Kann trotz ausgeschlagenem Erbe, Lebensvers. zur Deckung der Bestattungskosten ausgezahlt werden?

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17 Antworten

1. Wenn Sie das Bestattungsinstitut beauftragt haben, haften Sie diesem gegenüber mit der Summe der Bestattungskosten. Allerdings haben Sie die Möglichkeit von den Erben diese Kosten gem. § 1968 BGB erstattet zu bekommen. Die Belastung mit Begräbniskosten hängt nämlich nicht nur mit dem Nachlass zusammen, sondern auch mit der familienrechtlichen Unterhaltspflicht. In erster Linie ist es Sache der Erben, die Kosten für die Beerdigung des Verstorbenen zu tragen (§ 1968 BGB). Dafür müssen sie allerdings nur solche Mittel einsetzen, die sich im Nachlass befinden. Ist der Nachlass überschuldet, dann können sich die Erben weigern, die Kosten zu übernehmen. Wenn Sie die Erbschaft ausgeschlagen haben, dann kommt Ihre Haftung schon deshalb nicht in Frage, weil Sie gar nicht erst Erbe geworden sind. Allerdings führt die Ausschlagung dazu, dass der nächste in der Reihe an Ihrer Stelle Erbe wird. Dieser kann sich dann aber auch darauf berufen, dass der Nachlass überschuldet sei. Das BGB nimmt wegen der Beerdigungskosten aber auch die Familie des Verstorbenen in die Pflicht, wenn die Erben nicht zahlen müssen oder können. Generell gilt, dass Eheleute gegenseitig zu Unterstützung verpflichtet sind. Kinder haben ihre Eltern im Bedarfsfall ebenso zu unterstützen. Für den Todesfall bestimmt das Gesetz, dass derjenige, der zu Lebzeiten unterhaltspflichtig war, die Beerdigungskosten tragen muss, wenn sie von den Erben nicht zu erlangen sind (§ 1615 Abs. 2 BGB). Innerhalb der Familie gibt es dafür eine Reihenfolge. Zuerst ist die Witwe für die Kosten verantwortlich, auch wenn sie zum Todeszeitpunkt getrennt von ihrem Mann gelebt hat. Sie muss die Kosten aus ihrem Einkommen oder ihren Ersparnissen aufbringen. Nur wenn sie durch die Belastung ihren eigenen Lebensbedarf gefährden würde, kann sie die Kostenübernahme verweigern. Den fehlenden Betrag müssen dann die Kinder, also Sie und Ihr Bruder, aufbringen. Selbst wenn das Ehepaar geschieden wäre würde sich der Sachverhalt nicht ändern. Eine neue Lebensgefährtin kann beispielsweise in keinem Fall in Anspruch genommen werden. Sie war weder verheiratet noch verwandt. Aus einer nicht ehelichen Gemeinschaft können keine Verpflichtungen entstehen.

Lebensversicherungen haben erstmal nichts dem sonstigen Vermögen zu tun. Die Lebens-Versicherung wird an Denenigen ausbezahlt, der als Begünstigter der Versicherung genannt wurde, selbst dann, wenn der Verstorbene einen Alleinerben eingesetzt hat. Das bedeutet,, dass ihr euch die Lebens-Vers. auszahlen könnt.

Genau, allerdings nur, wenn einer von euch als Begünstigteer der LV eingetragen ist.

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@winky013

Werden wir prüfen.

Wow - vielen Dank schon einmal für die vielen prompten Antworten!!

