Kapp-Putsch: War der Zähmungsversuch gegenüber dem Militär erfolgreich?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Die Reichswehr hat sich beim Kapp-Putsch neutral verhalten, hat allerdings dem Reichswehrminister den Gehorsam verweigert, als Noske die Reichswehr gegen die aufständischen Freikorps (u.a. die Brigade Ehrhardt) einsetzen wollte. Bekanntgeworden ist in diesem Zusammenhang der Ausspruch des Chefs des Truppenamtes, General v. Seeckt "Truppe schießt nicht auf Truppe". - Nur der Chef der Heeresleitung, General Reinhardt, hatte sich v. Seeckt nicht angeschlossen, Bekanntlich mußte die Reichsregierung darauf vor der anrückenden Brigade Ehrhardt die Flucht ergreifen und ging nach Dresden. Da man dem örtlichen Dresdner Reichswehr-Befehlshaber nicht recht traute, verlagerte die Reichsregierung weiter nach Stuttgart.

Die Rolle der Reichswehr in der Weimarer Republik war indifferent. Da die Stärke auf 100.000 Mann beschränkt war, schwere Waffen und Luftstreitkräfte verboten waren und die Marine nur einige unbedeutende Überwasserschiffe haben durfte, war die Reichswehr als Militärmacht bedeutungslos. Allerdings konnte sie der Reichspräsident, der als Oberbefehlshaber fungierte, die Reichswehr auch im Innern einsetzen.

Die Armee verstand sich als unpolitisches eigenständiges Gebilde, das zwar auf dem Boden der Verfassung verwurzelt war, jedoch als ein weitestgehend autonomer "Staat im Staat", der dem Staat, aber nicht notwendigerweise der Republik treu war. Soldaten der Reichswehr hatten z.B. kein Wahlrecht und unterstanden einer eigenständigen Militärgerichtsbarkeit.

Ein "Zähmung" der Reichswehr erfolgte lediglich nach außen hin. Verdeckt jedoch wurde die Bildung von irregulären Verbänden geduldet ("Schwarze Reichswehr"). Ferner begann recht früh nach Gründung bereits eine verdeckte Zusammenarbeit mit der Roten Armee. Reichswehrtruppen furhren zu Manövern nach Rußland und übten dort mit schweren Waffen, die lt. Versailler Vertrag verboten waren.

Eine Kontrolle der Einhaltung der Beschränkungen erfolgte durch eine allierte Kontrollkommission, die bis 1927 bestand.

Hin und wieder griff die Presse bekanntgewordene Vorkommnisse auf, die die verbotenen Aktivitäten bewiesen.  Beispielsweise das Weser-Unglück vom 31.03.1925, bei dem 81 Soldaten bei einer Pionierübung ertranken, führte dazu, daß die verbotene Verpflichtung von sogenannten "Zeitfreiwilligen" publik wurde. - Übrigens wurden einige Journalisten, die sich des Themas angenommen und darüber berichtet hatten, wegen Landesverrates angeklagt und verurteilt, darunter Carl v. Ossietzky.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

also man könnte ja sagen, das militär wollte die weimarer republik nicht aber die weimarer republik brauchte das militör wegen steigender unruhen.  die idee das militär zu reduzieren ist nicht von der weimarer republik, sondern vom versailler vertrag.  wahrscheinlich ist diese fehlgeleitete interpretierende meinung in der bevölkerung auch der grund gewesen, dass die bevölkerung eine vom militär gestützte NSDAP wählte, die die Republik abschaffen wollte und auf die Versailler Verträge gepfiffen hat ---- klar als Konsequenz Krieg:  aber das sahen die meisten dummen am anfang noch nicht.

das militär hätte also sinnvoller weise nicht gegen die schwache regierung putschen sollen, sondern gegen die regierungen der siegermächte .... insb: Frankreich und England .... USA war der Versailler Vertrag eh nicht recht ... und die Russen waren sowieso Quertreiber und Frankreich und England war recht wenn die nicht soviel bekomen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von jfeofjg
09.04.2016, 09:43

Okay.. Danke schon mal dafür! Aber worin bestand nun der zähmungsversuch? Ich finde nichts, was bzgl des Staates Annäherungsversuche oder so bedeuten könnte..

0

Die Frage kann man so nicht stellen, denn es war ja nicht so, dass die gesamte Reichswehr gegen die Regierung sich stellte. Nur ein Teil des Freikorps der Brigade Ehrhard, sowie Ludendorf und Baron von Lützewitz unterstützten aktiv Kapp.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?