Karl Marx- Was meint er mit "Gattungswesen"

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Das was für Marx den Menschen ausmacht, also sein Wesen / seine Wesenhaftigkeit, wird in dem Gattungsbegriff zusammengefasst. Also, dass was allen Menschen gleich ist und sie begrifflich zu einer Gattung zusammenfasst.

Wobei die Gattung nie durch Physiologisches, Rasse, Kaste, Religion, usw. bestimmt wird, sondern durch die Möglichkeit des Menschen zur bewussten Auseinandersetzung mit der Natur als Lebensgrundlage, welche ihm erlaubt seine Lebenstätigkeit als freies Wesen selbst zu bestimmen.

Weil dieser Gattungsbegriff nicht (wie in der Biologie) an klaren physiologischen oder allgemein klar definierten naturwissenschaftlich belegbaren physischen Parametern festgemacht ist, sondern an irgendwelchen verschwurbelten Handlungsparametern (Selbstbestimmung/Lebenstätigkeit) des denkenden Menschen, kann sich der Mensch als Individuum von der Gattung entfremden (Stichworte: Besitzdenken, Produktionsarten, Eigentumsbegriffe...).

Diese Entfremdung kann dann durch die Emanzipation , z.B. vom "Kapitalismus" , wieder aufgehoben werden, wodurch die ihrem Gattungswesen entfremdeten Menschen wieder ihrem Gattungswesen entsprechen werden & Alles Wird Gut!

Mal ehrlich! Was ein Blödsinn! (ist nur meine ganz private Meinung zum ollen Marx, allerdings, in Fairness, meine Meinung zu dem Gewäsch der ollen Philosophen ist nicht viel besser....)

Viel Glück mit dem Referat

Danke für deine Antwort. Du hast das wirklich einfach erklärt, sodass ich es jetzt besser verstehe. Ich habe lange im Internet nach einer einfachen Erklärung gesucht, aber leider scheinen die meisten darin zu konkurrieren, wer sich am kompliziertesten ausdrücken kann^^

0

Ursprünglich stammt der Begriff von Platon und geht auf seine Ideenlehre zurück. Es gibt "die Idee des Menschen" sozusagen als Idealbild aller guten Eigenschaften und es gibt die einzelnen Menschen, als mehr oder weniger schlechte Verwirklichung. Hegel greift das in seinem Idealismus auf und Marx wie Feuerbach kommen von Hegel und können sich erst langsam von dieser abstrakten, idealisierten Gattungswesenheit des Menschen trennen.

Obwohl Marx den Epikur gelesen hat, hat er wohl nicht verstanden, dass dieser den zu Platon gegensätzlichen Weg vom Einzelnen zum gesellschaftlichen Wesen gegangen ist. Dabei blieb bei Epikur immer eine zentrifugale Kraft (Tendenz und Einsicht in den gesellschaftlichen Charakter und der Gesellschaftsvertrag) und eine zentripedale Kraft(Tendenz zur individuellen Selbstbestimmung) als gegenläufig und auszutaxieren.

Für Marx jedoch steht das Gemeinschaftliche als Ausdruck des Gattungsideals höher im Kurs als das Individuelle, das als Entfremdung negativ qualifiziert wird. Individuelles wird bei ihm erst im Kommunismus wünschenswert, wenn es dem Gemeinschaftlichen, dem Wesentlichen der Gattung nicht mehr quer kommt, sozusagen eine Versöhnung der Gegensätze. Damit ist die Marxche Kommunismus-Utopie eigentlich eine Erlösungssehnsucht mit einer Auflösung des Individuellen im gemeinschaftlichen Gattungsmäßigen.

Sorry - wieder mal die typische Verwechselung, statt:

Dabei blieb bei Epikur immer eine zentrifugale Kraft (Tendenz und Einsicht in den gesellschaftlichen Charakter und der Gesellschaftsvertrag) und eine zentripedale Kraft(Tendenz zur individuellen Selbstbestimmung) als gegenläufig und auszutaxieren.

muss es heißen:

Dabei blieb bei Epikur immer eine zentripedale Kraft (Tendenz und Einsicht in den gesellschaftlichen Charakter und der Gesellschaftsvertrag) und eine zentrifugale Kraft (Tendenz zur individuellen Selbstbestimmung) als gegenläufig und auszutaxieren.

0
@berkersheim

Vielen lieben Dank für diese ausführliche Antwort. Jetzt verstehe ich auch endlich, was er sagen möchte =)

0

http://wikipool.net/zitatekukri/textzitate.php?zit=Mensch%20als%20Gattungswesen&cod=marxxkarlxMEW40517518&ord=Zitat

Danke für den Link. Da werde ich auch noch mal reinlesen. Kann jedenfalls nicht schaden^^

0

Was möchtest Du wissen?