Kann mir jemand einen Link schicken in der ich eine komplette Pro-Contra-Erörterung finde?

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2 Antworten

BEISPIEL: Hausarrest bei schlechten Zensuren?

(AUFHÄNGER) Jedes Jahr kommen im Mai für manche Schüler schlechte Zeiten: Die blauen Briefe sind unterwegs. Wenn sie auch nicht mehr blau, sondern grau sind, ist der Inhalt doch gleich geblieben: Die Eltern werden informiert, dass ihre Sprösslinge in einigen Schulfächern so schlechte Leistungen erbracht haben, dass eine Versetzung gefährdet ist. Viele Eltern wissen nicht, was sie tun sollen. Und so greifen einige auf ein „altbewährtes“ Hausmittel zurück, den Hausarrest. Die Schülerinnen oder Schüler müssen zu Hause bleiben und lernen, während ihre Mitschüler von einer Fete zur anderen unterwegs sind. (NENNEN DES THEMAS) Doch ist Hausarrest das richtige Mittel, auf schlech-te Leistungen zu reagieren?

(HAUPTTEIL, 1. HAUPTPUNKT: Elternsicht/Vorteile) Sicherlich ist der Hausarrest zunächst einmal ein Mittel, die faulen Kinder durch Zwang zu Hause in ihrem Ar-beitszimmer festzuhalten und ihnen dadurch die Möglichkeit zu geben, länger als sonst an den Hausaufgaben zu arbeiten oder auch Versäumtes nachzuholen. Denn häufig – so scheint es zumindest zu sein – entziehen sich die Kinder allzu leicht den anzufertigenden Hausaufgaben und schreiben sie lieber kurz vor der Stunde ab. So aber wer-den sie gezwungenermaßen zu Hause zum Anfertigen der Hausaufgaben gebracht. Auch ist das Nachholen von ver-gessenen Vokabeln in Latein, von mathematischen Formeln oder auch von Kenntnissen im Fach Erdkunde so in ei-ner Form möglich, die die Eltern sogar kontrollieren können, wenn sie möchten.

(Elternsicht/Nachteile) Doch sind die Eltern in der Lage, die in stiller Abgeschiedenheit des Kinderzimmers angefertigten Skripte über-haupt auf ihre Vollständigkeit und ihre Richtigkeit zu überprüfen? Sind nicht die Kids von heute alle so weit, ihren Eltern etwas vorzumachen und dann mit einem strahlenden Lächeln irgendwelche Ergebnisse der Arbeit im heimi-schen Hausarrestes vorzuführen? Sicherlich müssten hier die Eltern so viel Engagement mit einbringen, um über-haupt verstehen zu können, was ihre Kinder da in der neunten oder zehnten Klasse mit den binomischen Formeln oder quadratischen Ergänzungen anfangen. Vokabeln müssten abgefragt, umfangreiche Rechnungen kontrolliert werden. Im schlimmsten Fall stehen am Ende die Eltern vielleicht dümmer da als ihre Kinder, weil sie den Stoff nicht beherrschen und das zugeben müssten. Wer kennt schon die Steigungsformel einer quadratischen Gleichung?

(ÜBERLEITUNG) Auch die Kinder sehen so eine „Heimveranstaltung in Sachen Lernen“ wohl unter verschiedenen Aspekten.

(HAUPTTEIL, 2. HAUPTPUNKT: Kindersicht/Nachteile) Die meisten Kinder werden so eine Hausarrest-Maßnahme als „echt ätzend“ und völlig „uncool“ verstehen. Denn das ist doch wirklich „absolut gemein“ von den Eltern, wenn diese sie im Kinderzimmer einsperren, damit ir-gendwelche Aufgaben gemacht werden sollen. Dabei wäre es doch viel schöner, draußen mit den Freunden Fußball zu spielen oder in der Stadt zum Schoppen zu gehen oder auch mal wieder eine richtige Fete bei den Nachbarn – mit „echt geiler“ Musik – durchzuziehen. Da kommen den Eingesperrten sicherlich die Tränen, wenn sie an die tollen Möglichkeiten denken, diese Stunden zu verbringen.

(Kindersicht/Vorteile) Doch viel größer könnten die Tränen sein, wenn das Klassenziel nicht erreicht wird. Wenn sich der Schüler diese Vorstellung macht, dann könnte vielleicht die – im Vergleich mit dem Wiederholen eines ganzen Schuljahres – wenigen Stunden am Schreibtisch doch noch ihre positive Seite haben. Lieber einmal drei oder vier Wochen intensiv den „Schreibtischstuhl polieren“ und genervt auf ihm herumrutschen und lateinische oder französische Vokabeln pau-ken, sich die binomischen Formen an Beispielen verdeutlichen oder auch einmal mehr einen guten Spickzettel für zu Hause (!), zum schnelleren Nachschlagen erarbeiten. Wenn dann am Jahresende ein „versetzt“ unter dem Zeugnis steht, sind die Stunden einsamen Lernens wohl schnell vergessen.

(ZUSAMMENFASSUNG/ENTSCHLUSS, ggf. modifizierte Entscheidung) Dies alles lässt sich aber nur dann durchführen, wenn Eltern und Schüler bereit sind, sich gemeinsam auf die-ses Vorgehen zu einigen. Die Eltern schreiben den zeitlichen Rahmen vor, die Schüler arbeiten mit dem Bewusstsein mit, dass diese Arbeit auch etwas bringen wird. Nur so ist die gestellte Frage positiv zu beantworten: Hausarrest ist nur dann ein Mittel, wenn es von beiden Seiten als Hilfe zum Lernen verstanden wird!

(SCHLUSS) Wenn der Schüler also bereits im kommenden Winter die langen Abende für seine notwendigen Hausaufgaben sinnvoll nutzt, dann wird im nächsten Mai der Briefträger wohl nicht mehr vorbei kommen müssen, um diesen alle Beteiligten nervenden Brief mit der Versetzungs-Warnung in den Kasten zu werfen. Das bringt Ruhe und vor allen Dingen wohl auch mehr Vertrauen in die Beziehung von Eltern und Schüler. Und dann hängt auch der Haussegen im späten Frühling nicht mehr schief.

zur Info - Beispiel: Lehrervorschlag 8. Klasse... Gymnasium...

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