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Die Ermittlungen im NSU-Prozess, der ja einer der wichtigsten derzeit laufenden Strafprozesse in Deutschland ist, gestalten sich als äußerst schwierig.

Nicht zuletzt deshalb, weil wohl von den Geheimdiensten in Deutschland (Bundesamt und Landesämter für Verfassungsschutz) zum einen nur halbherzige Erkenntnisgewinnung in der rechtsradikalen Szene betrieben worden ist und zum anderen die Bereitschaft, diese Erkenntnisse gemeinsam auszuwerten und zu einem schlüssigen Bild zu verdichten, ebenso eingeschränkt war.

Im Gegenteil: diese Behörden müssen sich sogar vorwerfen lassen, Ermittlungsakten vernichtet zu haben - angeblich aus Datenschutzgründen oder wegen eines Ablaufs der Aufbewahrungsfristen.

Damit setzen sich die genannten Behörden dem Vorwurf aus, auf dem rechten Auge blind zu sein. Leider sind solche Dinge wohl schon in mehreren Fällen vorgekommen, so das der Karikaturist (bitte nur mit einem "r"!) in satririscher Überzeichnung sogar von eimer Vorschrift spricht, belastende Akten zu vernichten.

Leider geben ihm solche Vorfälle wie jüngst beim Berliner Landeskriminalamt recht, wo Akten geschreddert wurden, die die Untätigkeit der Polizeibehörde im Fall Amri (des Weihnachtsmarktattentäters) belegt haben sollen.

Daraus kann wohl geschlossen werden, dass die Neigung der Behörden, in kritischen Fällen die eigenen Leute zu schützen, ausgeprägter ist als die Neigung, die Verfassung zu schützen.

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