiedenen Untertests miteinander). Wenn zwischen den Untertests und dem gesamt IQ mehr als 23 Punkte Unterschiede herrscht wird der IQ-Wert unterschätzt. Dann sieht man sich nochmal den Zusammenhang in den verschiedenen Bereichen an.

Ein Intelligenztest prüft folgende Bereiche:

  • Sprachverständnis
  • wahrnehmungsgebundenes-logisches Denken
  • Arbeitsgedächtnis
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit

Wenn zwischen den verschiedenen Bereichen mind. 23 IQ-Pkt. Unterschied herrscht hat es keine Korrelation mit dem IQ-Wert.

Ein hoher IQ sagt nichts, aber auch gar nichts über die spätere Karriere aus. Einer meiner wenigen guten Freunde ist der intelligenteste Mensch den ich je traf. Er ist Chemiker, hatte dann "keinen Bock mehr", erlernte autodidaktisch das programmieren, ist heute Programmierer, entwickelt komplexe Software welche u.A. von der Bundeswehr benutzt wird - und ist im Alltag völlig lebensuntauglich.

Er kann im Kopf die absurdesten Berechnungen anstellen - rechne sie am Smartphone nach, er irrt sich auf die 7 Stelle hinterm Komma nicht - weiß aber nicht was ein Brot kostet oder wie man einen Mietvertrag aushandelt.

Zudem ist er ein elender Masochist und dient seiner Herrin, welche zwar dumm ist aber sein Geld besser verwaltet als er es könnte und die dafür sorgt das er duscht und die Kleider wechselt. Was nützt Intelligenz wenn man nicht im Alltag allein überleben kann ?

Sehr schöne predigt, dankesehr ^^

0

Ein IQ-Test ist, zumindest meiner Meinung nach nichtsaussagend.

Ein Mensch ist vielleicht extrem schlecht in Mathe, dafür herausragend in allen anderen Punkten. Ist er nun deshalb dumm?
Oder andersrum, jemand hat eine Rechtschreibschwäche, ist aber herausragend in Wissenschaftlichen Fächern und kann extrem gut logisch und räumlich denken.

So jemand würde direkt als dumm abgestempelt werden, weil er der Rechtschreibung nicht mächtig ist, dabei ist er anderen in vielen Punkten vielleicht bei weitem überlegen.

Jeder ist in der Lage das Abitur "irgendwie" zu schaffen, dafür braucht es nur fleiß, keine Intelligenz.

Aber das sieht wahrscheinlich jeder Mensch anders.

Ich glaube auch eher, dass es in der Willenskraft eines Menschen liegt. Wenn du dazu bereit bist, es auf dich zu nehmen und deine Zukunft schon vor dir siehst und deine Ziele vor Augen hast, erreichst du diese.

1
@Merenwel

Willenskraft ist schon immer eine wichtige Sache, doch nicht jeder kann alles werden, was er will.

Jemand mit einem IQ von 90 wird es schwer haben, das Bruchrechnen zu verstehen, er kann es aber schaffen. Später auf dem Weg zum Abitur wird er es ständig brauchen, auch in Physik und Chemie. Dann hat er es aber längst vergessen, war viel zu kompliziert.

Die Zeit muss immer berücksichtigt werden. Sicher kann man jedem alles beibringen, nur was ist, wenn man 5000 Jahre dafür brauchen würde? Der genannte Beispielschüler müsste das Bruchrechnen nun wiederholen. Ist er damit fertig, muss er Physik und Chemie wiederholen, da er da ja nicht mehr mitgekommen war. Hat er das geschafft, gibt es ein Problem: Wie war das nochmal mit dem Kürzen?

0
@FelixLingelbach

Bin ich nicht ganz bei dir. Mit fleiß alleine kannst du, ohne Übertreibung, locker das Abi bestehen.
Ich will nicht lügen, ich bin ein Sackfauler Mensch, deshalb hab ich kein Abi. Ich hatte einfach keine Lust auf die ständige Auswendiglernerei.

Andere aus meiner Klasse waren zwar in vielen Punkten schlechter als ich, dafür haben die aber gas gegeben und gelernt. Die haben ihr abi jetzt in der Tasche und ich nicht.

Input = Output

0
@Mthrlovermerg

Die Auswahl hat doch schon viel früher stattgefunden. Ihr alle hattet es eben in eine Oberstufenklasse geschafft.

0

Nur belegen leider Statistiken, dass zwischen den verschiedenen Bereichen wie mathematischem, visuellem und sprachlichem Verständnis eine gute Korrelation vorliegt.

2
@mrmeeseeks8

Ja. Irgendwie unterschiedliche Denk- und Lerntypen gibt es aber anscheinend. Es ist allerdings nicht klar, in wieweit diese Unterschiede nicht schon mit einem unterschiedlichen Charakter zu tun haben.

0
@mrmeeseeks8

Welche Statistik soll das denn sein?
Ich habe ein Beispiel auf das ich zeigen kann, mein Bruder.
Rechtschreibung - sehr schlecht. Man muss sich echt konzentrieren um es zu verstehen.

Räumliches denken? Da ist er mir meilenweit überlegen. Bzw. allgemein in Mathe, Physik und und und.

