Kann mir jemand Exodus 4:24-26 erklären?

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4 Antworten

Hallo ReinhardHeyd,

nach der "Neue evangelistische Übersetzung" wird in den Versen gesagt:

24 Unterwegs am Rastplatz fiel Jahwe über Mose her und wollte ihn töten.3 25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein, schnitt die Vorhaut am Glied ihres Sohnes ab und berührte damit die Scham von Mose.4 Dabei sagte sie: "Du bist mir wirklich ein Blutsbräutigam!" 26 Wegen der Beschneidung sagte sie "Blutsbräutigam" zu ihm. Da ließ Jahwe von Mose ab.

Die Schlachter 2000 hingegen übersetzt:

24 Es geschah aber, als er unterwegs in der Herberge war, da trat ihm der Herr entgegen und wollte ihn töten. 25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und warf sie ihm vor die Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam! 26 Da ließ Er von ihm ab. Sie sagte aber »Blutbräutigam« wegen der Beschneidung.2

Es folgt ein Link, der Dich zu einer Interlinear-Übersetzung ; dort wirst Du merken, dass die SLA diese Verse recht wortgetreu wiedergibt.

http://biblehub.com/interlinear/exodus/4.htm

Zum Sinn:

Schon in Genesis 17 schließt Gott mit Abram einen Bund, der von Abraham verlangt, dass seine Nachkommen alle an ihrer Vorhaut beschnitten werden mussten. Bei Unterlassen sollte den Verantwortlichen die Todesstrafe treffen.

Der Ablauf der Handlungen kann nach der Grammatik nicht ganz genau erkannt werden, wegen der Personalpronomen(er, ihm, ihn, ihm, usw,), aber die Verse könnten so verstanden werden (nach der Logik):

24 Es geschah aber, als er (Moses) unterwegs in der Herberge war, da trat ihm (dem Moses) der Herr (TLXX:„Jehovas Engel“) entgegen und wollte ihn (Moses) töten. 25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und warf sie ihm (Moses) vor die Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam! 26 Da ließ Er (Jehovas Engel)von ihm (Moses) ab. Sie sagte aber »Blutbräutigam« wegen der Beschneidung.2

Begründung:

Zippora sah, dass Moses beschnitten war, fragte ihn nach der Prozedur, nach dem Wieso und Weshalb. Moses erklärte, dass dabei schon etwas Blut floss. Daraufhin Zippora: "Aber nicht bei meinem Sohn!" Moses gab seinerzeit nach - er lebte auf dem Besitz seines Schwiegervaters, des Patriarchen - vielleicht aber benutzte sie auch da schon die Anschuldigung: "Du bist mir ein Blutbräutigam!"

Wie gesagt, so stelle ich mir das vor - aber es mag sein, dass Moses, wenn wir in der Neuen Welt, wenn wir ewig leben und ihn dann fragen, eine etwas andere Geschichte erzählt....

Grüße, kdd

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Kommentar von User56782
20.02.2016, 23:39

Danke kdd. Jetzt ist mir klarer

4

DAS ZWEITE BUCH MOSE (EXODUS) (2.Mose 4,24-26)

24Und als Mose unterwegs in der Herberge war, kam ihm der HERR entgegen und wollte ihn töten. 

25Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und berührte damit seine Scham und sprach: Du bist mir ein Blutbräutigam. 

26Da ließ er von ihm ab. Sie sagte aber Blutbräutigam um der Beschneidung willen.


Das ist nun ein ganz kompliziertes Problem,Die Geschichte mit der Kuschitin bei dem es ebenfalls um Zippora geht. Als die Dinge in Ägypten sehr kritisch wurden für die Hebräer – die Situation war richtig 

