kann Nachmietersuche im Mietvertrag erzwungen werden?

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7 Antworten

Wenn es um einen ganz "normalen" Mietvertrag geht, ist die Klausel unwirksam.

Für eine wirksame Befristung müßte der VM 1 von 3 gesetzlich anerkannten Gründe angeben.

schelm1 06.12.2013, 12:31

Sofern im weiteren Text des Mietvertages, den hier niemand kennt, eine Begründung angegeben ist, wäre das i.O.

Sinniger ist es in solchem Falle gegenseitig auf das ordentliche Kündigungsrecht für die Dauer der vorgesehen 2, jedoch maximal zulässigen 4 Jahre zu verzichten.

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anitari 06.12.2013, 14:25
@schelm1

Wenn die Befristung begründet wäre, wäre die Verlängerungsoption unnötig.

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wenn ich beim Vermieter die Punkte beanstanden werde brauche ich Rechtskräftige Argumente.

Der Vermieter kann sich seinen Mieter frei aussuchen; selbst einen unkritischen Aspiranten, der nicht schon vor Beginn eines Mietverhältnisses Schwierigkeiten andeutet!

Der Vertrag beinhaltet eine Mietfrist, diese ist Vertragsbestandteil und verbindlich für beide Seiten. Das hat Vor- und Nachteile. Wenn du früher ausziehst, müsstest du weiter Miete zahlen bis zum Fristende, wie bei einem zweijährigen Mobilnetzvertrag, oder eben einen Nachmieter auftreiben, der deine Verpflichtung übernimmt.

Nachmietersuche kann nicht im Mietvertrag erzwungen werden ! Aus Sicht des Vermieters finde ich diesen Passus aber verständlich und nicht unfair ! Wenn Du das nicht möchtest, mache doch einfach einen Zeitmietvertrag über 1 Jahr, der dann im beiderseitigen Einverständnis verlängert werden kann !

Ich finde diesen Mietvertrag perfekt für euch, denn ihr mietet nur für 2 Jahre, genau wie ihr wollt. Und dazu noch ne Option für ein weiteres Jahr. Und falls ihr eher rauswollt, (was ja laut Mietvertrag gar nicht möglich ist) aktzeptiert der Vermieter sogar noch einen Nachmieter (was er gesetzlich gesehen gar nicht muß.)

Die Klausel ist vollständig unwirksam, da es sich um eine unbegründete Befristung gem. § 575 BGB handelt...

Auch wenn alle anderen falschen Antworten hier anders lauten...

§ 575 BGB:

"(1) Ein Mietverhältnis kann auf bestimmte Zeit eingegangen werden, wenn der Vermieter nach Ablauf der Mietzeit

  1. die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts nutzen will,
  2. in zulässiger Weise die Räume beseitigen oder so wesentlich verändern oder instand setzen will, dass die Maßnahmen durch eine Fortsetzung des Mietverhältnisses erheblich erschwert würden, oder
  3. die Räume an einen zur Dienstleistung Verpflichteten vermieten will

und er dem Mieter den Grund der Befristung bei Vertragsschluss schriftlich mitteilt. Anderenfalls gilt das Mietverhältnis als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen."

sakura09 06.12.2013, 11:06

Interessant, danke!

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Klas1900 06.12.2013, 11:10

Ich verstehe nicht ganz, welche Klausel hier unwirksam sein soll?

Wenn ich einen Zweijahresmietvertrag abschließe, dann muß ich ihn doch erfüllen, oder? Und da sehe ich die Nachmietersuche (in dieser Zeit) der Vermieterin als Entgegenkommen und nicht als Schikane!

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MosqitoKiller 06.12.2013, 11:11
@Klas1900

Ich verstehe nicht ganz, welche Klausel hier unwirksam sein soll?

Steht doch in meiner Antwort: Die Befristung ohne gesetzlich geforderte Begründung ist unwirksam...

Sogar den Gesetzestext habe ich zitiert...

Wenn ich einen Zweijahresmietvertrag abschließe, dann muß ich ihn doch erfüllen, oder?

Nein, wenn er gesetzeswidrig und damit unwirksam ist, muss er natürlich auch nicht erfüllt werden, denn etwas, das unwirksam und damit faktisch nicht existent ist, muss und kann man auch nicht erfüllen...

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Klas1900 06.12.2013, 11:21
@MosqitoKiller

Sorry, dass ich weiterhin auf dem Schlauch stehe: Wenn beide Parteien im gegenseitigen Einverständnis einen Zweijahresmietvertrag vereinbaren, was ist daran unwirksam?

