Kant sagt, man solle Mut haben sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Aber warum erfordert es Mut dies zu tun?

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7 Antworten

Nicht nachzudenken ist sehr bequem - man muss sich und seine Ansichten nicht in Frage stellen, gibt sich mit einfachen Erklärungen zufrieden.

Wer sich seines Verstandes bedient und kritisch denkt, muss bereit sein, sich selbst, seine bisherigen Standpunkte und Ansichten in Frage zu stellen.

Diesen Mut hat nicht jeder, denn man nimmt sich gerne wichtig.

Auch zu erkennen, das man manche Dinge nicht versteht und sie manchmal komplizierter sind, als sie scheinen.

Als denkender Mensch muss man damit rechnen, häufig unzufrieden mit Antworten zu sein, die nicht tiefsinnig oder überlegt genug sind.

Umgekehrt wird die Gesellschaft von jemandem, der als "Denker" bekannt ist, auch keine pauschalen, nichtssagenden Antworten, akzeptieren.

Seinen Verstand wirklich zu benutzen bedeutet für manche auch, die eigene Bedeutungslosigkeit zu akzeptieren. Wir sind nicht so wichtig, wie wir uns gerne nehmen.

Nachzudenken hat also ernste Konsequenzen für das eigene Selbst, für das persönliche Weltbild und die Art, wie wir Dinge wahrnehmen und beurteilen.

Eine Konfrontation mit der "Mehrheitsmeinung" ist ebenfalls möglich. Unter bestimmten Umständen ist dies sogar mit Gefahr für Leib und Leben verbunden.

Das ist alles sehr unbequem und stellt viel in Frage, was man für selbstverständlich hält. Deshalb bedarf es Mut, wirklich zu denken.

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Kommentar von AnnaMarlene11
15.01.2016, 17:13

Vielen Dank! Das beantwortet den Kern meiner Frage.

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Als Kant lebte, gab es noch kein Grundgesetz, das die freie Meinungsäußerung garantierte. Es gab aber eine Obrigkeit, die Andersdenkende verfolgte. Gallilei ist ein gutes Beispiel dafür.

Wenn man sich seines eigenen Verstandes bedient, kommen manchmal Ergebnisse heraus, die nicht mit der Herrschaftsmeinung übereinstimmen. Diese Ergebnisse offen zu äußern, ist dann mit Lebensgefahr verbunden. Das gilt auch heute noch in vielen Ländern, z.B. Saudi Arabien und das war z.B. auch während der Naziherrschaft so.

Wenn man sich seines eigenen Verstandes bedient, kommen manchmal Ergebnisse raus, die den eigenen Empfindungen (Bauchgefühl) widersprechen. Um sich darauf einzulassen, bedarf es Mut, weil man evtl. "gegen sich selber" argumentiert.

Wenn man sich seines eigenen Verstandes bedient, kommen manchmal Ergebnisse raus, die der Political Correctness oder der Mehrheitsmeinung widersprechen. Auch das kann Ärger geben und sich darauf einzulassen, kostet Mut.

Bequemer und feiger ist es immer, der Herrschaftsmeinung bzw. der Mehrheitsmeinung nachzulaufen.
 

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Ich denke, dass Kant hier mit Mut den Willen meint.

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da die meisten menschen nur anderen vertrauen, aber nicht sich selber

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Man sollte sich durchsetzen können und seinen Verstand auch richtig einsetzen können!

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Das wirst Du schon merken, wenn Du mal anfängst, es selbst zu tun.

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Das man nicht allem und allen hinterherläuft, sondern seine eigene Meinung hat und das tut, was man selbst für Richtig hält.

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Kommentar von AnnaMarlene11
15.01.2016, 16:56

Aber ich finde, das ist genau der Knackpunkt, wenn die Meinung ins Spiel kommt. Denn um eine eigene Meinung vertreten zu können braucht es natürlich Mut, aber sich seines Verstandes zu bedienen erfordert dies doch zunächst nicht.

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