Kann mir jemand was zu der Wasserpest Situation am Baldeneysee sagen?

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1 Antwort

Es handelt sich um eine aus Amerika stammende Art der Wasserpest.

Nuttall’s Wasserpest (Elodea nuttallii) Ist ziemlich robust mit hohem Potenzial, die einheimischen Arten zu verdrängen. Angefangen hat die Pest im Harkortsee und breitet sich ziemlich schnell aus. Eigentlich ein Zeichen, dass das Wasser durch geringere Mengen an Phosphor sauberer geworden ist. Nachteilig sind aber die immer weiter steigenden Einträge von Pflanzenhilfsstoffen (Dünger) durch die Landwirtschaft. Der ist kaum ein Vorwurf zu machen, denn mittlerweile wird mit Gülle mehr Geld verdient als durch die Ernte selbst. Auch die Umstellung der Landwirtschaft von den Lebensmitteln zu Tierfutter und Energieerzeugung spielt eine Rolle. Hier besonders Stickstoff, Kupfer und Ammonium. Ein überhöhter Kupfergehalt war aufgrund des Bergbaus schon immer in der Ruhr. Dazu hat Schweinegülle den höchsten Kupfergehalt aller tierischen Naturdünger. Und so lange wir ständig nach Bratwurst und Nackensteaks schreien, wird sich daran nichts ändern.
Natürlich gibt es Gesetze und Verordnungen im gesamten Umfeld des Gewässerschutzes, die sogar bis zur Enteignung führen können. Die verschiedenen Zuständigkeiten (bis zu 5) sind aber nicht miteinander Verzahnt, so dass es allein an der fachlichen Bildung der zuständigen Stellen liegt, dass kaum etwas umgesetzt wird.
Weiterbildung der Behörden ist aufgrund der permanenten Unterbesetzung kaum möglich. Somit sind alle Gesetze nur Augenwischerei, weil durch die Behörden nur 1 % der Betriebe tatsächlich kontrolliert werden.
Häufig kommt es vor, dass Ehrenamtliche über die Gesetze besser Bescheid wissen, als ein einzelner Beamter in seinem begrenzten Tellerrand. Da ist Stress vorprogrammiert, weil der fachlich nicht versierte Beamte ungewollt lügen muss, weil er es nicht besser weiß.

Am Baldeneysee sind die Privatnutzer aufgefordert, selber aktiv bei der Reduzierung der Wasserpest mitzuhelfen. Gern wird auf den Ruhrverband geschimpft, jedoch ist er dafür nicht zuständig, unternimmt jedoch trotzdem großzügig und freiwillig einige Aktionen gegen die Wasserpest.

Falls Du dich noch weiter einlesen willst: es gibt einen 377-Seiten-Bericht über die Wasserpest. Das Ergebnis stand aber vorher fest: man ist hilflos den eingeschleppten Pflanzen und Tieren ausgeliefert.
http://www.ruhrverband.de/fileadmin/pdf/elodea\_abschlussbericht.pdf


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