Kann mir jemand diesen Bibel Vers erklären - Bedeutet dieser Vers das der Mensch sich nicht im Leben vergnügen darf, weil er später gerichtet wird?

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9 Antworten

Vergnügen ist meines Wissens nach durchaus in Ordnung, so lange niemand anders darunter zu leiden hat (z. B. wenn du gerne laute Musik hörst, ist das ok, so lange du niemand anderen damit nervst) und so lange du dadurch keine Pflicht vernachlässigt (z. B. dich lieber amüsieren als jemandem zu helfen, der dich gerade braucht). Das wichtigste Gebot ist immer noch die Liebe.

Der Jüngling wird später nicht etwa vor Gericht gebracht, weil er sich in seiner Jugend gefreut hat. Im Gegenteil, JHWH (Jehova) möchte, daß sich seine Geschöpfe ihres Lebens erfreuen.

Nun gibt es verschieden Arten von Freuden: Sportliche Betätigung zum Beispiel kann, richtig und mit Maßen ausgeübt, Freude machen und den Organismus stärken. Skifahren im frisch gefallenen Pulverschnee auf ausgewiesenen Pisten ist eine Gedicht, außerhalb der erlaubten Routen kann es töglich sein.

Kontakte mit anderen ermöglichen es, Freundschaften für Leben zu knüpfen und vieles mehr. Musik zu machen oder mit anderen zusammen anzuhören, kann Freude machen.

Diese Freuden und viele andere gönnt uns unser Schöpfer von Herzen.

"Freuden", die andere Menschen gefährden oder gar schwer schädigen, sind nicht wirkliche Freuden und für diese wird JHWH uns alle, nicht nur die Jugend, ins Gericht bringen: Diese währen zum Beispiel:

Unbesonnene Raserei im Straßenverkehr

Anschauen gewaltbetonter und Gott entehrender Spielfilme etc.

Alkohlmißbrauch

Geschlechtsverkehr vor der Ehe, wo bei viel Leid geschehen könnte (das Mädchen könnte sich binden und wird einfach "entsorgt" bei Nichtgefallen, das könnte sie zerstören, Ein KInd könnte ohne richtige Familie aufwachsen und sich lebenslänglich nach einem Vater sehnen und so vieles, vieles mehr.

Kannst du verstehen, wie der von dir genannte Vers gemeint ist?

Freuden der Jugend ja, aber nur solange, wie man nicht in die Rechter anderer eingreift oder diese schädigt.

Dieser Vers darf meiner Meinung nach durchaus wörtlich verstanden werden:

Vergnüge dich, aber übertreibe es nicht.

Die Übertreibung beginnt da, wo dein Vergnügen das Gebot der Nächstenliebe, der Rücksichtnahme auf die anderen Menschen, verletzt.

Es gibt Freuden, die negativ sind. Es ist eigentlich ganz einfach. Alles, was gegen Gottes Gebote ist, das wird dazu führen, dass das Leben in die Katastrophe führt. An sich ist Sünde keine Freude, aber manche Menschen empfinden Sünde als Freude. Beispiel: Ehebruch! Aber das Thema ist nicht das einzige. Lies einfach mal 2. Mose 20, 1-17. Alles, was gegen Gottes Gebote ist, macht das Leben kaputt.

Dennoch haben wir als Menschen eine riesige Auswahl zur Lebensgestaltung, ohne ins Unrecht zu geraten. Diese Auswahl sollten wir als Freudenangebot nutzen. Und sie ist nicht auf die Jugendzeit beschränkt. Denn wenn wir älter geworden sind, soll Leben nicht freudlos sein. Wie schon vielfach erwähnt wurde, sollen auch die Freuden, die keine Sünden sind, nicht die Grenzen überschreiten, wo sie zur Belästigung für andere werden. Das wäre ja dann auch schon wieder ein Verstoß gegen das Liebesgebot. Es lautet: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Einen Vers aus der Bibel sollst Du nie ohne seinen Zusammenhang betrachten. Denn der ist immer sehr wichtig. 

