Kann mir jemand erklären wie ich auf die Stöchiometrische Zahl in einer Reaktionsgleichung komme?

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4 Antworten

Hi :)

Beispiel:

Chlor wird verbrannt, es entsteht Chloroxid.

Nun brauchen wir erstmal die grundlegende Reaktionsgleichung:

? Cl + ? O2 -> ? Cl2O

Das macht man anhand der Wertigkeit. Also, wir schauen uns mal an, welche Ionen bei der Reaktion entstehen würden:

Cl2 => zwei Mal Cl(-), weil es einfach ein Elektron aufnehmen würde. Steht ja in der siebten Hauptgruppe. Ist aber ein diatomares Molekül. Wertigkeit: I-Wertig

O2 => 2 Mal O(2-), weil Sauerstoff zu den Elementen gehört (neben Brom, Iod, Stickstoff, Chlor, Wasserstoff und Fluor), die nur diatomar in der Natur vorkommen würde. So, Sauerstoff nimmt zwei Elektronen auf, um ein Oktett zu bilden, da es in der sechsten Hauptgruppe steht. Somit ist es II-Wertig.

Wertigkeiten: http://bertlnetz.de/chemie/bilder/wert_gr.png

Nun weißt du: Zwei Chloratome reagieren mit einem Sauerstoffatom. Also brauchst du für ein O2-Molekül 2 Cl2-Moleküle. Danütlich kommen dann auch zwei Cl2O-Moleküle raus...

Also ist unsere Gleichung:

2 Cl2 + O2 -> 2 Cl2O

Ist das Prinzip klar?

Wir nehmen mal als zweites Beispiel Al und Cl, das ist etwas schwieriger...hier kommt in meinen Augen etwas Mathe. Al ist dreiwertig. So, du brauchst drei Cl für ein Al. Also brauchst du zwei Al für sechs Cl (= 3 Cl2):

2 Al + 3 Cl2 -> 2 AlCl3

Kapierst du das Prinzip? Hier habe ich quasi das kgV von 2 und 3 ermittelt - das ist logischerweise 6. Dann geschaut, wie das mit den Wertigkeiten zusammenpasst. Dann ausgeglichen :)

Das ist nur Übung :))

Ich hoffe, dass ich helfen konnte, bei Fragen wende dich gern an mich - ich habe den Chemie LK gewählt :)

LG ShD

Die Art der Moleküle sowie die Art und Anzahl der Atome in einem Molekül stehen ja fest. Du musst die stöchometrischen Zahlen der Reaktionsgleichungs so zusammenpuzzeln, dass die Anzahl der Atome auf der Eduktseite jeweils gleich der Anzahl der Atome auf der Produktseite ist.

Beispiel Eisenoxydation:
Fe + O2  -->  Fe2O3
Weil die Eisenatome quasi einzeln vorliegen, guckst du dir zuerst den Sauerstoff an: 2O links, 3O rechts. Das kleinste gemeinsame Vielfache von 2 und 3 ist 6, also wählst du die stöchometrischen Zahlen für O2 und Fe2O3 so, dass du auf jeweils 6 Sauerstoffatome kommst.
Fe + 3 O2  -->  2 Fe2O3
Jetzt betrachtest du das Eisen und siehst, das du links 4 Eisenatome hast. Rechts musst du also genau so viele haben.
4 Fe + 3 O2  -->  2 Fe2O3

Beispiel Knallgasreaktion
H2 + O2  -->  H2O
Wasserstoff käme schon hin, aber links sind 2 Sauerstoffatome rechts nur 1.
H2 + 1 O2  -->  2 H2O
Jetzt hast du links zu wenig Wasserstoff.
2 H2 + 1 O2  -->  2 H2O

Um eine Reaktionsgleichung stöchiometrisch auszugleichen nutzt man die Tatsache aus, dass die Masse vor und nach der Reaktion die gleiche sein muss (Gesetz von der Erhaltung der Masse).

Das bedeutet, dass die Anzahl der Elemente bei den Edukten gleich sein muss wie die Anzahl der Elemente bei den Produkten.

Will man nun die Reaktionsgleichung stöchiometrisch ausgleichen, schnappt man sich ein günstiges Element und schaut, dass die Verbindung worin dieses Element enthalten ist so oft vorkommt, dass links wie rechts das Element in gleicher Anzahl vorkommt. So geht man chronologisch vor, Verbindung für Verbindung, Element für Element.

Schwierigkeit ist hierbei, dass es teilweise unübersichtlich werden kann und das Aufstellen von stöchiometrisch ausgeglichenen Reaktionsgleichungen ist eine Übungssache. Irgendwann weis man auch, welche Elemente man zuerst anfangen sollte zu zählen und welche man es lieber nicht machen sollte.

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