Kann Schuldner Auto an Sohn verschenken oder günstig verkaufen?

9 Antworten

Also, es gibt gleich mehrere Knackpunkte. Natürlich darf jeder erst mal frei über das verfügen, was er sein Eigentum nennt. Man darf also auch relativ problemlos Eigentum verschenken. Bei einigen Dingen, insbesondere Immobilien gibt es jedoch parallel steuerrechtliche Aspekte zu beachten.

Wie dem auch sei.

Das Hauptproblem ist aber, dass du schreibst, "der Schuldner" würde das machen. Damit befinden wir uns auf einem Minenfeld. Gerade bei drohenden Pfändungen wurde bereits §288 StGB genannt. Auch wurde schon genannt, dass solche Schenkungen relativ problemlos angefochten werden können. Auch ein Insolvenzverwalter kann die Schenkung anfechten, wenn sie noch nicht so lange her ist.

Das viel wichtigere dürfte aber auch §283 StGB sein. Denn der ist viel weiter gefasst. Gerade bei solchen Konstrukten wie "Ich schenke das meinem Sohn und fahre aber weiterhin damit rum" sind oft genug dann eine Straftat. genau dann, wenn man eigentlich Zahlungsunfähig ist oder die Zahlungsunfähigkeit droht.

Antitroll hat ebenfalls ein wichtiges Detail geschrieben. Wenn das Auto eigentlich der Bank gehört, weil die Schulden aus einer Autofinanzierung herrühren, kann man es auch nicht weiter veräußern. Und ggf. gibt es hier sogar noch weitere Tatbestände, die man dann realisieren würde. Also wenn man Eigentum weiter veräu0ert, was einem gar nicht gehört.

 § 288 StGB: Wer bei einer ihm drohenden Vollstreckung in der Absicht, die Befriedigung des Gläubigers zu vereiteln, Bestandteile seines Vermögens veräußert oder beiseite schafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Das heißt, hier stehen dann nicht „nur" Schulden im Raum, sondern Straftaten, so dass bei jeder Handlung hinsichtlich der Vollstreckung Vorsicht geboten ist. 

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Wielang ist drohende Vollstreckung definiert? Wenn man zwischenzeitlich durch nen anderen Verkauf an Geld gelangt ist, noch Schulden hatte aber da auch ein Auto an sein Sohn verschenkt oder günstig verkauft hätte, wäre es rechtens auch wenn man immernoch Schulden hat?

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@inceptionmauri

Nein, erst wenn ein Mahnbescheid bei Gericht beantragt wird und der Schuldner nicht widerspricht oder wenn ein Gerichtsurteil gefällt wird

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@SlightlyAnnoyed

Kann man sich da irgendwo erkundigen wann man welche Titel hatte und ob es in der Zwischenzeit eine Zeit gab ohne Titel?

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... wo bitte droht denn so etwas? Kaut Frage jedenfalls nicht.

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@schleudermaxe

Richtig, der TE hat nichts davon geschrieben. Zwischen den Zeilen aber schon, denn wer kommt auf den Gedanken, sein Hab und Gut an Verwandte zu verschenken, obwohl er Schuldenberge hat? Sicherlich nicht der, der die Schulden problemlos bezahlen könnte.

Insofern ist es seriös, hier eine Warnung auszusprechen. Ob die Situation beim TE schon so weit fortgeschritten ist oder nicht, kann man ja dann diskutieren mit dem TE.

Ggf. hätte ein ergänzende Rückfrage dem Beitrag dennoch gut getan ;-)

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@mepeisen

... eben, und diese Rückfrage vermisse ich, es kommt eine Behauptung und die passt eben (noch) nicht.

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Mit den Informationen ist es seriös nicht zu beurteilen. Wurde zum Beispiel das Insolvenzverfahren über Dich eröffnet. Dann bist du grundsätzlich erstmal nur begrenzt verfügungsbefugt. Zwar kannst Du einen Kaufvertrag abschließen. Übereignen, also Eigentum an dem Auto verschaffen, kannst Du aber vermutlich (!) nicht.

Schuldner meldet sich ab, zieht evt. ins Ausland.. Möglichkeiten/Chancen?

Hallo,

Ich habe vor einiger Zeit ein Auto an einen fernen Bekannten verkauft, das lief über ein kleines Autohaus eines Freundes, es ist offiziell kein Privatverkauf. Es gab einen Vertrag, der Kaufpreis war in wenigen Raten zu bezahlen. Diesen Raten ist der Käufer aber nicht nachgekommen. Wie ich mittlerweile über einen gemeinsamen Freund erfahren habe hat er das Auto bereits weiterverkauft, insoweit hätte das auf den eigentlichen Fall keinen Einfluss. Nun kommt aber hinzu, dass sich die Person anscheinend beim Einwohnermeldeamt abgemeldet hat. Unter seiner angegebenen Adresse ist er nicht anzutreffen/nicht mehr Wohnhaft. Wie eine kleine Recherche ergeben hat ist man im Falle einer Abmeldung nicht verpflichtet den neuen Wohnort exakt anzugeben, höchstens Stadt/Gemeinde, aber keine Adresse.

Ich/Wir haben nun also kein Geld erhalten, das Auto ist weiter verkauft und ich habe keine Ahnung wo sich der "Käufer" nun aufhält. Welche Möglichkeiten gibt es nun?

Ab wann besteht wegen Schulden, denn das sind es ja, die Grundlage für eine Zivilklage? Falls ja, was geschieht wenn der Schuldner sich im grenznahen Ausland neu anmeldet? Erfahr ich bzw. mein Anwalt davon? Denn ich glaube nicht dass das dortige Einwohneramt seine Adresse so einfach rausrückt. Kann mir da jemand helfen?

Falls zunächst keine Grundlage für eine Zivilklage besteht, was geschieht dann?

Ich weiß, mit solchen Angelegenheiten wendet man sich eigentlich an einen Anwalt, aber ich vielleicht weiß hier jemand Rat bevor ich mich in weitere Kosten stürze, allein um vorab zu wissen wie in den 2 möglichen Fällen die Chancen stehen.

Um eine Antwort wäre ich wahnsinnig froh, Besten Dank

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