lebensgefährlich geworden für die Hebräer-Sklaven –, bleibt die Zippora mit
ihren Kindern bei ihrem Vater. Das war ganz normal und so üblich. Eines Tages kommt der Vater aber mit der Zippora und deren Kindern bei Moses wieder an und es stehen dann an dieser Stelle auf Hebräisch die Worte:
"Nachdem Sie Moses weggeschickt hatte!" Dieses Wort ist aber nun einmal wie so viele andere Worte im Hebräischen mehrdeutig. Es könnte sein,
dass Moses sie in Sicherheit, in die Geborgenheit der Wüste geschickthatte.
Es kann aber auch sein, dass er sich von ihr getrennt hatte.
Ja, das bleibt offen. Darüber gibt es im Talmud und auch später Bücher
über Bücher, denn hier in diesem Zusammenhang kommt nun auch derName Kuschitin auf. Kuschit könnte schwarz, dunkelhäutig, bedeuten. Dasist gut möglich.
Luther übersetzt an dieser Stelle ganz einfach: "Die Mohrin".
Ja, aber so ohne Weiteres ist das eben nicht so. Denn es gibt sehr wohl einen Stamm, der in der Geschichte Kuschan genannt wird. Ich habe schon gesagt, dass Jitro mehrere Namen hat und die Midianiter auch als Keniter auftreten. Dieser Stamm Kuschan ist ein Stamm aus dem ganzen Stamm der Midianiter. Es gibt also Gelehrte, die sagen, dass die Kuschitin
dieselbe Frau ist, also Zippora, sie hier nur anders genannt wird. Denn
inzwischen hatte es ja auch diesen furchtbaren Vorfall mit derBeschneidung gegeben, den wir hier aber nur kurz streifen können: Daswar die Beschneidung der Söhne von Zippora. Manche sagen also, das seidieselbe Frau gewesen. Wieder andere sagen aber: "Nein, er hatte sieweggeschickt" – was ja ebenfalls möglich sein kann – "und hat eine andereFrau geheiratet." Die Sache bleibt also ein bisschen offen.
Die Kuschitin könnte eine Frau aus Schwarzafrika,
eine Frau, die aus Nubien bzw. Äthiopien sein oder aus Transjordanien ,dort hat es auch sehr viele dunkelhäutige Menschen gegeben . Es könnte also sein, dass sie z. B. aus dem Süden Transjordaniens gekommen ist. Man kann sichdas heute zwar nicht mehr vorstellen, aber auch in diesem Transjordanien
wohnten damals die Israeliten: Ruben, Gad und der halbe Stamm Menasse
wohnten im heutigen Transjordanien. Dort lebten auch ihre entfernten
Neffen und Vettern, nämlich die Edomiter, die Kinder des Esau, und die
Moabiter. Das war also alles semitisch. Und die Edomiter, die späteren,
nicht Esau selbst, sind in der Tat dunkelhäutig gewesen, weil sie sich mit den südlicheren Moabitern und Ammonitern gemischt hatten. Diese ganze Geschichte bleibt also offen. Es gibt im Hinblick auf diese Geschichte
um die Zippora zwei aufregende Punkte. Sie war erstens einmal eine großartige Frau, diese Zippora. Moses ist nämlich dauernd unterwegs,
wirklich dauernd. Seine Frau ist, wie man das heute nennen würde, eine
Alleinerzieherin: Sie muss ihre beiden Kinder alleine erziehen. Die Schrift
erzählt uns in diesem Zusammenhang, dass der Reguël, also der Jitro, ihr
Vater, mit der ganzen Sache einverstanden gewesen ist. Er war ja zum Zeitpunkt des Ehebundes eine weitaus höher gestellte Person in der Gesellschaft als dieser Flüchtling und Unbekannte, Moses. Er hatte nur eine
einzige Bedingung beim Ehebund gestellt: Ein Sprössling aus derVerbindung seiner Tochter mit Moses sollte kein Monotheist sein, sollte nicht wie ein Hebräer erzogen werden. Auch Moses hatte diese Bedingung angenommen, denn das Ganze spielte sich ja noch weit vor Sinai ab.
Moses hatte also zwei Kinder, Gerschom und Eliëser. Die Namen sagen
bereits wieder sehr viel: "Gerschom" heißt "Ich war ein Fremder dort",
während "Eliëser" "Gott ist meine Hilfe" heißt. Jeder hebräische Name hat
doch ein Programm. In der Nacht, als sich Moses und Zippora nachlängerer Zeit wiederfinden, geschieht etwas ganz Gravierendes. Ich weiß
nicht, ob das eine Vision gewesen ist. Ich denke, das kann man nicht soohne Weiteres deuten. Es muss ein Schock, ein Schreck, ein Vorwurf, eine
Selbstkasteiung oder so etwas Ähnliches gewesen sein. Moses macht sich nämlich schreckliche Vorwürfe, dass aufgrund des Versprechens gegenüber Jitro bei seinem Erstgeborenen die Beschneidung nicht vorgenommen worden ist. Denn das wäre doch das Zeichen der männlichen Abrahams-Nachfolge gewesen. Die Zippora sagt aber in
diesem Moment, und das ist unglaublich energisch, um des Familienfriedens willen, um des Friedens der Gemeinschaft willen: "Dann
mache ich die Sache eben!" Sie geht also hin und beschneidet ihren Sohnmit einem Feuerstein. Dann tritt Ruhe ein in dieser Frage. Das ist die große
Leistung der Zippora gewesen: Sie machte das, um den Frieden in der Familie, in der Gemeinschaft zu wahren. Denn der Anführer der
monotheistischen Tradition musste natürlich einen beschnittenen Sohn
haben, damit die monotheistische Tradition, damit dieser Bund mit Abraham
fortbestehen konnte.
Denn diese Tradition wäre damit ja gebrochen worden und insofern war eben die Tat der Zippora ganz enorm wichtig: Sie hat verstanden, worum es geht, und hat das Problem gelöst. Hut ab.

Das Bündniss mit G-tt wurde durch die Beschneidung,( es floss Blut) besiegelt, Somit war der Sohn mit G.tt verbunden, Bas bedeutet Blutbreutigam. So wie in einer Ehe ein Bübdniss mit einem Schwur geschlossen wird. 




