Kann Unfallversicherung Auszahlung zurückfordern

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2 Antworten

...behielt sich jedoch vor, nach einem Jahr noch mal ein Gutachten machen zu lassen. 

Hi birgituwe, in der Regel kann bis zu 3 Jahren nach dem Unfalltag eine Neubemessung der Invalidität erfolgen! 

Laut AUB (Allg. Unfallbedingungen) gilt folgendes:


Nach der ersten Bemessung des Invaliditätsgrads können sich Ver- änderungen des Gesundheitszustands ergeben. Sie können den Grad der Invalidität daher jährlich neu durch einen Arzt bemessen lassen. Wir (der Unfallversicherer) dürfen das auch.

Die Neubemessung ist in der Regel höchstens bis zu drei Jahre nach dem Unfall möglich. Bei Kindern, die noch keine 14 Jahre alt sind, beträgt diese Frist fünf Jahre.

Wie sieht es aus,wenn der Gutachter eventuell noch 5% bleibenden Schaden feststellt,kann dann die Unfallversicherung die Hälfte des ausgezahlten Betrages von mir zurückfordern?

Ja klar - falls sich der Invaliditätsgrad verbessert hat, dann wird zugunsten des Unfallversicherers die Invaliditätsleistung neu berechnet bzw. eine zu viel erstattete Leistung auch zurückgefordert!

Gruß einer ehem. Versich.maklerin

birgituwe 08.04.2015, 14:24

Danke,bin ich erst mal im Bilde.

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Hallo, rein theoretisch möglich, aber sehr unwahrscheinlich, dass sie es machen werden. Ein Versicherer wird in aller Regel nur den Betrag auszahlen, von dem er erfahrungsgemäß ausgehen kann, dass die Abrechnung stimmt.

Er wird selten mehr ausbezahlen und dann wieder zurückfordern, weil er dann damit rechnen muss, dass der Versicherte sagt "sorry, habe alles ausgegeben und nun ist kein Geld mehr vorhanden". So naiv ist i.a.R. kein Versicherer

Aus rechtlichen Gründen muss er eine solche mögliche Forderung schreiben, für den unwahrscheinlichen Fall.

Dazu folgende Frage: Hat der VR Dir diese Entschädigung von sich aus angeboten ohne dass Du einen Rechtsbeistand beauftragt hattest? Wenn ja, dann wird die gezahlte Entschädigung sowieso zu Gunsten des Versicherers ausgefallen sein - und nicht zu Deinen Gunsten.

siola55 07.04.2015, 17:41

Hallo, rein theoretisch möglich...

Nicht nur theoretisch möglich, sondern der Unfallversicherer macht genau so Gebrauch von der Neubemessung bei einer Veränderung/Verbesserung der Invalidit zu Ungunsten des Unfall-Versicherten wie der Unfallversicherte das Recht hat, bei einer Verschlechterung des Invaliditätsgrades seinerseits eine Neubemessung zu verlangen innerhalb der 3-Jahresfrist vom Unfalltag an gerechnet!

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VersBerater 07.04.2015, 18:16
@siola55

Das ist ja richtig und auch nicht in Abrede gestellt worden. Es kommt eben auch darauf an, dass hier eine vernünftige und gute Rechtsberatung stattgefunden hat. So kann man dieses Risiko nämlich erheblich minimieren - zu Gunsten der versicherten Person.

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birgituwe 08.04.2015, 14:39
@siola55

Ich kann dies trotzdem nich nachvollziehn,man hat ja die Unfallversicherung für solche Zwecke abgeschlossen.Un dann sagen die sich wohl nach zwei Jahren,ach da fragen wir bei Ihr mal nach,ob sich was verbessert hat und etwas zurückzuholen ist!Und wenn es andersrum ist,kann man ewig drauf warten

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VersBerater 08.04.2015, 21:13
@birgituwe

Ja sicher hat jeder die UV dafür abgeschlossen, aber VR sind keine Einrichtung der sozialen Wohlfahrt. Wie willst Du, wenn Du nicht gerade darauf spezialisiert bist,  die Abrechnung hinsichtlich der medizinischen Begründung überprüfen? Das kann nur jemand, der seit vielen Jahren praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet hat.

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birgituwe 08.04.2015, 14:31

Hallo,also ich hab mich ein Jahr nach dem Unfall,wie vorgeschrieben,bei meiner Unfallversicherung gemeldet zwecks Einschränkung des Knies. Bekam dann ein Schreiben von denen und mußte damit zum Gutachter,der hat es dann der Versicherung zugeschickt.Und habe die 10% von meiner abgeschlossenen Teilinvaliditätsversicherung ausbezahlt bekommen.Also nicht zu viel,sondern das,was ich abgeschlossen habe.

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VersBerater 08.04.2015, 21:10
@birgituwe

Die Frage dabei ist aber, ob das Gutachten auch entsprechend wirklich neutral erstellt worden ist, unter Berücksichtigung aller medizinischen Gegebenheiten.

Dazu muss man wissen, dass gewisse Gutachter regelmäßig mit der Begutachtung von Versicherungsgesellschaften beauftragt werden. Je öfter sie von diesem VR oder anderen Gesellschaften beauftragt werden, desto größer die Gefahr, dass sie sich in Abhängigkeit von dem/den Versicherer begeben "Wes Bort ich eß, des Lied ich sing". In anderen Worten: Sie werden das Gutachten eher zugunsten des Versicherers erstellen als zu Deinen Gunsten. Die Neutralität ist hier doch immer wieder fragwürdig.

Dies habe ich in einem aktuellen Fall wieder auf dem Tisch. Es gibt da einfache Regeln für die Erstellung von Gutachten, und oft genug werden sie bei Nachfragen eben nicht eingehalten, und damit angreifbar. Deshalb ist eine rechtliche Beratung sehr sehr wichtig.

Mit der Aussage, dass die VR die Leistung verzögern, kann u.U. auch zutreffen, es gibt aber auch andere, wenn man denen mal kurz geschrieben hat, dann geht es eben wieder in die richtige Richtung. Zumindest aber ist eine rechtliche Überprüfung immer angeraten.

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