kann mir jemand das gedicht / moritata strophenweise erklären?

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1 Antwort

Als eine großartige schottische Brücke über einen Fjord (Firth of Tay) kurz nach Weihnachten 1879 nur 1 Jahr nach der Erbauung in einem Sturm zusammenbrach und dabei ein Zug ins Meer stürzte, wobei es viele, viele Tote gab, schrieb Theodor Fontane über dieses furchtbare Eisenbahnunglück diese Ballade, in der er sagt, wie armselig die menschliche Technik gegenüber der mächtigen Natur ist.

Da das Unglück in Schottland geschah, und Shakespeares Tragödie vom schottischen König Macbeth besonders bekannt ist, verbindet Fontane das.

In seiner Ballade spielt er auf die 3 Hexen im Drama „Macbeth“ an, die das Schicksal erzeugen. In seiner Ballade sind die Hexen die Sturmwinde von allen Seiten, die die Brücke zerstören.

Stell dir also 3 Hexen vor, die beisammen hocken und beschließen, die Brücke einstürzen zu lassen "Hei, das gibt einen Ringelreihn,.... und die Brücke muß in den Grund hinein – und der Zug, der in die Brücke tritt? – Ei. der muss mit! "

Lies dann die Ballade laut. Verändere deine Stimme, wenn die Hexen miteinander reden: „Ich komm vom Süden.. / ich… /und ich….“- und, wenn Johnny, der Lokführer spricht, wenn der Erzähler spricht, und wenn der Vater des Lokführers, der Brückenwärter, redet.

Du wirst sehen, dann erklärt sich die Ballade Strophe für Strophe selber.

Höchst zufrieden besprechen die Hexen schließlich ihr Werk.

Die Zeile „Tand, Tand [= Spielzeug, wertloserer Schund] ist das Gebilde von Menschenhand“ ist der Spott der Naturgewalten über die Einbildung des Menschen, die Natur besiegen zu können.

danke schön dass ist echt nett das du dir so viel mühe machst mir zu helfen =D ich hab jetzt auch schon einiges mehr verstanden :D !!!

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@mausi199

Danke für das nette Kompliment!

Sonderbar,

ich hab den "Johnie" bisher immer automatisch für den Lokführer gehalten ("wir zwingen es doch. Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf, die bleiben Sieger in solchem Kampf ... wir kriegen es unter: das Element"), und ich hab mir nur gesagt, etwas stimmt nicht mit der Logik: Der Zug fährt doch weiter nach Norden, wieso freuen sich Johnies Eltern so? Ein Lokführer kann doch nicht einfach eine längere Pause machen ( "unser Johnie kommt und will seinen Baum, und was noch am Baume von Lichtern ist, zünd alles an wie zum heiligen Christ, der will heuer zweimal mit uns sein" - Das Unglück passierte an einem 28. Dez.)

Jetzt aber denk ich, dieser Johnie ist einfach ein junger schottische Fahrgast, der wie jedes Jahr zum Jahresende zu den Eltern nach Hause fährt und froh ist, dass Zug und Brücke das jetzt sicher ermöglichen (ich lache, denk ich an früher zurück, an all den Jammer und all die Not mit dem elend alten Schifferboot. Wie manche liebe Christfestnacht hab ich im Fährhaus zugebracht und sah unsrer Fenster lichten Schein und zählte und konnte nicht drüben sein!)

Immerhin - im Vergleich zu früheren Jahren ist Johnie dieses Jahr trotz Zug und Brücke ein paar Tage später dran - sein Pech! - Na ja, dichterische Freiheit - das persönliche Element von Sohn und Eltern steigert die Dramatik und erzeugt Spannung und Mitgefühl.

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