Oder schau dir verschiedene Menschen mit Autismus an. Die meisten Autisten sind in einer Sache besonders stark und in allen anderen Dingen durchschnitt oder schlecht. Davon gibt es auch zwei Leute in meiner Verwandschaft.

Die menschliche Intelligenz ist zu kompliziert um das in einer Zahl oder einer Statistik akkurat beschreiben zu können.

0
@Mthrlovermerg

Nun, ich bin gerade dabei meinen Realschulabschluss zu machen. Ich könnte mit Sicherheit viel bessere Noten schreiben und mein Abi dranhängen, dieses mit 1.7 abschließen, jedoch geht es mir wie dir, einfach keine Motivation. Autisten sind im übrigen bekanntlich oft sehr intelligent, dieses "sind in einer Sache besonders stark" wird soweit ich weiß "Inselbegabung" genannt.

1
@Mthrlovermerg

Mit Einzelfällen widerlegt man keine Statistiken oder Korrelationen. Im g-factor Modell der Intelligenztheorie geht man von einem generellen Faktor der Intelligenz (dem g-factor) aus, der sich auf alle Bereich auswirkt und nur noch leicht durch einen zweiten Faktor modifiziert wird.

Früher hatte man eine starke Teilung der Intelligenz. Man führt sprachliche, visuelle und auch mathematische Testungen durch. Irgendwann fiel aber auf, dass die Menschen, welche in einem Bereich gut waren, auch in den anderen gut waren (gute Korrelation der Ergebnisse). Also konnten diese Bereiche nicht unabhängig sein. Deswegen kam man darauf, dass es einen grundlegenden Faktor geben muss, den g-factor.

1
@Merenwel

Mjoaa. Möglich. Ich habe zwei Cousins, da ist es unterschiedlich. Der eine ist beispielsweise Analphabet, ist dafür komischerweise extrem gut in Fremdsprachen und im Prinzip alles was ihn interessiert. Wenn ihn etwas nicht interessiert kann oder will er es gar nicht verstehen, deshalb kann er auch heute noch weder lesen noch schreiben.

Der andere ist außerordentlich gut in Erdkunde und Geschichte, hab aber zu wenig Kontakt mit ihm um jetzt eine schwäche zu nennen.

Beide haben entweder sehr wenig bis gar keine Empathie.

Ja, ich hab das Technische Gymnasium nach einem dreivierteljahr abgebrochen. Da war ich mit meiner Motivation schon komplett bei null.. Bereue das aber bis jetzt nicht und das war vor ~4 Jahren. Mittlerweile habe ich ne ordentliche Ausbildung fertig und wurde übernommen. Also alles Tutti.

Musst dir selbst überlegen ob du es durchziehen willst oder nicht.

0
@mrmeeseeks8

Genau. Möchte nur leider keiner hören. Die Leute haben es lieber mit den multiplen Intelligenzen. In Mathe bin ich nicht so gut, aber...

0

So jemand würde mitnichten als dumm abgestempelt werden, jedenfalls nicht von Profis. DArum ist der reine IQ Wert auch relativ uninteressant. Es kommt immer auf die Intelligenzstruktur an. Ich mache nicht selten IQ TEsts, aber den IQ sage ich praktisch nie.Denn die Probanden können damit nichts anfangen. Ich rechne ihn meistens nicht mal aus.
Rechtschreibschwäche spielt in IQ Tests übrigens keine Rolle.

1
@Dahika

Ach so ist das. Ich hätte ihn aber schon gern erfahren. Warum soll ich damit nichts anfangen können?

0
@FelixLingelbach

Weil der IQ-Wert immer abweicht. Es verwirrt einen nur, wenn man liest man hatte mal einen IQ-Wert von 106 und plötzlich ist er 118.

Laien verstehen nicht das es Tagesformabhängig ist und um bis zu 15 IQ-Punkte abweicht.

0
@User9384293233

15 Punkte? Das ist ja ganz erheblich und hatte ich nicht bedacht.

Es trifft bei mir auch nicht zu. Denn auch wenn man mir das Ergebnis wiederholt verweigert hat, so wusste ich doch immer, was mich erwartet und bin in Bestform und meist auch noch sauer dahin. Böse bin ich sehr schlau.

0

Ja, leider ist es so, dass IQ-Tests so das Zuverlässigste sind, was die Psychologie zu bieten hat. Wird also ein IQ von 90 gemessen, ist es sehr wahrscheinlich, dass der gemessene einen Hauptschulabschluss macht oder bereits hat. Auch umgekehrt geht es. Wenn man Leute mit Abitur testet, liegen die im Schnitt über 115. Gott hat die Intelligenz leider ungerecht verteilt, was er ja mit einigen anderen Sachen auch getan hat.

Das mit Gott hab ich nur gesagt, weil ich nicht wusste wie ich den Satz sonst einleiten sollte. Ich glaube nicht an Gott, aber darum geht es ja auch garnicht und ich verurteile niemanden, der an Gott glaubt.

1

Mehr als lernen muss man für sein Abi nicht können und das hat praktisch nur mit Grundintelligenz zu tun.

Beim Studium kann das dann schon anders aussehen...

Alles klar, danke dir. ^^

0

Was möchtest Du wissen?