Kann uns in Deutschland auch so ein Protest wie mit den Gelbvesten in Frankreich drohen?

20 Antworten

Ich verfolge zwar auf diversen Kanälen, das sich auch hier in Deutschland einige organisieren. Das eigentlich Problem schon ist, das der "Deutsche" nach getaner Arbeit lieber auf Couch liegt oder sich am Stammtisch beschwert, anstatt für seines Gleichen auf die Straße zu gehen.

Wobei das auch nicht ganz richtig ist. Bei uns muss halt mehr passieren, damit es reicht und wirklich soweit kommt das hunderttausende Bürger ihren Unmut auf die Straße bringen, die Arbeit niederlegen und demonstrieren (würden). Was sich aber durchaus ändern kann. Die letzten Wahlergebnisse vielleicht nur ein Vorgeschmack.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Was meinst du mit Protesten? Eine Demonstration oder einen Massenkrawall? Letzteres hatten wir u.a. doch beim G20 im vergangenen Jahr.

In Deutschland gibt es natürlich auch Demonstration, (nicht gleichzusetzen mit Krawallen)) auch hier tragen nicht wenige Teilnehmer oft gelbe Westen.

Natürlich kann es das. Die prekäre Beschäftigung ist auf einem neuen Rekordhoch, 12 Millionen Menschen leben insgesamt auf Hartz IV Niveau, 1 Million Haushalte sind aufgrund den hohen Energiepreisen ohne Elektrizität im Dunkeln, die Obdachlosigkeit steigt auch aufgrund der unbezahlbaren Mieten in den Städten.

Auch der Mindestlohn wird in vielen Bereichen nicht ausgezahlt. Paketzulieferer von DHL und Co können dies bestätigen. Sowas ist eine Schweinerei.

Anders wie in Frankreich, sind die Deutschen aber weniger protestbegeistert. Wer möchte schon bei der Kälte draußen im Regen stehen und pfeifen? Der deutsche Protest äußert sich in der Regel an der Wahlurne.

Verlink mal deine Behauptungen. Wie kommst du auf 12 Millionen auf hartz4-Niveau? Woher hast du 1 Million Haushalte, die sich den Strom nicht leisten können?

Warum klagen die DHL-Zusteller den Mindestlohn nicht einfach ein?

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@atzef

"Warum klagen die DHL-Zusteller den Mindestlohn nicht einfach ein?"

Das klingt so, als seien die Paketzusteller schuld, dass sie den Mindestlohn nicht bekommen und dass sie selbst eben mal etwas an dieser Misere ändern sollten.

Der Mindestlohn besteht schließlich, damit er umgesetzt wird. Und nicht, damit Anspruchsberechtigte ihn erst einklagen müssen.

Leider haben manche anscheinend nicht den Elan, auf ihr Recht zu pochen, und nehmen diese Schweinerei in Kauf.

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@atzef

Zu den 12 Millionen Menschen auf Hartz-IV-Niveau habe ich nichts gefunden, aber etwas zur prekären Beschäftigung: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/TabellenArbeitskraefteerhebung/AtypKernerwerbErwerbsformZR.html

Siehe dort Spalte "Atypisch Beschäftigte" und dort unter "Zusammen". Diese Zahl ist fast stetig steigend seit 1991. Eine riesengroße Sauerei, dass dagegen nichts unternommen wird.

Proteste sind mehr als überfällig. Nur bleiben diese aus einem Cocktail an Gründen bisher aus.

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@MrMcSauerkraut

Arbeitnehmer haben Anspruch auf den Mindestlohn. Zahlt ihn der Arbeitgeber nicht, haben sie die Möglichkeit, ihn einzuklagen. Weiter, mit der gewerkschaft sich um dieses Problem zu kümmern. Insofern ist es die Mitschuld von Paketzustellern, wenn sie darauf verzichten, den Mindestlohn einzuklagen. Natürlich. Ein wenig Eigenverantwortung muss man schon für sich tragen...

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@MrMcSauerkraut

Augenwischerei. Dort kommt man noch nicht einmal auf 5 Millionen und darunter fallen befristet Vollzeitbeschäftigte - nix mit 12 Millionen Hartzern...

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@atzef

Wenn eine Frau vergewaltigt wird und den Vergewaltiger nicht anzeigt, ist dann die Vergewaltigung auch die Schuld der Frau?

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