Kann mir wohl jemand helfen weitere Beispiele hierfür zu finden?

 - (Deutsch, Unterricht, Deutschunterricht)

3 Antworten

Das war früher ganz leicht. Seit der verdammten Rechtschreibreform ist es leider oft ein Problem - zumindest für mich. Früher hätte ich dir auf Anhieb x Beispiele nennen können, ohne im Duden nachschauen zu müssen, ob das eine oder andere Verb mit Präfix inzwischen idiotischerweise im Infinitiv und in der Perfektform nicht mehr zusammengeschrieben wird. Zum Beispiel bin ich mir jetzt schon nicht mehr sicher, ob man "zusammenschreiben" vielleicht inzwischen trennen muss.

Da ich mich gerade bei diesem Problem nicht um die Rechtschreibreform kümmere, kann ich dir leider nicht umfassend weiterhelfen. Ich will dir schließlich nichts Falsches beibringen.

In deinem Beispiel oben hilft dir aber vielleicht auch eine kleine Eselsbrücke:

In Satz 1 kannst du keine Information zwischen "wieder" und "sehen" schieben. Es ist EIN Verb, und zwar ein trennbares Verb. Die trennbaren Verb haben IMMER die Betonung auf dem Präfix, also "wiedersehen".

  • Ich möchte dich wiedersehen.
  • Ich möchte dich morgen wiedersehen.
  • Ich möchte dich morgen gesund und munter wiedersehen.
  • Ich habe meinen Freund wiedergesehen.
  • Ich habe meinen Freund letzte Woche wiedergesehen.
  • Ich habe meinen Freund letzte Woche gesund und munter wiedergesehen.

In Satz 2 kannst du Informationen zwischen "wieder" und "sehen" schieben. Das "wieder" bildet zusammen mit dem Verb "sehen" keine eigene Bedeutung. Es handelt sich also nicht um ein trennbares Verb. Deshalb ist die Betonung auch auf dem Verb, also "wieder sehen".

  • Dank der OP kann ich wieder sehen.
  • Dank der OP kann ich wieder sehr gut sehen.
  • Dank der OP kann ich auch wieder durch ein Mikroskop oder Fernglas sehen.
  • Gestern habe ich zum ersten Mal wieder durch ein Fernglas gesehen.

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Andere Beispiele:

Aber hier funktioniert die Eselsbrücke bei "wieder" nicht wirklich. Was jedoch immer gilt, ist die Regel für trennbare Verben.

Die Verb-Betonung liegt bei den trennbaren Verben auf dem Präfix:

  • Ich mache mit meiner Arbeit weiter. Ich rufe meinen Freund später noch einmal an.
  • Man kann keine anderen Wörter zwischen das Präfix und den Infinitiv schieben: Ich will jetzt mit meiner Arbeit weitermachen.Ich werde meinen Freund später noch einmal anrufen.
  • Man kann keine Wörter zwischen das Präfix und die Partizip2-Form (zur Bildung des Perfekts etc.) schieben: Ich habe mit meiner Arbeit weitergemacht. Ich habe meinen Freund später noch einmal angerufen.
  • Man kann keine Wörter zwischen das Präfix und den zu-Infinitiv schieben: Ich habe keine Lust, mit meiner Arbeit weiterzumachen. Ich gehe in die Cafetería, um meinen Freund anzurufen.
  • weitermachen (= nicht stoppen/anhalten, sondern etwas fortsetzen) X etwas weiter machen (wenn etwas zu eng ist, z.B. eine Hose)
  • sich zusammenfinden (= sich in größerer Anzahl an einem Ort treffen) X etwas zusammen finden (= gemeinsam etwas finden, z.B. einen Schatz)
  • wiederherstellen (= instandsetzen, z.B. ein altes Bauwerk, eine Datei, ein Gemälde) X etwas wieder herstellen (etwas neu oder noch einmal produzieren, z.B. den VW Käfer)
  • hergehen (= passieren, geschehen) X hin und her gehen (auf und ab)
  • ablaufen (= vergehen, z.B. Zeit, eine Frist) X auf und ab laufen (hin und her)
  • jemanden fertigmachen (= jdn. erledigen, kaputtmachen, fig.) x etwas fertig machen/fertigmachen ( = etwas zu Ende bringen und bereitstellen, z.B. das Essen, eine Arbeit; hier sind beide Schreibweisen möglich)

Unser Lehrer hat immer gesagt, wenn ein ein Wort im übertragenem Sinne (nicht wortwörtlich) meint, dann müsse man es zusammen schreiben. Wenn man ein Wort so meint, wie man es sagt, also wortwörtlich, dann müssen die Wörter getrennt geschrieben werden.

Kannst Du das bitte wiederholen?
Warum muss ich den Ball schon wieder holen?

Bitte erst antworten, nachdem sie nachgedacht haben.
Bitte immer eins nach dem anderen.

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