Kants Ordnungsmechanismen des Verstandes

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1 Antwort

Schwieriges Thema, ich hoffe ich kann dir das verständlich erlären. Falls es mir nicht gelingt, Otfried Höffe hat ein Buch über Kant geschrieben und eins über die Kritik der reinen Vernunft, er schreibt ziemlich klar und sehr umfassend und hat echt Ahung.

Kants Erkenntnistheorie geht vom Menschen, also vom Subjekt aus und fragt welche Bedingungen erfüllt sein müssen, dass ich die Wahrnehmung haben kann, die ich habe. Die erste Annahme ist, dass es da eine Welt geben muss, die ich wahrnehmen kann, er nennt sie Welt an-sich (wird später wichtig). Außerdem habe ich ja eine Wahrnehmng der Welt, ich sehe eben einen Teil der Welt, das ist die Welt für-sich, also wie sie mir erscheint. Kants erster Gedanke ist, dass wir nicht sagen können, wie die Welt an-sich, also unabhängig von unserer Wahrnehmung ist. Das ist auch nur logisch, da ich eben nur diesen Zugang zur Welt über meine Sinne habe und ich nicht wissen kann ob sie die Welt so wahrnehmen wie sie wirklich ist. Kant geht davon aus, dass der Verstand unsere Sinneseindrücke auf verschiedene Weisen ordnet, da wir sonst nur Sachen sagen könnten wie: "Hier blau, jetzt grün usw." Eine Annahme ist, dass wir die Dinge räumlich ordnen. Diese etwas sonderbar erscheinende These, dass es vielleicht an-sich keinen Raum gibt begründet er dmit, dass wir uns sowohl einen Raum vorstellen können in dem keine Dinge sind, also einen leeren Raum, also die DInge nicht durch ihre Ausmaße den Raum bestimmen können, außerdem meint er wir stellten uns den Raum als unendliche Größe vor, was wir aber nicht sinnlich erfassen könnten und wir könnten uns auch ohne Sinneseindrücke einen Raum vorstellen. Diese Argumente findest du in Kants Kritik der reinen Vernunft auf Seite 52/53 in der Akademie Ausgabe der zweiten AUflage von 1787. Ähnlich behauptet er, dass wir die DInge zeitlich ordnen, die Argumente dafür findest du direkt hinter denen des Raumes in der KrV, sie funktionieren aber letztlich genauso. Auch die Vorstellung der Kausalität funktioniert auf diese Weise, da wir die Kausalität nie direkt wahrnehmen können, hier bezieht er sich auf David Hume, der sagt wenn eine Billardkugel eine andere anstößt sehen wir nur wie eine Kugel rollt, gegen eine andere stößt und liegen bleibt, während die andere Kugel losrollt, den eigentlichen kausalen Zusammenhang sehen wir nicht. Außerdem würde unser Verstand die Dinge unter Begriffen sammeln, viele einzenlne SInnesdaten werden zu einem Begriff gesammelt und wir sehen die Dinge dann als diesen Begriff und nicht mehr als die einzelnen SInnesdaten. Du siehst zum Beispiel eben einen Baum und nicht etwas länglich bräunliches mit ein wenig grünem weiter oben, was im WInd flattert und so weiter, sondern eben einen Baum mit Ästen, Stamm...

Es gibt nach Kant also einmal die Objekte an-sich, die auf eine bestimmte Weise sind und außerdem gibt es eben noch die Objekte wie sie uns erscheinen, die aber eben von uns abhängig sind, das Subjekt also auf sie wirkt.

Ich hoffe das hat geholfen qwert

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