Kapitulierte Russland im Ersten Weltkrieg?

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Naja die sind wie in jedem Krieg weggerannt, aber naja schau Frankreich war ja auch Siegermacht im 2. Weltkrieg ... Frag mich nur wen die besiegt haben ... Frage mich vor allem wer ... Die paar hundert Partisanen die sich da in den Westen verkrümelt hatten, weil sie wussten, dass die Spanier viel zu feige für nen Angriff sind ^^

nur durch wegrennen gewinnt man keine kriege/schlachten. und wie weiter unten schon steht sind die ausgeschieden aus dem krieg auch durch den nzusammenbruch des zarenreiches.

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Um die Bolschewiki zu Zugeständnissen zu zwingen, rückten die Mittelmächte Anfang 1918 weiter auf russisches Territorium vor und schlossen am 9. Februar 1918 einen Sonderfrieden mit der Ukraine. Lenin ließ trotz der harten Bestimmungen am 3. März den Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnen. Russland schied unter dem Verlust von etwa 25 Prozent seines europäischen Territoriums aus dem Krieg aus

Ja, Russland hat im Ersten Weltkrieg kapituliert. Schon Ende 1917 unterbreitete die bolschewistische Führung den Vorschlag eines Waffenstillstandes und der Aufnahme von Verhandlungen, was angenommen und begonnen wurde. Das Dekret über den Frieden vom 8. November nannte Vorstellungen. Trotzki schlug am 28. November 1917 einen Waffenstillstand vor. Am 6. Dezember 1917 wurden die Kampfhandlungen an der russischen und der ukrainischen Front eingestellt, und am 15. Dezember wurde in Brest-Litowsk formell ein Waffenstillstand für die Ostfront unterzeichnet. Die Friedensverhandlungen begannen am 22. Dezember. Damit war Russland bereits vorläufig aus dem Krieg ausgeschieden.

In der Februarrevolution 1917 war in Russland die Zarenherrschaft gestürzt worden. Die Provisorische Regierung setze aber den Krieg auf der Seite der Entente vor. Allerdings scheiterten die militärischen Offensiven. Die Kriegsmüdigkeit nahm zu und die militärische Widerstandkraft sank. Mit der Oktoberrevolution 1917 kamen die Bolschewisten an die Macht. Sie traten für eine rasche Beendigung des Krieges ein.

Die Verhandlungen gerieten im Januar 1918 in Schwierigkeiten, als die bolschewistische Delegation unter Leo Trotzki auf zeitliches Hinauszögern setzte, um ein Eingehen auf harte Forderungen aufgrund einer Schwächung oder sogar Niederlage der Mittelmächte (Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien, Osmanisches Reich/Türkei) gegen die Entente vermeiden zu können.

Daraufhin wurde am 9. Februar 1918 ein Sonderfrieden mit der Ukraine unterzeichnet, deren Unabhängigkeit von Russland die Mittelmächte anerkannt hatten. Trotzki brach am 10. Februar die Verhandlungen ab und erklärte einseitig den Kriegszustand für beendet (weder Krieg noch Frieden).

Deutschland kündigte den Waffenstillstand und begann am 18. Februar einen weiteren Vormarsch in den baltischen Staaten, der Ukraine und Weißrussland. Eine Flotte näherte sich dem Golf von Finnland und Sankt Petersburg. Die sowjetrussische Regierung bat am 19. Februar um Frieden und erklärte ihre Bereitschaft, auf die Forderungen einzugehen. Die Oberste Heeresleitung nannte die neuen Bedingungen. Bei den Bolschewisten gab es Meinungsverschiedenheiten, aber Lenin entschied sich für die Annahme und die Mehrheit war für einen Friedensvertrag. So konnten sie sich mit größeren Chancen im Innern behaupten.

Am 26. Februar kehrten die russischen Friedensunterhändler nach Brest-Litowsk zurück und akzeptierten die Kapitulationsbedingungen. Am 3. März 1918 wurde der Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnet.

http://de.wikipedia.org/wiki/FriedensvertragvonBrest-Litowsk: „Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk war ein Separatfrieden im Ersten Weltkrieg zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten und deren Verbündeten. Er wurde nach längeren Verhandlungen am 3. März 1918 in Brest-Litowsk unterzeichnet. Damit schied Sowjetrussland als Kriegsteilnehmer aus.

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Die Ukraine, die zuvor mit Unterstützung der Mittelmächte ihre Unabhängigkeit von Russland erklärt hatte, hatte bereits am 9. Februar, ebenfalls in Brest-Litowsk, einen Separatfrieden mit den Mittelmächten unterzeichnet. Somit war der Erste Weltkrieg in Osteuropa beendet – am 21. März begann die deutsche Frühjahrsoffensive an der Westfront.

