Kann mir jemand meine Kamera erklären?

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Ich versuche es mal umfassend aber verständlich zu erklären:

Wie entsteht ein Foto?

Licht trifft von einer Lichtquelle wie der Sonne oder einer Lampe auf dein Motiv und wird vom diesem reflektiert. Die reflektierten Lichtstrahlen gelangen durch das Objektiv in deine Kamera und dort auf den Sensor. Auf dem Sensor wird das sogenannte reelle Abbild erzeugt. Vereinfacht gesagt, ein (i.d.R verkleinertes - abgesehen von Makrofotografie) Bild deines Motivs. Jedes Objekt reflektiert anders: Bei einem Tiefschwarz erscheinendem Motiv wird das Licht nahezu komplett geschluckt - in diesem Bereich deines reellen Abbildes trifft auch kein Licht auf den Sensor - da vom Motiv ja nichts reflektiert wird. Rein weiße Objekte reflektieren das einfallende Licht nahezu vollständig. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es verschiedene Graustufen. Das Thema Farbe lassen wir mal ganz außen vor, da in diesem Kontext irrelevant. Zum Verständnis: Weiß kann auch unabhängig von der Farbe als "hell" bezeichnet werden. Es geht hier mehr um die Helligkeitsstufen als um die Farbe "weiß" an sich. Die hellen Stellen im Foto nennt man auch "Lichter". Das Gleiche gilt für die dunklen Stellen - die müssen nicht zwingend schwarz sein. Sie werden "Schatten" genannt. 

Beispiel: Dein Motiv besteht aus einem schwarzen Haufen Steinkohle, einer schneeweißen Katze davor und der Himmel ist wolkenbehangen und grau

 Die Kamera soll sich nun das Motiv mit seinen verschiedenen Schwarz, Grau und Weißtönen abspeichern, sodass dein Monitor, auf dem du das Bild betrachtest, die unterschiedlichen Graustufen wiedergibt. Aus den verschiedenen Tönen ergibt sich dann das Gesamtbild.  Im Normalfall soll die Katze weiß abgebildet werden, die Kohle schwarz und der Himmel grau. Anmerkung: Das Foto muss nicht immer exakt der Wirklichtkeit entsprechen, man man könnte die weiße Katze auch zur grauen Katze werden lassen, oder den Himmel weiß machen - dazu später mehr.

Jetzt gibt es eine kleine Schwierigkeit: Der Grauton, den deine Kamera abspeichert ist abhängig von der Lichtmenge, die auf ihn fällt. Du kannst dir das so vorstellen: Du hast ein Waschbecken und einen  mit Wasserhahn. Je voller das Waschbecken ist, desto heller (weißer) wird dein Foto. Leeres Wachbecken schwarzes Bild, volles Waschbecken: rein weißes Foto. Würdest du den Sensor längere Zeit "nackt" vor eine auch nur minimal beleuchtetes Motiv halten, so würde dieses immer nach einiger Zeit schneeweiß abgebildet werden. Genauso wie das Waschbecken auch bei nur geringfügig aufgedrehtem Wasserhahn nach einiger Zeit überlaufen würde.  Das heißt, du musst die Lichtmenge regulieren können. Dieser Umstand macht den Verschluss notwendig. Den Wasserhahn kannst du analog dazu ja auch am Hebel an und aus stellen. Ziel ist es nun, das einfallende Licht so zu regulieren, dass dein Foto "Zeichnung" enthält. Zeichnung bedeutet, dass z.B. der Umriss einer Wolke am Himmel noch erkennbar ist. Schneeweiß und Tiefschwarz kann keine Zeichnung übertragen. Eine schneeweiße Katze auf Schnee (oder eine schwarze Katze vor einem Kohlehaufen) wäre z.B. unsichtbar - keine Zeichnung. Du musst also das Licht das von Schnee und Katze auf die Kamera fällt so regulieren, dass sich Grautöne abseits von Schneeweiß und Tiefschwarz ergeben. Nur so wird die Katze überhaupt sichtbar - was ja das Ziel ist. Beim Beispiel des Waschbeckens ist es also das Ziel es zu füllen - ohne dass es ganz leer oder ganz voll ist. Der gesamte Vorgang des Füllens des Waschbeckens wird in der Fotografie "Belichtung" genannt.

Ein Fotograf namens Ansel Adams erfand das Zonensystem: Es teilt das Licht in 11 Stufen ein, gezählt in römischen Zahlen (nur die 0 bleibt arabisch):

 0 I II III ..... bis X

0 stellt Tiefschwarz dar, X Schneeweiß. Zone V ist ein neutraler Grauton (18% Lichtreflektionsgrad) 0 und X versucht man bei der Belichtung zu vermeiden, da sie keine Details übertragen können (man kann es aber gezielt als gestalterisches Mittel einsetzen). Liegt ein Bereich deines Fotos in Zone 0 - so sagt der Fotograf lapidar dazu: "abgesoffen". Liegt er in Zone X so ist er ausgebrannt. Würde die weiße Katze im Schnee in Zone X liegen, wäre sie ausgebrannt - im Foto unsichtbar. Der Haufen Steinkohle der in Zone 0 liegt, wäre einfach nur ein schwarzer Berg - die einzelnen Kohlestücke wären nicht zu erkennen.  Waschebecken: Zone 0 leer, Zone X: Voll/Überlaufen. Von beiden Zuständen hat man nichts. 

