Kann mir jemand den Satz von Platon mal interpretieren?

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4 Antworten

Der Satz steht bei Platon, Nomoi (Gesetze; lateinisch: Leges) 716 c: ὁ δὴ θεὸς ἡμῖν πάντων χρημάτων μέτρον ἂν εἴη μάλιστα („der Gott/die Gottheit ist für uns wohl am meisten/besonders/vorzüglich das Maß aller Dinge“).

Die Deutung sollte den Zusammenhang berücksichtigen. Vorher wird ein alter Ausspruch über Gott als Anfang, Mitte und Ende alles Seienden umfassend erwähnt. Gott gehe seiner Natur gemäß immer unwandelbar den geraden Weg und die Gerechtigkeit begleite ihn, die alle das göttliche Gesetz Überschreitenden bestrafe. Wer glücklich werden wolle, schließe sich an und folge der Gerechtigkeit. Wer übermütig und unverständig sei und sich daher überheblich verhalte, werde von Gott allein gelassen, führe Unordnung herbei und unterliege nach nicht langer Zeit mit angemessener Strafe der Gerechtigkeit, indem er sich selbst und die mit ihm lebende Gemeinschaft zugrunde richtet. Die Gott wohlgefällige Handlungsweise sei eine, die das rechte Maß in sich habe (715 e – 716 b).

„Der Gott/die Gottheit nun dürfte wohl vornehmlich das Maß aller Dinge für uns sein, und viel mehr als - wie man sagt - irgend so ein Mensch. Wer also gottgefällig werden will, muß sich nach allen Kräften/soweit möglich ihm möglichst gleich zu werden bemühen; und wer von uns maßvoll/besonnen ist, der ist dementsprechend Gott wohlgefällig, denn er gleicht ihm; wer aber nicht maßvoll/besonnen ist, der ist ihm unähnlich und lebt im Widerstreit mit ihm und ist ihm verfeindet; und entsprechend verhält es sich auch mit allem anderen.“ (716 c - d)

Der Satz Platons (im Dialog redet „der Athener“ in einer Ansprache für die Einleitung der Gesetzgebung einer überlegten Stadtgründung) bedeutet: Gott hat allem Seienden die Bestimmung gesetzt. Er hat der Weltordnung den Maßstab gegeben und ist daher auch die Grundlage von Gesetzen. Menschen sollen sich darum bemühen, sich danach zu richten und gerecht handeln. Diese Nachahmung führt zum Glück. Der richtige Weg für Menschen ist eine Angleichung an Gott (ὁμοίωσις θεῷ), soweit dies für sie möglich ist (vgl. dazu auch andere Dialoge Platons: Theaitetos 176 b – e; Politeia 500 c – 501 c und 613a- b; Phaidros 248 c- e; Timaios 90 a- d).

Deutlich ist ein Gegensatz zu dem Standpunkt des Philosophen Protagoras (gehört zu den sogenannten Sophisten). Bei Platon, Theaitetos 152 a (vgl. auch Theaitetos 160 d; 170 d, 178 b; Kratylos 385 e – 386 a) wird im Zusammenhang mit einer grundlegende Frage, was Wissen/Erkenntnis (ἐπιστήμη) ist (145 e; 146 c; 151 d), eine Behauptung /These (151 e), Wissen/Erkenntnis sei Wahrnehmung (αἴσθησις), mit der Aussage des Philosophen Protagoras in Verbindung gesetzt, der Mensch sei das Maß aller Dinge, der Seienden, daß/wie sie sind, der Nichtseienden, daß/wie sie nicht sind (πάντων χρημάτων μέτρον ἄνθρωπον εἶναι, τῶν μὲν ὄντων ὡς ἔστι, τῶν δὲ μὴ ὄντων ὡς οὐκ ἔστιν).

Darin ist ein Relativismus enthalten. Nach der Theorie ist für jeden Menschen jedes Ding, wie es ihm erscheint (φαίνεται).

Nach Protagoras ist das, was eine Erfahrung erzeugt, genau das, als was es in der Erfahrung erscheint (Vorstellung und Sinneswahrnehmung fallen außerdem zusammen).

Protagoras vertritt (im seinem berühmten sogenannten Homo-Mensura-Satz) Subjektivität und Relativismus. Platon vertritt im Gegensatz dazu den Standpunkt, es gebe objektive Erkenntnis und Maßstäbe sowie etwas Absolutes. Protagoras hatte möglicherweise eine anthropozentrische Weltanschauung (wenn sein Satz nur auf Menschen - ob Individuum oder Gattung – bezogen, nicht auch auf andere Lebewesen ausgedehnt wird). Platons Weltanschauung, wie sie in den Nomoi vorgetragen wird, könnte theozentrisch (Gott im Mittelpunkt) genannt werden.

Was daran verstehst du denn bitte nicht? Platonismus, Dogma hoch drei, logisch das "Gott das Maß aller Dinge ist"..

Platon war stark gläubig?

Der Typ ist der Schöpfer alles Lebenden und der Erde und so.

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