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Das ist wirklich ein schwieriger Text und nicht mit Bestimmtheit zu erklären, deswegen kopiere ich dir mal was hier rein:

Aus dem Bericht geht nicht ausdrücklich hervor, wessen Leben in Gefahr war. Da Moses den göttlichen Auftrag erhalten hatte, die Israeliten aus Ägypten herauszuführen, und nun unterwegs war, diesen Auftrag zu erfüllen, dürfen wir vernünftigerweise annehmen, dass es nicht um sein Leben ging . Ein Engel Gottes würde wohl kaum Moses’ Leben in dieser Situation bedrohen. Damit kann nur noch das Leben eines seiner Söhne gemeint sein. Das Gesetz über die Beschneidung, das Abraham erhalten hatte, lautete: „Ein unbeschnittener Männlicher, der das Fleisch seiner Vorhaut nicht beschneiden lässt, ja diese Seele soll von ihrem Volk abgeschnitten werden. Er hat meinen Bund gebrochen“ (1. Mose 17:14). Moses hatte es anscheinend unterlassen, seinen Sohn zu beschneiden, weshalb dessen Leben durch den Engel bedroht wurde.

Zippora wollte die Sache berichtigen und schnitt ihrem Sohn die Vorhaut ab. Wessen Füße berührte sie aber anschließend damit? Die Macht, den unbeschnittenen Sohn zu Tode zu bringen, hatte der Engel. Logischerweise ließ sie also die Vorhaut die Füße des Engels berühren zum Beweis dafür, dass sie die Bundesvorschrift erfüllt hatte.

Ungewöhnlich sind allerdings Zipporas Worte: „Es ist, weil du mir ein Blutbräutigam bist.“ Was sagen sie über Zippora aus? Dadurch dass sie die Bestimmungen des Bundes über die Beschneidung erfüllte, erkannte sie an, dass der Bund mit Jehova bestand. Der mit den Israeliten später geschlossene Gesetzesbund zeigte, dass in einem solchen Bund Jehova als Ehemann und die andere Partei als Frau angesehen werden kann (Jeremia 31:32). Zippora bezeichnete Jehova (eigentlich den ihn vertretenden Engel) als „Blutbräutigam“ und erkannte damit anscheinend an, den Bestimmungen des Bundes der Beschneidung unterworfen zu sein. Sie nahm in diesem Bund gewissermaßen die der Frau entsprechende Stellung ein und Jehova Gott die des Mannes. Jedenfalls war das Leben ihres Sohnes nicht mehr gefährdet, weil sie entschlossen handelte und gehorsam das tat, was Gott geboten hatte.

("Der Wachtturm" 15.3.2004 S. 28 Fragen von Lesern)

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Dazu mal der Bibelkommentar von Dr. John Walvoord: " Die Beschneidung des Sohnes Moses (wohl Gerschom) erscheint befremdlich. In den Jahren in Midian hatte Mose es vernachlässigt, Gottes Geboten gehorchend (vgl. 1Mo 17,10), seinen Sohn zu beschneiden. Deswegen wollte Gott ihn töten, vielleicht indem er eine schwere Krankheit verursachte. Zippora beschnitt ihren Sohn mit einem scharfen Stein, und Gott verschonte seinen Propheten. Die Berührung der Scham Moses mit der Vorhaut des Sohnes war möglicherweise ein symbolischer Akt, in dem der Gehorsam den Ungehorsam ersetzte. Zippora nannte Mose einen Blutbräutigam. Die Bedeutung des Wortes ist unbekannt, aber einige meinen, daß er abfällig benutzt wurde, um anzudeuten, daß Zippora diesen Ritus nicht liebte, obwohl sie ihn ausführte, um das Leben ihres Mannes zu retten. Andere nehmen an, daß Zippora in diesem Akt eine Art Erlösung sah, in der das Blut des Sohnes Mose vor dem Herrn wiederherstellte und sie ihn somit als neuen Bräutigam erhielt.
Zu dieser Zeit kehrten Zippora und die Söhne vielleicht zu Jitro zurück (2Mo 18,2-3). Die plötzliche Erkrankung Moses war eine Warnung, daß er Gott völlig gehorchen und seine Aufgabe erfüllen mußte. Außerdem steht diese Begebenheit direkt nach dem Abschnitt 4,22-23, der die Bedeutung des Sohnseins unterstreicht (der Sohn des Pharao und Gottes Sohn Israels)."

In der MacArthur-Studienbibel findet sich dazu: "Die Erwähnung von Zipporas Namen deutet darauf hin, dass sich die Personalpronomen auf Mose beziehen. Mit ihrem plötzlichen und schnellen Beschneiden ihres Sohnes fällte sie ein Urteil und verstand offenbar, dass die Lebensgefahr, in der ihr Mann steckte, daran lag, dass die Familie nicht das Bundeszeichen trug, das Abraham und allen seinen Nachkommen gegeben worden war (1Mo 17,10-14). Ihre Beurteilung »du bist mir ein Blutbräutigam« zeigt, wie sehr sie selbst diesen Ritus der Beschneidung verabscheute, den Mose hätte durchführen sollen. Das Ergebnis war jedoch, dass Gott die Drohung fallen und Mose davonkommen ließ (V. 26a). Diese Reaktion Gottes betont auf dramatische Weise, wie Ernst es ihm mit dem vorgeschriebenen Zeichen ist."

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