Kann mir jmd. ein paar Fragen zum Christentum beantworten?

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  1. Protestanten und evangelische Christen sind zwei Namen für die Christen, die aus der Reformation hervorgegangen sind. Darunter gibt es eine Gruppe, die auf eine persönliche, bewusste und radikale Entscheidung für den Glauben wert legt. Das sind die Evangelikalen.
  2. Für alle Christen ist die gesamte Bibel, also Altes und Neues Testament, Grundlage des Glaubens. Das Neue Testament hat wegen der darin enthaltenen Zeugnisse über Leben, Wirken, Tod und Auferstehung des Jesus von Nazaret einen höheren Stellenwert.
  3. siehe Frage 2.
  4. Die Zeugnisse über Jesus von Nazaret sind in den vier Evangelien enthalten. Das sind die ersten vier Bücher des Neuen Testamentes. Das neue Testament enthält darüber hinaus die Apostelgeschichte (Überlieferungen aus der Anfangszeit der christlichen Gemeinde), diverse Briefe von Aposteln an Gemeinden und Einzelpersonen sowie die "Offenbarung des Johannes", eine prophetisch-apokalyptische Schrift.
  1. Als Protestanten werden die Christen bezeichnet, die aus der Reformation hervorgegangen sind, weil sie gegen die Katholische Kirche protestiert haben. Sie werden auch als evangelische Christen bezeichnet. Dazu gehören auch die Evangelikalen, die nicht in evangelischen Landeskirchen sondern in Freikirchen organisiert sind.
  2. Ja, für Christen gilt die ganze Bibel (vgl. 2. Timotheus 3,16). Wichtig ist aber der Kontext der jeweiligen Bibelstellen. Das Gesetz des Mose aus dem AT wurde z. B. dem Volk Israel gegeben und von Jesus erfüllt und zu seinem Ende gebracht (Römer 10,4), weshalb Christen nicht unter diesem Gesetz stehen.
  3. Wenn sie Christen sind, sollten sie das tun.
  4. Jesus ist auch im AT zu finden. Zirka 400 Jahre vor Christi Geburt war das AT abgeschlossen. Darin finden sich über 300 prophetische Voraussagen auf Jesus Christus, den jüdischen „Messias“, die sich ausnahmslos im Leben Jesu erfüllten. Ein paar Beispiele dafür:
  • Die Jungfrauengeburt: Jesaja 7,14; Matth. 1,18-25
  • Geburtsort Bethlehem: Micha 5,1; Matth. 2,1
  • Wegbereiter Johannes der Täufer: Jesaja 40,3; Matth. 3,1-3
  • Verrat für 30 Silberlinge: Sach. 11,12; Matth. 26,15
  • Verräterlohn für den Töpferacker: Sach. 11,13; Matth. 27,5-7
  • Anspeien Jesu: Jesaja 50,6; Matth. 27,30
  • Von seinem Volk abgelehnt: Jesaja 53,3; Markus 15,14
  • Hände und Füße durchbohrt: Psalm 22,17; Joh. 19,18.37
  • Los über sein Gewand: Psalm 22,19; Joh. 19,24
  • Galle und Essig zu trinken: Psalm 69,22; Matth. 27,34
  • Kein Bein zerbrochen: Psalm 34,21; Joh. 19,33
  • In die Seite gestochen: Sach. 12,10; Joh. 19,34
  • Grab bei Gottlosen und Reichen: Jesaja 53,9; Matth. 27,55-60

Evangelikale Christen können verschiedenen protestantischen Konfessionen angehören, sie können beispielsweise reformiertlutherischbaptistischmethodistisch oder anglikanisch sein, sich aber auch konfessionsübergreifenden (überkonfessionellen) oder nicht-konfessionellen Gruppierungen zugehörig fühlen. Damit ist Evangelikalismus kein trennscharfer, konfessionsspezifischer Begriff.[1] In Deutschland arbeiten die Evangelikalen in der Mehrzahl in den evangelischen Landeskirchen mit,[2] in denen sie zum Teil eigenständige Gemeinschaften und Strukturen bilden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelikalismus

2) Ja, für Protestanten/Reformierte gehört zur Bibel das Alte und das Neue Testament.

3) Ja, bei den Katholiken ist es auch der Fall. Wobei sie zahlreiche nicht durch Bibel bestätigte Glaubensansichten haben. Dazu gehört das Papsttum, Heiligenverehrung, sündlose Maria, Ablasshandel, Sündenfreispruch durch einen Priester usw.

Der große Unterschied von Katholiken und Reformierten ist das Abendmahl. Für die Katholische Kirche gibt es eine Wandlung von Brot und Wein in das Fleisch und Blut von Jesus Christus. Die Reformierten sehen darin nur ein Feier zum Andenken an das letzte Essen von Jesus mit seinen Jüngern.

4) In den Evangelien geht es um das Leben von Jesus. Danach um die Geschichte der Verbreitung des Christentums. Wobei es zu Beginn keine Christen, sondern einzig Juden waren.

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