Oder ist es so, dass ein Zweijahresmietvertrag generell unwirksam ist?

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MosqitoKiller 06.12.2013, 11:26
@Klas1900

Wenn beide Parteien im gegenseitigen Einverständnis einen Zweijahresmietvertrag vereinbaren, was ist daran unwirksam?

Daran ist unwirksam, dass das BGB vorschreibt, dass der Vermieter für eine solche Befristung eine Begründung liefern muss, sonst ist die Befristung unwirksam, so steht es nunmal da...

Das ist ein Mieterschutzgesetz aufgrund des grundgesetzlichen Schutzes der eigenen Wohnung, es schützt den Mieter vor Obdachlosigkeit und ungewolltem Verlust der Wohnung am Ende der Befristung und andere Mieter auf dem Wohnungsmarkt vor Konkurrenzkampf willkürliche Vermieter und gegen Mieter, die alles mit sich machen lassen, um eine Wohnung zu kriegen, ähnlich wie im Arbeitsrecht auch. Und bei der derzeitigen Wohnungsmarktlage ist es auch dringend nötig, dass es solche Gesetze gibt, sonst könnte Mieter grenzenlos ausgebeutet werden...

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MosqitoKiller 06.12.2013, 11:34
@Klas1900

Du musst Dir mal vor Augen führen, was das im Umkehrschluss heißen würde:

Bei entsprechendem Wohnungsmarkt könnte der Vermieter quasi einen "Mietvertrag auf Probe" gestallten. Er befristet einfach jeden Vertrag auf 6 Monate mit einvernehmlicher Verlängerungsoption, wie in der Frage getan, und wenn der Mieter ihm nicht passt, schmeißt er ihn dann nach 6 Monaten wieder raus. Das würde sämtliche Kündigungsbeschränkungen des BGB für den Vermieter komplett unterwandern und aushöhlen, der Kündigungsschutz wäre praktisch nicht mehr existent...

Genau so läuft es auf dem Arbeitsmarkt ja mit befristeten Arbeitsverträgen, das Ergebnis kennen wir alle. Und Obdachlosigkeit ist noch viel schlimmer als Arbeitslosigkeit...

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Klma1029 06.12.2013, 11:13

Nehmen wir an es gibt ein triftigen Grund für die Befristung.

Wie sieht's mit dem dem zwang für Suche eines neuen Vermieter? Ist das nicht Sache des Vermieters? Deswegen hat man doch die gesetzliche Kündigungsfrist oder?

Die Befristung ist meiner Meinung nur für maximale meitdauer festgelegt oder?

Danke nochmals

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MosqitoKiller 06.12.2013, 11:18
@Klma1029

Wie sieht's mit dem dem zwang für Suche eines neuen Vermieter? Ist das nicht Sache des Vermieters?

Wenn der Vertrag mit entsprechender Begründung WIRKSAM befristet wäre, wäre diese Klausel inkl. Nachmietersuche völlig ok. Innerhalb der Befristung kann der Mieter normalerweise nicht kündigen, und wenn eine solche Kündigungsmöglichkeit dennoch mit Bedingung der Stellung eines Nachmieters vereinbart wurde, ist das dann auch logischerweise Sache des Mieters, und nicht des Vermieters...

Deswegen hat man doch die gesetzliche Kündigungsfrist oder?

Bei einem befristeten Mietvertrag kann man im Normalfall nicht kündigen, und ohne Möglichkeit der Kündigung gibt es logischerweise auch keine gesetzliche Kündigungsfrist, der Vertrag endet mit Ende der Befristung einfach...

Die Befristung ist meiner Meinung nur für maximale meitdauer festgelegt oder?

Ja, und genau das ist ohne entsprechende Begründung unwirksam...

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MosqitoKiller 06.12.2013, 11:40
@Klma1029

Die Befristung ist meiner Meinung nur für maximale meitdauer festgelegt oder?

Falls Du damit meinst, dass die Laufzeit auch weniger sein kann, man also innerhalb der Mietzeit kündigen kann: NEIN, bei einem befristeten Mietvertrag ist das eben gesetzlich nicht so, das muss vertraglich vereinbart werden, und zwar zu den Bedingungen, auf die man sich einigt. Ansonsten ist ein befristeter Mietvertrag bis zum Ende der Laufzeit normalerweise nicht kündbar...

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Völlig in Ordnung!

anitari 06.12.2013, 11:34

Völlig in Unordnung!

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