Wovon spricht das ganze Buch Prediger oder Kohelet? Es spricht von der Vergänglichkeit, davon, daß letztlich alles "nichtig" ist, daß alles vergeht. Und so zieht das Buch den Schluß, daß Du das Leben genießen SOLLST und zwar in allen seinen Facetten - das aber mit Verstand! Genieße mit Verantwortung für Dich und die anderen und denke dabei daran, daß Dein Dasein hier nicht ewig sein wird und Gott es am Ende genau anschaut. Gruß, q.

Zu Prediger 11,9 findet sich in der MacArthur-Studienbibel: "11,9 Freue ... Urteil. Die beiden Begriffe scheinen sich gegenseitig aufzuheben. Welche Erklärung gibt es dafür? Genieße das Leben, aber begehe keine Sünde. Zur Ausgewogenheit muss festgehalten werden, dass Freude keine leichtsinnige, sündige Selbstvergessenheit ist. Freude wird im Glauben und Gehorsam erfahren, denn Salomo hat wiederholt dargestellt, dass ein Mensch echte Erfüllung nur als ein Geschenk Gottes erhalten kann."

Im Bibelkommentar von Dr. Walvoord steht zu Prediger 11,9-10: " Salomo wiederholt seinen Rat, das Leben zu genießen (vgl. V. 8), und hebt hervor, daß ein Mensch dies in seiner Jugend tun sollte. An anderer Stelle hat der Prediger gesagt, die Freude am Leben bestehe darin, daß man ißt und trinkt (Pred 2,24;3,13;8,15;9,7 ), schöne Kleider trägt und sich mit wohlriechenden Salben einreibt (Pred 9,8), das Zusammensein mit der Ehefrau genießt (Pred 9,9) und an seiner Arbeit Freude hat (Pred 2,24;3,22;5,18 ). Nun ermutigt Salomo seine Leser, das zu tun, was ihr Herz begehrt ("Tu, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt", Pred 11,9). Aber diese Wünsche sollten durch das Bewußtsein, daß Gott den Menschen vor Gericht ziehen wird, in Schranken gehalten werden.

Wie bereits bemerkt (vgl. den Kommentar zu Pred 2,24-26;3,17;7,15-18 ) finden sich im Predigerbuch weder direkte noch indirekte Hinweise darauf, daß Salomo an ein Gericht im jenseitigen Leben glaubte. Statt dessen spricht er - ebenso wie andere zeitgenössische Verfasser von Weisheitsliteratur - von einem irdischen Gericht zu Lebzeiten des Menschen (vgl. den Kommentar zu Pred 2,24-26 und vgl. Pred 7,17). Dies wird auch aus Pred 11,10 deutlich, wo der Prediger sagt, daß ein Mensch den Unmut aus seinem Herzen verbannen und das Übel von seinem Leibe fernhalten solle (hier wird sowohl der seelische als auch der körperliche Aspekt dieser falschen Einstellung erwähnt). Diese Anweisungen sind offensichtlich die andere Seite des Rates, guter Dinge zu sein (V. 9), und sie stehen im Gegensatz zu der Schwermut und dem Abnehmen der körperlichen Kräfte, die in Pred 12,2-5 geschildert werden. Andere Bibeltexte, wie z. B. Spr 5,7-14 und Ps 39 ,zeigen, daß man mit diesen Schwierigkeiten fertig werden kann, wenn man in Weisheit und Gottesfurcht lebt."

Man kann sichs gut gehn lassen, doch wird Gott Rechenschaft fordern über alles, was wir im Leben getan haben.

Natürlich darf er sich vergnügen, allerdings in maßen, da er für seine Handlungen verantwortlich ist. Vergnügen ist ja nicht gleich sündigen.

Nein, das bedeutet, dass du dich ruhig vergnügen und das Leben genießen darfst. Du solltest es aber nicht dabei übertreiben.

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