kann mir jemand die bedeutung von der 1. strophe von dem gedicht "alles ist eitel "erklären?

2 Antworten

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Genaugenommen heißt das Gedicht "Es ist alles eitel" und hat vier Strophen, nicht nur eine. Da es sich um ein Gedicht von 1643 handelt, sprich aus der Barockzeit, geht es hier nicht um die Eitelkeit im heutigen Sinne, sondern um das Vanitas-Motiv, die Vergänglichkeit. Es geht also nicht darum, dass die Wiese schöner ist als die Stadt, sondern dass diese sich in kurzer Zeit (verglichen mit der Ewigkeit) in ihr Gegenteil wandelt. In Verbindung mit der "heutigen" Eitelkeit taucht das Vanitas-Motiv z.B. auf, wenn eine junge Frau in den Spiegel schaut und ihr ein Totenschädel entgegenblickt- siehst du oft in barocken Kunstwerken.

Ich könnte dir jetzt eine detaillierte Interpretation schreiben, aber davon gibt es auch reichlich im Internet, z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Esistalles_eitel , da gibt's auch das komplette Gedicht. Damit ist vielleicht deine Frage schon beantwortet, sonst einfach nochmal melden ;) (Wenn's du dich wirklich intensiv damit befassen willst, es gibt zig Sekundärliteratur, einfach schaun unter Barock, Vanitas, Andreas Gryphius etc.)

Ha, super html, der Link zeigt's kursiv an... Naja, gib halt bei Wikipedia "Es ist alles eitel" ein, auch über "Vanitas" und "Gryphius" kommst du da bestimmt hin. Oder du kopierst den Link und setzt zwischen Es und ist und alles je ein _

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achsoo, danke :) die bedeutung von eitelkeit in der barockzeit wusste ich ehrlich gesagt nicht :)aber wissen sie warum er von einem schaäferskind, das mit den herden auf der wiese spielt spricht? soll das vllt eine metapher für irendwas sein oder einfach nur, damit es sich reimt?

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ahja, was ist eigentlich mit "Vanitas-Motiv" gemeint?

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@nis81randers

Die Vergänglichkeit wird dadurch dargestellt, dass sich eine Begebenheit komplett in ihr Gegenteil wandelt. Die Stadt, der Ort von Fortschritt, Maschinen und Erwachsenen, verändert sich zur Wiese, dem Ort von Ursprünglichkeit, Natur und Kindern. Das Schäferkind symbolisiert also einen Gegenpol zur Stadtbevölkerung. Und es reimt sich.

Für die Definition von Vanitas lies am besten http://de.wikipedia.org/wiki/Vanitas

Besser könnt ich's wohl auch nicht erklären.

Ich hab grad gesehen, du hast ja in der Frage geschrieben, dass es dir nur um die erste Strophe geht. Entschuldigung, da hab ich nicht aufgepasst, meine Korrektur, es handle sich um vier Strophen, war also unangebracht.

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Eitelkeit ist ja die Sünde, dass man sich zu sehr Sorgen um das Äußerliche macht, nicht wahr? Denk mal drüber nach. Einen Tipp gebe ich dir noch: Jeder Mensch hat einen anderen Geschmack, es gibt keine exakt gleichen Menschen.

danke :)jetzt sehe ich den zusammenhang mit der eitelkeit :D und jetzt verstehe ich auch den zweiten vers "was dieser baut, reißt jener mogen ab" weil das elbe dem "jenem" wahrscheinlich nicht gefällt :) aber ich kapier immer noch nicht warum er sagt, dass da wo städte stehen eine wiese sein wird.- müsste das nicht anders rum sein ? vorallem zu seiner zeit ?also müsste es nicht heißen: wo eine wiese ist, wird eine stadt stehen ?

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@nis81randers

Ich kanns mir so vorstellen, dass das Schäferkind das Symbol der Unschuld ist und dass die Menschen vor lauter Eitelkeit dass wahre vor den Augen verlieren, nämlich die Natur.

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@nis81randers

In Vers zwei steht die Erklärung für Vers drei: "dieser" baut, "jener" reißt wieder ein; ganze Städte werden gebaut und von anderen, nachfolgenden wieder eingerissen, so dass dort wieder Wiese ist, und von allem, was dort war, wird nichts mehr zu ahnen sein.

Beziehe in Deine Überlegungen auch die alte Bedeutung von "eitel" ein: nur / nichts als;

Bsp.: eitel Sonnenschein; Es ist alles eitel (=nichtig).

Dann wäre die Bedeutung etwa: Was Menschen bauen/tun, ist alles vergänglich, in der Ewigkeit wird nichts Bestand haben.

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