Kann mir eine Zitarbeitsfirma vorschreiben, wann ich Urlaub und Gleitzeit zu nehmen habe?

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4 Antworten

Nein, er darf Dir das nicht vorschreiben - er darf Dich lediglich darum bitten. Ob Du zustimmst ist einzig und alleine Deine Entscheidung.

Du musst allerdings in der einsatzfreien Zeit immer erreichbar sein. Am besten jeden Tag morgens bei Deiner Zeitarbeitsfirma anrufen. Vielleicht ist auch in Deinem Arbeitsvertrag bzw. in einer Zusatz"vereinbarung" geregelt, wie Du Dich in dieser Zeit verhalten musst.

Schau Dir mal die Frage hier an, insbesondere die Antwort von Roeschen001: Überstunden - Gleitzeitkonto - ist das rechtens?

Solltest Du für die einsatzfreie Zeit Urlaub nehmen, dann ist für Dich das Urteil des Bundesarbeitsgericht Erfurt vom 21. September 2010 interessant: Zeitarbeit: Sonderzulagen gibt's auch im Urlaub (Link im Kommentar)

Ich habe fast 9 Jahre für ein ZA-Unternehmen gearbeitet. Allerdings ging es damals noch etwas "gesitteter" zu als heute. Wenn man mal zwischen den Einsätzen nichts hatte, dann war das denen ihr Problem. Stunden abzubauen hatte ich nie, weil ich meine Überstunden bezahlt bekam sogar mit 25 % Aufschlag. Allerdings hatte ich oft das Pech, und durfte nicht bezahlt und ohne Urlaubseinbussen viel zuhause sein, weil Chefin mich dann immer mit zu sich ins Büro nahm, weil ich mich wegen eines damals erst absolvierten Praktikums dort bereits gut auskannte. Allerdings können die Dir Urlaub für gewisse Zeiträume streichen, wenn es zwingend erforderlich ist, einen Auftrag durchzuführen. Du vertrittst ja Leute in Krankheitsfällen, Urlaub oder SS und ich bekam sogar damals mal eine Urlaubssperre von Mai - Oktober, weil ich ein SS-Vertretung machte. Ein Tag oder so war auch da mal drin - aber ich hatte mich nach den Vorstellungen der Kunden zu richten. Das ist nunmal der Nachteil bei dieser ganzen Geschichte. Aber normal können die das eigentlich nicht verlangen - aber heutzutage erlauben sich ZA-Firmen ja jede Menge, weil sie auch noch die schützende Hand von unserem Staat bekommen, ihr perfides Spiel durchzusetzen. Hoffentlich ändert es sich bald mal wieder..........die Hoffnung stirbt wohl zuletzt

Es ist aber nicht nur der Staat, der die Hände über uns hält...

Kenne einige Firmen intern und bin oft wegen des Umgangs mit den externen Mitarbeitern gegangen. Viele vergessen, dass sie mit Menschen arbeiten und dass diese Kollegen auch für das eigene Gehalt (das der internen Mitarbeiter) beim Kunden arbeiten. Sehr traurig sowas.

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Ich arbeite selbst intern bei einem Zeitarbeitsunternehmen, habe aber Erfahrungen auf der anderen Seite (also deiner).

Bei kurzen Einsätzen gehen ZAF oft hin und möchten, dass die Mitarbeiter in der einsatzfreien Zeit ihren Urlaub nehmen und Gleitzeitstunden.

In einigen Tarifen ist es sogar erlaubt, bis zu zwei Tage aus dem AZK zu nehmen, aber selten mehr.

Die einsatzfreie Zeit muss verbucht werden und du bekommst ja auch ohne Einsatz, der Geld bringt, deinen vollen Lohn bezahlt.

Ehrlich gesagt, ist das eine gängige Absprache: der Mitarbeiter, also Du, bekommt sein vertraglich vereinbartes Gehalt (ohne einsatzbezogene Zulagen natürlich), obwohl du in dieser Zeit nicht arbeitest und somit die ZAF die vollen Lohnkosten alleine trägt.

Wir selbst haben das Problem nicht, da unsere Einsätze tlw. über Jahre laufen, aber falls es mal passiert, dann sprechen wir mit unseren Mitarbeitern und die machen das - kommt immer drauf an, wie das Verhältnis ist.

Zwingen kann er dich nicht, aber dann wird er dich kündigen.

Und ich persönlich finde es auch okay - wenn du die einsatzfreie Zeit nicht mit Urlaub oder Überstunden belegst, entstehen der ZAF doppelte Kosten.

U. U. kannst du beim nächsten Kundeneinsatz deinen Urlaub nicht nehmen, dann bist du froh, dass du jetzt mal ein paar Tage für dich hast.

Scheint sich ja bei Euch um eine ZA-Firma zu handeln, die noch fair spielt wie früher - aber es gibt mittlerweile auch jede Menge schwarzer Schafe darunter. Ich war auch nie unzufrieden gewesen damals. Nur damals durfte man ja auch noch 10 Stunden täglich machen und kam mit Fahrtkosten und Mehraufwendpauschale immer auf ein recht nettes Netto-Einkommen und hatte auch noch die Chance auf eine zeitliche Übernahme von Firmen. Heute sind die Zeiten, die man verliehen werden darf unverschämt hoch und somit die Chancen, mal eine feste Stelle zu finden, denkbar niedrig geworden.

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