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Zur Aushandlung eines Friedensvertrages trafen sich die Parteien zu mehreren Verhandlungsrunden in Brest-Litowsk. Es lassen sich vereinfacht zwei Verhandlungsphasen unterscheiden: Beim ersten Durchgang war Russland formal gleichberechtigter Partner, beim zweiten hatte es kapituliert und musste die Bedingungen akzeptieren. Die erste Verhandlungsrunde wurde auf deutscher Seite von Diplomaten um Richard von Kühlmann bestimmt, in der zweiten, nach der Kapitulation Sowjetrusslands, zwang die Oberste Heeresleitung unter Erich Ludendorff der Gegenseite ihren Willen auf. Bevollmächtigter der Obersten Heeresleitung war General Max Hoffmann. Auf sowjetrussischer Seite war der Verhandlungsführer zunächst Adolf Abramowitsch Joffe, später dann Leo Trotzki.

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Der Aufnahme der Verhandlungen war der Vorschlag zum Waffenstillstand durch Trotzki vom 28. November 1917 vorangegangen. Während die Entente ablehnte, stimmten die Mittelmächte zu. Am 9. Dezember trafen sich die Delegationen zum ersten Mal. Die bolschewistische Delegation unterbreitete folgendes Angebot: Verzicht auf Annexionen, schnelle Räumung der besetzten Gebiete, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Verzicht auf Kriegsentschädigungen (Reparationen).

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Am 7. Januar 1918 löste Trotzki Joffe als Delegationsführer ab und reiste nach Brest-Litowsk. Nachdem die Verhandlungen unter Joffe für die Bolschewiki bisher zu schnell vorangeschritten waren, hatte Trotzki eindeutig die Aufgabe, den Fortgang der Gespräche zu verlangsamen.

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Am 16. Februar teilte die deutsche Heeresleitung dem russischen General Samoilo mit, dass Deutschland den Waffenstillstand am 17. Februar 1918 als abgelaufen betrachte. Wie angekündigt begann die deutsche Offensive an diesem Tage. Die deutschen Truppen kamen sehr schnell voran, ihnen stellte sich so gut wie kein Widerstand entgegen. Der bolschewistischen Führung war der Ernst der Lage angesichts des raschen deutschen Vormarsches schnell bewusst. Mit „Wir müssen handeln, wir haben keine Zeit zu verlieren!“ trieb Lenin zu schnellen Entscheidungen. Angesichts der für die Bolschewiki katastrophalen Lage im Lande bat die Regierung Sowjetrusslands am 19. Februar die Deutschen um Frieden. Am 20. Februar erklärte Lenin dem Moskauer Sowjet: „Es gibt keine Armee mehr. Die Deutschen greifen von Riga her die ganze Front an.“ Vier Tage vergingen, bis die deutsche Heeresleitung antwortete und die neuen Bedingungen nannte. Nun sollten Finnland, Lettland, Estland und die Ukraine geräumt sowie die russische Armee vollständig demobilisiert werden. Für eine Antwort wurde den Russen eine Frist von lediglich 48 Stunden eingeräumt. Für Verhandlungen waren maximal drei Tage vorgesehen. Die Beratungen innerhalb der bolschewistischen Führung waren chaotisch. Trotzki war unentschlossen, und Bucharin votierte für die Fortsetzung des Krieges. Lenin war die Gefahr einer Intervention der Mittelmächte für den Fortbestand der bolschewistischen Revolution bewusst. Er setzte deswegen eine Annahme der deutschen Forderungen unter Androhung seines Rücktrittes von allen Ämtern bei den Bolschewiki durch. Er forderte das Ende der „Politik der revolutionären Phrase“, die auch er selbst zuvor eifrig betrieben hatte. Lenin spekulierte auf einen baldigen Zusammenbruch der Mittelmächte oder den Sieg einer sozialistischen Revolution in Deutschland, die eine Wiedereingliederung der verlorenen Gebiete auf politischem oder militärischem Wege ermöglichen würden. Am 3. März 1918 wurde der Friedensvertrag in Brest-Litowsk unterzeichnet, am 15. März vom Obersten Sowjet ratifiziert.

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/aussenpolitik/vertrag/: „Während die Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit den russischen Bolschewiken am 20. Januar 1918 ergebnislos vertagt worden waren, verhandelten die Deutschen in Brest-Litowsk (heute: Brest, Weißrußland) auch mit Vertretern der Ukraine über einen Sonderfrieden. Die Übereinkunft zwischen der deutschen und der ukrainischen Delegation sah als Gegenleistung für die Anerkennung der Unabhängigkeit große Getreidelieferungen aus der Ukraine an das Deutsche Reich vor. Dieser "Brotfriede” wurde am 9. Februar unterzeichnet und erhöhte den Druck auf die Bolschewiken. Einen Tag später erklärte Leo D. Trotzki als russischer Delegationsleiter das offizielle Ende der Kriegsteilnahme Rußlands, brach aber die Friedensverhandlungen ohne Beschluß ab. Die Oberste Heeresleitung (OHL) befahl am 19. Februar den weiteren militärischen Vormarsch im Osten. Kurz darauf kapitulierte die russische Regierung und akzeptierte die deutschen Forderungen. Der am 3. März unterzeichnete Friedensvertrag zwischen Rußland und dem Deutschen Reich sah die Bildung deutsch kontrollierter Satellitenstaaten von der Ukraine bis zum Baltikum vor. Rußland sollte weit nach Osten gedrängt werden, es hätte über die Hälfte seiner industriellen Anlagen und fast ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Der Versailler Vertrag machte den Frieden von Brest-Litowsk hinfällig.“

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