Kann mir jemand das mal erklären bzw. mir eine Erklärung geben?

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7 Antworten

Hallo Mondmayer,

Deine Frage kannst Du selbst ganz leicht beantworten, wenn Du (und das ist die immer wiederkehrene  Empfehlung zum besseren Verständnis der Bibeltexte) den Text im Zusammenhang (Kontext) betrachtest.

Dann liest Du im Vers 17: "Melnt nicht...", "Denkt nicht..."

Einige seiner Zuhörer sahen, dass Jesus das "Gesetz" ganz anders anwendete, als die Schriftgelehrten und Pharisäer. Diese beschuldigten Jesu Jünger des Sabbatbrechens (konnte mit dem Tod bestraft werden) weil  sie ein paar Ähren auszupften und dias Korn aßen. Jesus verteidigte die Jünger...  

Mk 2,27 (EÜ) Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. 

Jesus bemerkte wohl, dass etliche seiner Jünger das falsch verstanden und dachten oder murmelten: "Sabbat gilt nicht mehr." Darum stellte Jesus die Sache richtig:

Mt 5, 17(ELB) Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 

Ein Teil seiner Tätigkeit bestand darin, das        Gesetz und die Propheten zu erfüllen, z.B. durch seine Todesart, wozu Gal 3,13 sagt:

Gal 3,13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist - denn es steht geschrieben: "Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!" -, .

Auch dadurch, dass er der Mittler des "Neuen Bundes" wurde,erfüllte er "die Propheten (Jer 31)

31 »Gebt Acht!«, sagt der Herr. »Die Zeit kommt, da werde ich mit dem Volk von Israel und dem Volk von Juda einen neuen Bund schließen. 32 Er wird nicht dem Bund gleichen, den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm und aus Ägypten herausführte. Diesen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihnen doch ein guter Herr gewesen war.

Schließlich hatte Jesus seinen Auftrag, "das Gesetz und die Propheten " zu "erfüllen", bewältigt, und es war "alles geschehen". Als schließlich, im Jahr 70 n. Chr., die Weltmacht Rom den Tempel zerstörte und auch keine priesterliche Abstammung mehr nachgewiesen werden kann, ist kein Jude oder Proselit mehr in der Lage, dem Gesetz entsprechend zu leben, bzw. die entsprechenden Opfer durch einen rechtmäßig eingesetzten Priester zu erbringen.Das Gesetz hatte seinen Zweck erfüllt, und schließlich wären auch die Juden dem Gesetz nicht mehr verpflichtet. So lange, bis das Gesetz vollständig durch Christi Wirken vollständig erfüllt wäre und alles geschehen wäre. müsste das Gesetz genau beachtet werden.                                                           

18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich6 der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel. 

Wie ist der Vers 20 zu verstehen? Was meinte Jesus damit? Nun in den direkt folgenden Versen stellt  Jesus jeweils gegenüber:

Die "Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer" und 
die Gerechtigkeit, so wie er sie verstand

20 Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft7, so werdet ihr keinesfalls in das Reich8 der Himmel hineinkommen. 

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein. 22 Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt9, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka10!, dem Hohen Rat11 verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr12!, der Hölle des Feuers verfallen sein wird. 27 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. 
28 Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.

31 Es ist aber gesagt: Wer seine Frau entlassen will, gebe ihr einen Scheidebrief. 

32 Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass mit ihr Ehebruch begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch. 


33 Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. 

34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht! 37 Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber darüber hinausgeht, ist vom17 Bösen. 

38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. 
39 Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar; 43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde18, und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 

Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sagt: Lehrer, sprich! - Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner; der eine schuldete fünfhundert Denare, der andere aber fünfzig; da sie aber nicht zahlen konnten, schenkte er es beiden. Wer nun von ihnen wird ihn am meisten lieben?

Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
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Gottes Gebote neu erfüllen

17"Meint nur nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Worte der Propheten aufzuheben. Ich werde vielmehr beides bekräftigen und erfüllen. 18Denn das sage ich euch: Auch der kleinste Buchstabe im Gesetz Gottes behält seine Gültigkeit, solange Himmel und Erde bestehen. 19Wenn jemand auch nur das geringste Gebot Gottes für ungültig erklärt oder andere dazu verleitet, der wird in Gottes neuer Welt nichts bedeuten. Wer aber anderen Gottes Gebote weitersagt und sich selbst danach richtet, der wird in Gottes neuer Welt großes Ansehen haben. 20 Ich warne euch: Wenn ihr das Gesetz Gottes nicht besser erfüllt als die Pharisäer und Schriftgelehrten, kommt ihr nicht in Gottes neue Welt."

Es ist immer schwierig, wenn man einen Vers aus dem Zusammenhang reist, aber auch der ganze Absatz ist schwer zu verstehen. Schließlich steht ja am Anfang da ausdrücklich, es darf nicht ein Buchstabe geändert werden.

Nun war aber Jesus mit der Auslegung der Pharisäer und Schriftgelehrten ganz offensichtlich nicht einverstanden und sie mit seiner auch nicht. Jesus wollte, ganz Reformator, zu einer ursprünglicheren Lehre, oder was er dafür hielt, zurück, was immer mit dieser ursprünglichen Lehre auch gemeint sein mag. Jesus war in vielen Dingern liberaler, als die damaligen Gelehrten (zumindest wird das im Christentum so verkauft), aber wenn man so ins alte Testament guckt... naja, liberal war da wenig. Aber ich bin kein Theologe.

Edit: "reißt"

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Die Pharisäer und Schriftgelehrten lehrten, dass man durch das Halten bestimmter Satzungen und durch das Tun von bestimmten Werken gerecht werden kann. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich nur wegen der Art der Werke von den heutigen Vorstellungen mancher christlicher Kirchen.

Das ganze nennt man Werksgerechtigkeit. Das ging manchmal so weit, dass die Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer religiösen Gruppe heilsentscheidend war. Dazu gehört auch die Vermischung von Werks- und Glaubensgerechtigkeit. Sie läuft im Ergebnis nämlich auch nur darauf hinaus, dass der Mensch etwas für seine Gerechtigkeit/Vergebung der Sünde tun kann.

Die Vergebung durch Jesus und die Liebe zu Gott und den Menschen spielte eine untergeordnete Rolle.

Der jüdische Zeremonialdienst im Heiligtum und das Halten des Opferdienstes und des großen Versöhnungstages waren eigentlich der vor- geschattete Opferdienst Jesu (das geschlachtete Lamm) für die Sünden des bußfertigen Menschen. Die Pharisäer und Schriftgelehrten koppelten die Vergebung durch das persönliche Opfer Jesu, die als Gerechtigkeit aus Glauben bezeichnet wird, ab, obwohl sie es hätten wissen können und hielten dafür, dass die rein  zeremonielle Opferhandlung selbst für die Sündenvergebung ausreicht. In diesem Sinne hätte Jesus für den Sünder gar nicht sterben müssen. Sie missachteten, dass das Opfern des  Blutes von Böcken niemanden selig machen kann.

Da es keinen Menschen gibt, der nicht gesündigt hat, (außer Jesus), die Pharisäer und Schriftgelehrten aber Jesus als Messias verworfen haben, gab es für sie, solange sie ihre Art des Weges zur Gerechtigkeit beibehielten, keine wirkliche Vergebung für ihre Sünden. So wie heute auch, ist der Weg zum Reich Gottes fest mit dem Glauben an und die Vergebung durch Jesus verbunden. Wer als Christ an Jesus nicht glaubt und um Vergebung bittet, der ist unrettbar verloren, es sei denn der bekehrt sich zu ihm.

„Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um sie zu erfüllen“

Wollt ihr wissen, wie Jesus Christus, weit davon entfernt das Gesetz und die Propheten aufzuheben, diese vielmehr bestätigt und ergänzt hat? Was die Propheten angeht, so hat er das, was sie ankündigten, zunächst durch seine Werke bestätigt. So ist der Ausdruck, der sich beim hl. Matthäus ständig wiederholt, zu verstehen: „Damit das Wort des Propheten sich erfülle“…

Das Gesetz hat er auf dreifache Weise erfüllt. Erstens dadurch, dass er keine der gesetzlichen Vorschriften wegließ. Johannes dem Täufer gegenüber sagte er: „Nur so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen“ (Mt 3,15); und zu den Juden: „Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen?“ (Joh 8,46)…

Er hat es, zweitens, dadurch erfüllt, dass er sich ihm um unseres Heiles willen unterstellen wollte. Welch ein Wunder! Indem er sich ihm unterstellte, hat er uns die Gnade vermittelt, es selber halten zu können. Der hl. Paulus sagt uns das mit folgenden Worten: „Christus ist das Ende des Gesetzes, und jeder, der an ihn glaubt, wird gerecht“ (Röm 10,4). Er sagt auch, dass der Retter die Sünde im Fleisch verurteilt hat, „damit die Forderung des Gesetzes an uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch leben“ (Röm 8,4). Auch sagt er: „Setzen wir nun durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf“ (Röm 3,31). Das Gesetz war tatsächlich darauf ausgerichtet, den Menschen gerecht zu machen, aber es hatte nicht die Kraft dazu. Da nun kam Christus als das Ende des Gesetzes und wies uns den Weg zur Gerechtigkeit, also zum Glauben. So hat er, was die Absicht des Gesetzes war, erfüllt. Der Buchstabe des Gesetzes konnte den Sünder nicht gerecht machen, der Glaube an Christus wird ihn gerecht machen. Deshalb kann Jesus Christus sagen: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben“.

Bei näherer Betrachtung bemerkt man eine dritte Weise der Erfüllung. Wie sieht diese aus? Sie besteht aus den Geboten selbst, die Christus geben sollte; sie sind weit davon entfernt, die mosaischen Gebote aufzuheben; sie sind deren folgerichtige Konsequenz und natürliche Ergänzung.

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer

Die Gerechtigkeit der Pharisäer (und ihrer heutigen Nachfahren) ist in Wirklichkeit Selbstgerechtigkeit. Besonders gut beschrieben im Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Lukasevangelium. Ins Königreich kommen diese Menschen nicht so leicht rein, trotz und vielleicht gerade wegen ihrer Frömmelei.

Die Juden wiegten sich in Sicherheit und meinten, sie würden Gottes Königreich dadurch empfangen, daß sie ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten suchten; sie unterwarfen sich nicht der Gerechtigkeit Gottes (Rö 10:1-3). Deshalb sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Ich sage euch, daß ihr, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.“ Diese Männer bekundeten eine äußerliche Gerechtigkeit, indem sie gewissen Erfordernissen des Gesetzes und den von ihnen hinzugefügten Überlieferungen gehorchten. Aber in Wirklichkeit hatten sie das Wort Gottes durch ihre Überlieferungen ungültig gemacht, und sie verwarfen Christus, den von Gott geschaffenen Weg, auf dem sie wahre Gerechtigkeit hätten erlangen können (Mat 5:17-20; 15:3-9; Rö 10:4).


Quelle und weitere Infos siehe hier:

http://m.wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1200003733#h=13:0-13:828

Das bedeutet, das "Gott" nicht in Büchern zu finden ist, sondern wenn, dann in den Herzen der Menschen.

Wenn sie reinen Herzens sind; dann werden sie Gott schauen.

Aber wer sich dem Wort Gottes entzieht (und das gibts nur in Büchern), der kann in die Richtung tendieren, die Weltmenschen auszeichnet: "Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung."

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@Scriptorium

Gott hat unsere Herzen erschaffen, also können sie so schlecht auch nicht sein.

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Mir fällt dazu Römer 10,4 ein:

 Brüder, meines Herzens Wunsch und mein Flehen zu Gott für Israel ist auf ihr Heil gerichtet. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, sind sie der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan. 

Und Philiper 3,9:

 damit ich Christus gewinneund in ihm erfunden werde, daß ich nicht meine eigene Gerechtigkeit (die aus dem Gesetz) habe, sondern die, welche durch den Glauben an Christus erlangt wird , die Gerechtigkeit aus Gott auf Grund des Glaubens,

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