kann mir jemand die Administration des des römischen Reiches erklären(Provinzen/Proinzverwaltung)?

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1 Antwort

Provincia bedeutet auf Latein eigentlich "Amtsbereich" (eines Beamten/Magistrats). Jeder Magistrat hatte bestimmte Aufgaben, die Consuln z. B. die Leitung der Regierung und den Oberbefehl über das Heer, die Prätoren die Rechtsprechung, die Ädile die Marktgerichtsbarkeit usw. Da sich die Aufgaben aber auch immer auf ein gewisses Gebiet bezogen, bekam Provincia bald eine territoriale Bedeutung.

Als das Römische Reich durch die Kriege gegen Karthago wuchs, reichten die Consuln nicht mehr aus, um das römische Territorium zu verwalten. Die Macht der Consuln blieb auf Italien beschränkt; außerhalb Italiens, zuerst auf Sizilien, Sardinien und Korsika, richtete man Bezirke ein, in denen Prätoren als Gouverneure/Statthalter regierten: dies waren die Provinzen.

Jede Provinz hatte einen Statthalter (Prätor), der jedes Jahr vom römischen Volk gewählt wurde - die Einwohner der Provinzen waren meist keine Römer sondern Untertanen und hatten deshalb kein Stimmrecht. Der Statthalter besaß das Imperium (Befehlsgewalt) über seine Provinz: seine Aufgaben waren der Befehl über die Legionen in der Provinz und die Rechtsprechung, er war also sowohl Richter als auch General. Die Provinzen mussten auch Steuern bezahlen; das Recht Steuern einzutreiben wurde oft an Unternehmer (die Publicani) verkauft.

Unter Sulla (81 v. Chr.) wurde das System ein wenig verändert: Die Prätoren blieben nun in Rom, um die Gerichte zu leiten. Nach ihrer Amtszeit wurden dann die Consuln und Prätoren als Statthalter in die Provinzen geschickt; die Statthalter hießen seitdem Proconsuln. Als Augustus Kaiser wurde (27 v. Chr.), veränderte er das System nochmal: die Hälfte der Provinzen wurde weiterhin von Proconsuln verwaltet (Senatorische Provinzen), während in der anderen Hälfte (Kaiserliche Provinzen) der Kaiser selbst Proconsul war. Er ernannte dort die Statthalter (Legati Augusti pro praetore). Die Kaiserlichen Provinzen waren meist Grenzprovinzen mit vielen Legionen, sodass der Kaiser stets die Armee unter Kontrolle hatte. Die Senatorischen Provinzen dagegen waren reiche, ruhige Provinzen ohne Soldaten.

Eine Sonderstellung hatte Italien: Italien hatte keinen Statthalter und musste keine Steuern bezahlen. Auch standen in Italien keine Legionen.

Unter Diokletian (ab 284 n. Chr.) wurde die Verwaltung des Römischen Reiches noch einmal vollständig verändert. Die Provinzen wurde in kleinere aufgeteilt; auch Italien wurde in Provinzen eingeteilt und verlor damit seine Vorrechte. Die Provinzen wurden zu Diözesen zusammengefasst; jede Diözese wurde von einem Vicarius geleitet. Unter Konstantin (ab 312 n. Chr.) wurden die Diözesen dann zu Präfekturen zusammengefasst, sodass eine Hierarchie Präfekturen - Diözesen - Provinzen entstandt.

Hoffe ich konnte deine Fragen beantworten.

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