Kann mir jemand die Begriffe Metaphysik und Positivismus in einfachen Worten erklärten?

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5 Antworten

Ich möchte Trollkicker008 zum besseren Verständnis ergänzen. In der frühen Zeit der Philosopie gab es im Prinzip keine Einzelwissenschaften und ein wichtiger Bestandteil jedes philosophischen Lehrgebäudes war "Die Physik", wo noch in teils spekulativer Form Naturerscheinungen wie Blitz und Donner erklärt wurden, reale Problemstellungen, die heute in den Naturwissenschaften wie Physik, Biologie usw. erforscht werden. Davon getrennt wurden in der Meta-Physik (d.h. Fragen der Naturwissenschaft überschreitend) Fragen wie "Woher kommen wir?" "Wohin gehen wir?" "Gibt es ein in den Anlagen der Natur begründetes Recht?".

Was den Positivismus angeht, so will dieser, an der Naturwissenschaft orientiert, nur noch knallhartes Erfahrungswissen gelten lassen. Die Naturwissenschaften werden immer erfolgreicher und es entsteht auch in der Philosophie die Tendenz, als 'wirkliche Wissenschaft' sich in Untersuchungsgegenstand wie in der Untersuchungsmethode den erfolgreichen Naturwissenschaften anzugleichen. Dazu muss man wissen, dass noch gut 100 Jahre vorher die Kirche mit all ihrer Macht die Wissenschaften an die Leine gelegt hat (Galileo Galilei). Jetzt kommt die Gegenreaktion: Theologie ist keine Wissenschaft, schon gar nicht die Lehrmeisterin der Wissenschaft (so hat sich die Theologie zur Zeit der Hochscholastik ja aufgespielt), Theologie (und Metaphysik als Transportkarren der Theologie) ist nichts als spekulatives Geschwätz ohne wissenschaftlichen Nährwert.

Heute sehen wir das gelassener. Die Naturwissenschaften selbst fangen an - in Grenzbereichen des Erkennens - sich philosophisch zu benehmen (Einstein, Bohr) und entdecken, dass einige Ihrer Fragestellungen im klassischen Sinn metaphysisch sind. Warum auch soll man sich Fragen, wie Woher kommen wir? usw. verbieten lassen. Schon Epikur wusste, dass seine Atomlehre metaphysischen Charakter hatte. Jetzt müssen sich die Wissenschaften gegen dien Vorwurf des Fachidiotentums wehren. Times are changing!

Die Metaphysik (lat. metaphysica, von altgriech. μετά metá = „danach, hinter, jenseits“ und φύσις phýsis = „Natur, natürliche Beschaffenheit“) ist eine Grunddisziplin der Philosophie. Metaphysische Systementwürfe behandeln in ihren klassischen Formen die zentralen Probleme der theoretischen Philosophie: die Beschreibung der Fundamente, Voraussetzungen, Ursachen oder „ersten Gründe“, der allgemeinsten Strukturen, Gesetzlichkeiten und Prinzipien sowie von Sinn und Zweck der gesamten Wirklichkeit bzw. allen Seins.

Der Positivismus ist eine Richtung in der Philosophie, die fordert, Erkenntnis auf die Interpretation „positiver Befunde“ zu beschränken. Das Wort „positiv“ wird dabei wie in den Naturwissenschaften gebraucht, in denen man von einem „positiven Befund“ spricht, wenn eine Untersuchung unter vorab definierten Bedingungen einen Nachweis erbrachte. Der Positivismus geht in der Namensgebung und ersten Institutionalisierung auf Auguste Comte (1798–1857) zurück und wurde unter diesem und seinen Nachfolgern im 19. Jahrhundert vorübergehend zu einem weltumspannenden humanistischen Religionsersatz ausgebaut, der alles Transzendente aus den Überlegungen ausschloss. Zwischen der erkenntnistheoretischen Position, die vor allem die Wissenschaftsdiskussion auf sich zog, und dem institutionalisierten Positivismus, der einen Religionsersatz anstrebte, entstanden im Verlauf des 19. Jahrhunderts erhebliche Spannungen.

Quelle: Wikipedia

Meta = über. Metaphysik also = Über dem Körperlichen seiendes. Positivismus = Faktenwissen ohne bedeutenden Inhalt.

Positivismus geht vom tatsächlichen , sinnlich Wahrnehmbaren aus.

Metaphysik geht von dem zu Grunde liegenden, nicht Wahrnehmbaren aus.

Einfache Worte... ich versuchs mal: Positivismus: was bewiesen werden kann. Metaphysik: was nicht bewiesen werden kann.

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