Kann sowas mal passieren(Hund,Aggression)?

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8 Antworten

Das ist ja mal eine sehr komplexe Frage, deshalb antworte ich nur unter Vorbehalt...

Nach Deiner Schilderung glaube ich, dass das Verhalten Deines Dobermanns hauptsächlich aus der Situation heraus entstanden ist. Der Unterricht in der Hundeschule ist für den Hund ja sehr anstrengend, er muss sich ohne Pause konzentrieren, gegen die eigenen Triebe anarbeiten - und das bei ständiger Reizeinwirkung durch andere Hunde.
Nicht jeder Hund steckt das mal so locker weg, meiner z.B. ist nach der Probstunde im anschließende Freispiel völlig durchgedreht, hat erst mal drei Minuten lang in Höchstgeschwindigkeit Runden gedreht und danach die gesamte Gruppe aufgemischt. Es war ihm einfach zuviel für sein kleines Köpfchen.

Vielleicht hatten sowohl Dein Hund als auch der Boxer ebenfalls unter Stress gestanden.
Dazu kommt die eingeschränkte Bewegungsfreiheit des Boxers durch die Leine, die ihn (den Boxer) evtl zusätzlich verunsichert hat.
Hunde kommunizieren ja sehr schnell, oft schneller als der Mensch es wahrnehmen kann.
Und wie Du sicher weißt, kommunizieren sie nonverbal, über Körperhaltung, Mimik, Blickkontakt.
Während also Dein Dobermann sich aus der (für ihn noch nicht beendeten) Stress-Situation dem genauso gestressten Boxer genähert hat, haben die beiden miteinander kommuniziert, und bei dieser Kommunikation unter erschwerten Bedingungen scheint es wohl zu Missverständnissen gekommen zu sein.

Diese Missverständnisse haben dann zu der beschriebenen Reaktion geführt, die ich jetzt nicht für bedenklich halte i.S. eines neuen Verhaltens, dass sich bei Deinem Hund ein grundsätzlich aggressives Verhaltensmuster festsetzen könnte.

Eher wäre die Überlegung sinnvoll, wie Du bei Deinem Hund vermeiden kannst, dass er durch den Unterricht so großen Stress aufbaut.

Du könntest vielleicht in Absprache mit dem Trainer nach der Hälfte der Zeit kurz das Gelände mit dem Hund verlassen und mit einer kurzen, wilden "Spielpause" für kurzfristigen Stressabbau sorgen.

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Wie der Trainer das mit der Leinenaggression meinte, ist mir nicht ganz klar, denn diese Form von Aggression baut ein Hund eigentlich nur auf, wenn er selber an der Leine hängt.

So wie Du es beschreibst, würde das ja bedeuten, Deinen Hund würde aggressiv machen, dass der Boxer angeleint war.
Er würde also die eigenen negativen Erlebnisse mit der Leine auf den anderen Hund übertragen aus der Wahrnehmung dessen Bewegungseinschränkung heraus.
Das halte ich schon für eine große emotionale Leistung von Übertragung, die ich einem Hund nicht zutraue, sondern als eine menschliche Verdrängungsreaktion kenne. (tiefenpsychologisch heißt sie Projektion).

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Einmalige Sache:
Darauf kannst du Dich nicht verlassen, Hunde sind und bleiben auch bei der besten Erziehung Lebewesen mit Gefühlen, Stimmungen, Vorlieben und Abneigungen.
Genau wie Menschen.
Auch bei einem Kind käme niemand auf die Idee, ein anerzogenes Verhalten als immer und ständig abrufbar einzufordern.

Ich erlebe Hunde mit guten und schlechten Tagen.
Und (ich kann es nicht belegen, erlebe es aber so) jeder Hund baut bestimmte Vorlieben und Abneigungen gegen andere Rassen auf.
Und leider scheinen gerade Hunderassen mit verkürzten Schnauzen (Boxer, Bulldogge, Mops...) andere Hunde zu verunsichern, zu verwirren.

Ich würde an Deiner Stelle also nicht nur Deinen Hund in geistig anstrengenden und stresserzeugenden Situationen verstärkt beobachten, sondern auch sein grundsätzliches Verhalten solchen Hunden gegenüber.

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Mit kurzen Worten: Ich glaube nicht, dass Du gerade miterleben musst, wie Dein Dobermann sich zu einem Beißer entwickelt.
Er und der Boxer waren gemeinsam von der belastenden Gesamtsituation überfordert, hatten großen Druck aufgebaut, der dann zu einem ungewünschten Verhalten geführt hat.
Wahrscheinlich auch beim Boxer, der zusätzlich von der Leine in seinem eigenen Verhalten eingeschränkt war und sich deshalb in der Wahrnehmung Deines Hundes sehr widersprüchlich "geäußert" hat (ich nehme an in einer Mischung aus vermeidender Beschwichtigung und warnend-aggressiver Angstreaktion, aus der heraus genau die angesprochene Leinenaggression entstehen kann).

Aber am Schluss war es dann halt so wie immer:
"Der Beißer" ist immer "der Aggressor".
Reichlich eindimensional vom Trainer, finde ich.

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Kommentar von MaschaTheDog
22.05.2016, 14:57

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort! :)

Für den Boxer hatte er sich davor schon sehr interessiert und immer angeschaut,sobald er sich bewegte.