Um das Waschbecken nun irgendwo zwischen Voll und Leer zu füllen (halbvoll entspricht korrekt belichtetem Foto - 3/4 voll oder 1/4 voll ist Geschmacksfrage) hast du 3 wichtige Einflussgrößen und eine Größe 4, die du nicht beeinflussen kannst:

1) Die Größe/das Volumen des Waschbeckens. Ein kleines wird schneller voll. Bei einem größeren dauert es länger

2) Den Wasserhahn: Ihn kannst du zunächst ein und ausschalten 

3) Die Stellung des Wasserhahns, hier kannst du regeln wie schnell das Wasser in das Becken fließt - das nennt sich auch Volumenstrom (Liter pro Sekunde z.B.).

4) Wasserdruck: Je höher er ist, desto schneller füllt sich das Becken und umgekehrt.

Auf die Fotografie übertragen sind dies:

1) Die an der Kamera eingestellte Empfindlichkeit in ISO

2) Der Verschluss: Er kann nur die Zustände Lichtdurchlässig und Lichtdicht einnehmen (Wasserhahn an/aus)- nichts dazwischen.

3) Die Blende - die kontrolliert praktisch den "Lichtvolumenstrom".  Vereinfacht gesagt: Die Menge an Lichtteilchen die pro Zeiteinheit auf den Sensor gelangen.

4) Die "Stärke" des vom Motiv reflektierten Lichts (physikalisch nicht ganz korrekt gesprochen) - Lightvalue

Wie beim Waschbecken hängen hier alle drei Größen zusammen. Wie schnell das Becken einen bestimmten Füllstand "Belichtung" erreicht hängt davon ab, wie weit der Hahn aufgedreht ist ("Blende"); wie lange er aufgedreht ist ("Verschluss"); wie groß das Becken ist ("ISO"), und wie hoch der Wasserdruck ist (Lightvalue).

Der Lightvalue (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Lichtwert) ist ein quasi ein absolutes Maß für das einfallende Licht. Aus diesem Wert lassen sich über Formeln die Blende, ISO und die Verschlusszeit bestimmen. Das macht die Kamera aber von selbst. Zwei davon müssen vorgegeben sein. Üblicherweise gibt man primär  die Empflindlichkeit vor (z.b. ISO 100), nun kann man sich aussuchen ob man die Blende oder die Verschlusszeit vorwählen will. Die übrig gebliebene Größe kann die Kamera von selbst bestimmen. Du kannst auch alle Größen im manuellen Modus frei vorgeben - die Kamera gibt dir dann nur Feedback ob deine Einstellungen ihren Messwerten entsprechen. Dies tut sie im Sucher mit ihrer EV-Skala. EV bedeutet Exposurevalue und ist mit dem Lightvalue vergleichbar bezieht sich aber auf eine bestimmte festgelegte Empfindlichkeit. Besagte Skala zeigt aber nur die Abweichung von dem von der Kamera ermittelten EV an. EV 0 bedeutet, dass deine Einstellungen dem Messwert der Kamera entprechen.  EV+1 bedeutet, dass deine Einstellungen zu einem um eine Blende überbelichteten Foto führen. Was "eine Blende überbelichtet bedeutet":

ISO, Verschlusszeit und Blende hängen wie folgt zusammen.

Merke dir die Blendenreihe: 1; 1,4; 2; 2,8; 5,6; 8; 11; 16; 22

Wenn deine Kamera vorschlägt ein Foto bei ISO 100 bei Blende 8 und einer 1/125 Sekunde zu belichten, hast du folgende Optionen. Wenn du mit einer 1/250 Sekunde belichten willst, muss du entweder die Blende um eine Stufe öffnen 8 -> 5,6 oder die ISO verdoppeln: 100 -> 200. Tust du es nicht, erhälst du eine Überbelichtung von 1 "Blende" Zweites Beispiel: Kamera sagt: ISO 100, Blende 2,8 und 1/60 Sekunde. Du möchtest um zwei Blenden unterbelichten und kannst folgendes tun: Iso zwei mal halbieren: 100 -> 50 -> 25 ODER die Blende zwei Stufen höher einstellen: 2,8 -> 5,6 -> 8. 

Kurz: Zeit und ISO werden pro Blendstufe verdoppelt oder halbiert, bei den Blenden muss man die o.g. Reihe auswendig kennen. Die hier genannten Blendenstufen (Belichtungsstufen) entsprechen sind exakt die Abstände zwischen den oben genannten Zonen im Zonensystem.