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Die Ausrichtung einer Beerdigung und das Ausschlagen des Erbes sind zweierlei. Wenn ihr also die Beerdigung ausrichtet, widerruft ihr damit nicht die Ausschlagung des Erbes und müsst auch nicht für die Schulden aufkommen. Soweit mir bekannt ist, gehören Lebensversicherungen aber nicht unbedingt zum Erbe, nämlich dann nicht, wenn darin ein Begünstigter für den Todesfall angegeben ist.Normalerweise ist da aber jemand eingetragen und der kann auch über die Summe aus der Lebensversicherung frei verfügen. Ob er die für die Bestattungkosten verwendet oder was er sonst damit anstellt ist seine Sache. Sollte der Verstorbene allerdings keinen berechtigtn benannt haben, gehört die Lebensversicherung zum Erbe und dann würde ich beim Sozialamt nachfragen, was zu tun ist. Das Sozialamt ermittelt, ob jemand gesetzlich verpflichtet ist, die Beerdigungskosten zu übernehmen, falls nicht müssen die nämlich dafür zahlen. Ich denke aber, dass die Beerdigungskosten vorrangig vor Schulden sind, insbesondere, wenn die Versicherung eben dazu abgeschlossen wurde, also zweckgebunden ist. Zur Sicherheit würde ich einfach mal beim Sozialamt nachfragen.

Sie würden damit nicht das Erbe antreten, aber evtl. einen Wert unterschlagen, den Sie sich im Nachhinein angeeignet haben. Melden Sie die Sache in jedem Falle dem Nachlaßgericht und lassen Sie sich von dort "grünes Licht" geben.

Das Erbe wird nicht angetreten, wenn ihr davon nur die Bestattungskosten decken wollt. Sprecht vorher mit dem Amtgericht (Erbverzicht!) darüber, auch mit der Bank, an der diese Summe überwiesen wird.

Ihr habt das Erbe ausgeschlagen. Zu dem Erbe zählt auch die Lebensversicherung. Somit habt ihr auch keinen Anspruch auf das Geld.

Das stimmt so nicht, die Lebensversicherung gehört den als Begünstigten eingetragenen.

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Eine Ablehnung des Erbes beinhaltet das komplette Erbe, also leider auch die Lebensversicherung. Vielleicht hättet ihr VOR Ablehnung das gesamte Erbe "sichten" müssen. Doch im Nachhinein einen TEIL des Erbes und zwar ausgerechnet den "positives" Teil, das ist nicht möglich!!

in der Lebensversicherung steht doch wahrscheinlich ein Begünstiger. Der bekäme das Geld. Ob das was mit dem ausgeschlagenen Erbe zu tun hat, würde ich bezweifeln.

Also wenn das gehen würde wäre das ja arg unfair den gläubigern gegenüber.

Es geht nur um die Deckung der Bestattungskosten und das dürfen sie! Das Erbe wird nicht angetreten dabei!

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Alles was zur Deckung der Bestattungskosten dient, ist KEIN ERBE.
Was darüber hinausgeht ist Erbe.

Ist in der LV ein Bezugsberechtigter eingetragen, gehört diese LV demjenigen und gehört nicht zur Erbmasse, anders sieht es aus , wenn in der LV mehrere Bezugsberechtigte stehen sollten oder wenn kein Name aufgeführt, sondern als Bezugsberechtigt " mein Erbe " dasteht.

gib mal zum nachlesen ein : " zählt Lebensversicherung zum Erbe ? "

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Rede mit dem Notar....Wenn Du das Erbe ausgeschlagen hast,kannst Du es rückwirkend nicht mehr zurückziehen.

Dürfte ihm nichts bringen, den dann steht er ja auch wieder für die Schulden Gerade.

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Kein Erbe heißt GAR kein Erbe, auch nicht stückchenweise. Klar bezahlt ihr ja seine Bestattung, aber es war auch sein Geld, das Ihr ja nicht haben wolltet, weil Ihr die Schulden auch nicht nehmen möchtet. Die LV dürfte zur Tilgung seiner Schulden draufgehen.

Die Lebens-Vers. ist kein Erbe. Was wäre, wenn z. B. der Nachbar Begünstigter der Lebens-Vers. wäre? Er wäre ja in keinem Fall erbberechtigt gewesen.

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Das Erbe ausschlagen heißt: Komplett ausgeschlagen, auch die LV! Würde ich sagen. Wenn ihr die LV auszahlen lasst, tretet ihr das Erbe an und damit auch für die Schulden. Ist mein Sachverstand, kann mich aber auch irren.

wenn ihr die annehmt, habt ihr das Erbe angenommen

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