Kann mir jemand folgenden Sachverhalt bitte einmal erläutern?

2 Antworten

In einem Strafprozess geht es um den Täter und nicht um das Opfer. Das Gerichtsverfahren ist dazu da, die Schuld des Täters festzustellen oder eben auch nicht. 

Wie du schon richtig erkannt hast, ist das Opfer in diesem Prozess Zeuge und wird damit behandelt, wie jeder ander Zeuge auch. Das trägt dem rechtsstaatlichen Prinzip der Unschuldsvermutung Rechnung. Der Ankgeklagte ist erst dann schuldig, wenn seine Schuld bewiesen ist. Das ist auch bei einer Verurteilung regelmässig erst mit dem Urteil der Fall. 

Nun hat das Opfer auch die Möglichkeit, als Nebenkläger aufzutreten. Damit kann das Opfer selbst bzw. sein Anwalt aktiv in den Prozess eingreifen und ebenfalls Fragen an den Angeklagten stellen. 

Weil es nicht um die Opfer geht. Es geht um den Täter. Wenn es eine strafrechtliches Verfahren ist, dann muss der Zeuge durch die eine Tür den Saal verlassen und kann durch die andere in den Zuschauerraum eintreten. Die sind fast alle öffentlich. Wollen viele nur nicht. Das der Täter zu Beginn aussagt hat taktische Gründe. Man will den Sachverhalt aufklären, also will man das alle unbefangen aussagen ohne die Angaben von anderen gehört zu haben. So kann man feststellen ob Storys ausgedacht wurden oder ob Zusammenhänge nicht wirklich passen.

Die andere Frage beantwortet sich auch so. Es ist unerheblich was die Opfer Fragen wollen, der Richter muss den Sachverhalt aufklären und beurteilen deshalb hat er ein Fragerecht. Was sollten die Fragen an den Täter auch bringen? Dafür gibt es den Staatsanwalt, der viel dezidierter Fragen kann.

Die Personen (Täter) die dort sitzen, sind so lange unschuldig, bis das Verfahren beendet wurde und sie schuldig gesprochen wurden. in dubio pro reo.

Du verurteilst die Personen vor. Genau das macht der Staat nicht bzw. genau das verhindert unsere Verfassung und die StPO etc.

Nunja, schwer als Geschädigte jemanden nicht zu verurteilen. Schließlich weiß ich, was sie getan haben.

Ich habe somit auch die richtige Entscheidung getroffen mein Jurastudium abzubrechen.

Spätestens seit dem "Ereignis",( welches nun Jahre zurück liegt und erst in der kommenden Woche verhandelt wird), bin ich nicht mehr in der Lage neutral zu urteilen.

Nungut danke für deine Antwort, leuchtet ein. Mit dem Strafrecht hatte ich mich damals (noch) nicht eingehend befasst. Dass man aber lediglich Beweismittel ist, war mir ja bewusst.

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@Nerderella

Ich weiß nicht genau was du meinst jemanden nicht vorzuverurteilen - nur weil einem etwas passiert ist heißt es nicht das alle Menschen so sind.

Vor Gericht stehen öfter mal auch mal unschuldige, das kommt vor. Es kommt sogar vor das unschuldige Verurteilt werden.

Aber wir haben regeln die genau besagen was klargestellt sein muss um sicher zu verurteilen. Teilweise recht es für eine Verurteilung auch nicht aus, weil eben nicht eindeutig ist, dass der Täter schuldig ist. Wenn du Jura studiert hast, dann sagt dir doch der dreistufige Prüfungsaufbau etwas: Tatbestand Rechtswidrigkeit Schuld - Vielleicht hatte auch jemand Entschuldigungsgründe oder seine Tat war gerechtfertigt. Trotzdem kann er vor Gericht gestellt werden weil diese Gründe noch nicht so ganz klar sind und erst durch die Befragung aller Zeugen sowie Beachtung aller Beweise erbracht wird.

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