Es gibt also viele verschiedene Kombinationen von ISO, Blende und Verschlusszeit die alle zu einer richtigen Belichtung führen.

Die Blende hat aber noch eine andere Funktion: Stellst du eine hohe Blendenzahl ein (die Irisblende/Loch im Objektiv wird umso kleiner, je höher die Blendenzahl ist) um so größer wird der Bereich um den Fokuspunkt, der scharf dargestellt wird. Möchtest du im Bild von vorn bis hinten möglichst viel scharf haben, sollte die Blende möglichst weit geschlossen werden. Dafür musst du aber entweder die Verschlusszeit entsprechend verlängern oder die Empfindlichkeit höher stellen. Kurze Verschlusszeiten stellst du ein, wenn du z.B. schnell bewegte Motive fotografieren willst. Man muss immer einen Kompromiss zwischen allen Größen finden.  Die Kamera zeigt dir aber an, ob das Bild in der aktuellen Einstellung richtig belichtet ist. 

Noch wichtig zu wissen ist: Die Kamera versucht immer so zu belichten, dass der Durchschnitt aller Bildpunkte ein mittleres 18% Grau ergibt (Zone V). Bei der Farbfotografie entspricht dies quasi einer mittleren "Helligkeit". Wenn du vor einer großen weißen Wand stehst und diese fotografierst, wird die Kamera daraus eine graue Wand (in Farbe eine dunklere weiße Wand) machen.  Wenn du diese Wand im Foto nun im Foto hell weiß haben willst, musst du überbelichten (Belichtungskorrektur). Ein kräftiges helles Weiß findet man ab Zone 8. Die Kamera misst auf Zone 5: Du musst also 3 Zonen springen bzw. 3 Blenden überbelichten: Die Belichtungszeit 3 x halbieren ODER die ISO drei mal verdoppeln oder die Blende um 3 Stufen öffnen. Mit dieser Methode kannst du die Helligkeitswerte bildwichtiger Bereiche gezielt steuern.


Am einfachsten fängst Du mit der Blende an und lässt die Kamera durch die entsprechende Halbautomatik die passende Zeit dazu finden.

zB Stell die Kamera mit ca50mm Brennweite auf ein Stativ Richtung Fenster (unter der Annahme Du hast eins mit Aussicht), stell die ISO auf 100 fest, wähle den Modus A des Einstellrades, lass den Blitz aus. Nun auf mit dem Fenster und stell nen  Blumenstock aufs Fensterbrett. Jetzt veränderst Du die Blende am Einstellrad und beobachtest Einerseits die Schärfentiefe (also ob Blumenstock und Hintergrund gleichermaßen Scharf werden beim Auslösen, oder nur eins davon) und Andererseits die Belichtungszeit die sich beim Schließen der Blende immer weiter verlängert - auch je nachdem wie hell es gerade ist.

Nun führe dir vor Augen, dass Du bei 50mm Brennweite ca 1/50 sec benötigst, um noch ohne Stativ verwacklungsfrei fotografieren zu können. Da aber Objektive für gewöhnlich bei Blende F8-11 am Schärfsten sind,  hättest Du nur die Wahl, die ISO zu erhöhen um noch aus der Hand heraus fotografieren zu können, was aber leider auch das Bildrauschen erhöht.

Würdest Du die Blende stattdessen weit öffnen, um die Belichtugszeit zu verringern, würde sich die Schärfentiefe verkleinern (Blumenstock wäre scharf Hintergrund nicht) und die allgemeine Schärfe des Objektivs würde je nach Güte (besonders in den Ecken) sinken. Weniger Schärfe ist bei Portraits allerdings manchmal ein gewünschter Effekt, da Haut so viel weicher wirkt.

Der Mix aus vorhandenem Licht, Blendenöffnung und ISO bestimmt im A-Modus also die Belichtungszeit. Ich denke dass dieser Modus gerade auch am Anfang der Richtige ist um mit so ner Kamera klar zu kommen. Das macht aber auch erst so richtig Spaß mit einer Festbrennweite die F1.8 oder kleiner schafft.

Der S-Modus wäre das genaue Gegenteil, da Du hier die Zeit einstellst und die Kamera versucht mit der Blende und ISO gegenzusteuern um an ein korrekt belichtetes Bild zu gelangen. Hier gibst Du halt die Kontrolle über Schärfentiefe vollkommen aus der Hand.

Im P-Modus hingegen legst Du nur die ISO fest und die Kamera macht mit Blende und Verschlusszeit, genau wie bei der Vollautomatik was sie eben will.

Und M-Modus hieße eben für jedes Bild alle Werte per Hand einstellen. Hier hilft nur noch Probieren und Erfahrung aber keine Automatik mehr.



Seit einigen Jahren eine Nikon D3200 und nur im Vollautomatikmodus "die Kamera festgehalten"?

Du hast dir nie den Guidemodus angeschaut? Der wurde extra für die absoluten Beginner entwickelt.

Schau dir auf YT ca. 38 der 5.796 Einführungskurse zu Fotografie an.

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