Beim Training dürfen wir mit dem Hund hingehen wohin wir wollen,wenn es warm ist dürfen wir uns auch einfach so in den Schatten stellen oder kurz mit dem Hund zur Wiese gehen,damit er mal an was anderes denken kann.:)

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Kommentar von froeschliundco
22.05.2016, 16:57

super antwort, seh ich auch so, junge hunde brauchen ihre pausen...finds eh sehr überfordernd wen der trainer nicht drauf aufmerksam macht das man die hund mal aus der situation nimmt, zum bsp.zum auto,wasser geben und paar minuten in die box zu runterfahren...sowie so wen man einen hund hat der trieblich hoch läuft und sehr sensibel ist wie der dobi...mascha, empfehle dir, von dir aus den hund "wegzupacken" wen du merkst das dein hund genug hat, resp.kurz vorher, damit er nicht im frust ohne lust und übereizt weiter machen muss, bis das ventil losgeht

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Passiert schon mal und sollte nicht arg große Beachtung geschenkt werden.

Dein Hund ist kleiner jung Spund...die machen gern mal so ein “quatsch“ und testen aus.

Mein Rüde hat in dem alter mal aus einer Ablage einen Border umgenietet, weil er meinte der Border wäre zu schnell gelaufen ( meiner dachte er sei damals der aufpasser) da gab's kurz meinerseits einen anschiss und das Training ging weiter.

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Kommentar von MaschaTheDog
22.05.2016, 17:08

Dankeschön :) Unserer hat auch mächtig was von uns anhören dürfen nach dieser Aktion :)

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Mein Hund (ein Weibchen, aber sehr dominant) hat auch Mal einen anderen Hund kennengelernt, indem sie beide angeleint waren und nicht zum anderen durften. Beide Hunde haben gleich reagiert wie du es beschreibst.

Das hat sich auch auf die Freundschaft der beiden Hunde ausgewirkt, indem der eine immer sehr verängstigt war, wenn mein Hund in seine Nähe kam (ist aber generell ein ängstlicher Typ).

Ansonsten sind beide Hunde immer sehr friedfertig und komplett problemlos zu halten - ich denke, das ist ganz klar kein Grund zur Besorgnis.

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Nun ich würde behaupten, dass dein Hund überfordert war. Ein paar Runden Fuss laufen am Ende des Trainings bei so einem jungen Hund ist einfach zu viel. Der Trainer wie du haben alle Warnzeichen übersehen. 

Wer Hunde überfordert macht seinen Job nicht richtig.

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Kommentar von MaschaTheDog
22.05.2016, 14:23

Das war noch am Anfang von der Stunde,über fordert konnte er nicht sein.

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(Der Trainer meinte das bekommen wir ganz gut wieder hin,wenn man den Hund führt macht ein Hund sowas nicht mehr)

Warum reicht dir diese Aussage nicht?

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Kommentar von MaschaTheDog
22.05.2016, 14:02

Wollte nur wissen,ob es sowas mal geben kann,ganz unerwartet obwohl ein Hund gut sozialisiert ist.

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Kommentar von Pudelcolada
22.05.2016, 14:56

Mir hätte diese Aussage auch nicht gereicht.
Auf mich wirkt sie sehr mechanistisch, und Hunde sind keine Maschinen.
Also hätte ich auch nachgefragt, allein schon um besser zu verstehen, wie dieser Trainer "tickt".

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Ganz grundsätzlich: Wenn Dein Hund eine Beschädigungsabsicht gehabt hätte, wäre die Situation nicht so glimpflich ausgegangen.

Die Leine schränkt die Möglichkeit eines Hundes, sich mit Artgenossen zu verständigen, sehr stark ein. Es gibt für den Hund keine Möglichkeit auszuweichen oder sich abzuwenden und das kann für Missverständnisse und eine Eskalation sorgen.

Wenn Dein Trainer glaubt, Aggression als Motivation zu erkennen, wird Dein Hund wohl nicht die Absicht gehabt haben, mit dem anderen Rüden zu spielen. Du schreibst zudem ja, dass es früher schon ähnliche Probleme mit Deinem Hund gab.

An Deiner Stelle würde ich sehr intensiv mit dem Hund an seiner Frustrationstoleranz arbeiten und zwar nicht nur hinsichtlich anderer Hunde, sondern auch wenn es um Futter, Spiel etc. geht. Dein Hund muss zügig lernen, dass er a) Frust aushalten muss, wenn er nicht das bekommt, was er will und b) dass Du die Vorgaben machst, Grenzen setzt, die er einzuhalten hat und dass Du bestimmst, welcher Hund sich in Eurer Nähe aufhält und es nicht Job Deines Hundes ist, Artgenossen zu maßregeln oder zu vertreiben.

Wenn Du das Training jetzt schleifen lassen würdest, würde aus einem kleinen Problem ganz sicher irgendwann mal ein großes werden.

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Kommentar von MaschaTheDog
22.05.2016, 14:27

Wir üben bereits an diesen Problemen, die Probleme an der Leine sind schon weg,der Trainer hat uns auch gesagt,welche Regeln/Grenzen wir ihm geben sollen und wie Trainiert werden soll,danke für deine Antwort ! :)

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Mein Hund ist auch ein Rüde und nicht kastriert.Der mag halt sozusagen keine anderen Rüden.Der beißt die auch und knurrt laut.Bei Weibchen ist das anders. Er ist ganz lieb zu ihnen und will meistens spielen und so 

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Ich hab schon oft davon gehört, dass Hunde sich anders begegnen wenn sie angeleint bzw. nicht angeleint sind. Zu dem soll man auch immer beide Hunde an oder ableinen, sonst hat der angeleinte Hund z.B keine fluchtmöglichkeit.

Letztenedes steckt man aber auch nicht in dem Tier drin, es entscheidet selbst wen es mag und wen nicht. Da dein Hund wie du sagts sonst immer freundlich ist und wohl nicht die Absicht hatte den anderen Hund ernsthaft zu verletzen würde ich mir darüber keine sorgen machen.

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Kommentar von MaschaTheDog
22.05.2016, 14:08

Dankeschön :)

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