Karikatur Antisemitismus 1873?

 - (Schule, Politik, Geschichte)

4 Antworten

Der Jude hatte sich wohl als Baron ausgegeben und muß nun wieder als Hausierer arbeiten. Einen tieferen Sinn kann ich auch nicht entdecken. Vielleicht war die Frau eins seiner gutgläubigen Opfer. Wenn es um finanzielle Machenschaften gegangen wäre, hätte man eher einen Mann als Betrogenen gezeigt.

Eine Karikatur aus der antisemitischen Zeitschrift "Kikeriki". Die Karikaturen sind heute oft unverständlich und erscheinen weitgehend humorlos. Typisch ist natürlich die Darstellung des Juden als wenig vertrauenserweckendes Subjekt mit großer Nase.

In derselben Ausgabe von "Kikeriki" stehen einige sogenannte Witze zum großen "Krach", die nach heutigem Empfinden außerst dürftig erscheinen.

Die Nikotin-Nymphe [Händlerin]: Guten Morgen, Herr von Pinkeles. Zehn Stück Regalia, nicht wahr?
Herr von Pinkeles: Nein, wissen Sie was, Fräul'n, geben Sie mer heute etwas ä leichtere Cigarre! Ich weiß nix, es schnürt mir schon seit ä paar Tagen so zusammen den Hals; muß sein vom starken Tabak. Geben Se mer ganz gewöhnliche - wissen Sie's ist nur wegen der Gesundheit - zu zwa Kreuzer.
Die Nikotin-Nymphe: So, da sind sehr schöne, "Kurze." Sehr trocken, krachen ...
Herr von Pinkeles: (erschrocken zusammenfahrend) Gott, reden Sie mir nix mehr vom Krachen!

Das war der Witz? - Ich will damit sagen, daß die damaligen Karikaturen und Witze sehr oberflächlich waren. Sie haben meist keinen tieferen SInn. In diesem Fall ging es nur darum, einen schmierigen Juden zu zeigen.

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Also meiner Meinung nach ist mit der Bildbeschreibung schon alles geklärt.

“Der Jude“ hat sein Geld früher als Hausierer gemacht - Hausierer sind generell aufdringlich und nervig, kurz lästig. Juden sind sowieso ein gutes Feindbild und von vielen Berufen ausgeschlossen - daher machen sie „geächtete“ Arbeiten.

An der Börse ist nun jeder gleich, jeder kann spekulieren, investieren, unabhängig von Herkunft oder Glaube. Es zählt allein das Gespür.

Durch den Börsenkrach gibt es an der Börse nun kein Geld mehr zu verdienen und „der Jude“ kehrt zu „seinen“ Arbeiten zurück, zum Beispiel eben zum Hausieren.

Das ist zwar nervig, aber eigentlich nicht „schrecklich“ - das ist dann wohl der der Karikatur innewohnende Antisemitismus. Von der Darstellung des Juden ganz zu schweigen.

Die Frau auf der Karikatur dachte wohl, sie wäre „den Juden“ endlich los, aber falsch gedacht.

Der einst reiche Juden-Baron muss bei einem Freudenmädchen um den Preis feilschen. -> Tief gesunken, ohne Geld nichts wert, keine Ehre.

Das die Zeiten durch die Krise mit der Börse wieder genau so wird wie davor

Wie meinst du das? Und was hat es genau mit den juden auf sich?

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@Anonym22331

Das sie anfangs schlecht behandelt wurden dann mit der Börse gut und dann wieder schlecht also sie sind wieder zurückgefallen

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