Kann mir bitte jemand die Stoffmengenberechnung bei einer Titration in einfachen Worten erklären?

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2 Antworten

Es müssen am Äquivalenzpunkt die Stoffmengen des Titrators (in der Bürette) gleich der des Titranden (im Erlenmeyerkolben) sein. Die Stoffmenge lässt sich auf zweierlei Weise berechnen. Für den Titrator gilt n = c * V (Stoffmenge = Stoffmengenkonzentration mal Volumen), für den Titranden gilt n = m / M ( Stoffmenge = Masse durch Molmasse):

Am Äquivalenzpunkt gilt dann c * V = m / M.

Da Sie nicht liter- sondern milliliterweise titrieren, ist c noch durch 1000 mL/L zu teilen.

Leider reagieren nicht alle Stoffmengen im Verhältnis 1:1, deshalb ist noch auf der Titrandenseite ein Faktor z* einzusetzen. Dieser entspricht bei Neutralisationstitrationen der Anzahl der pro Formelumsatz umgesetzten Protonen oder Hydroxid-Ionen, bei RedOx-Titrationen der Anzahl der Formelumsatz umgesetzten Elektronen, bei Fällungstitrationen der diesen äquivalenten Stoffmengen.

Titratorseitig werden die Maßlösungen passend eingestellt, also M für einbasige Säuren oder einsäurige Basen, M/2 für zweibasige Säuren oder zweisäurige Basen usw... Bei RedOx-Titrationen M/2 für Oxalsäure, M/5 für Kaliumpermanganat (sauer), M/6 für Kaliumdichromat, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Für verunreinigte Soffe (Gehaltsbestimmungen) ist titrandseitig statt m, w * m /100 einzusetzen, wenn w der Massenanteil in Prozent ist.

Mit ein paar Sätzen kann man nur Grundzüge aufzeigen; sie ersetzen nicht die weiterführende Literatur (Klassiker z.B. Jander-Jahr)

Beispiel für eine mögliche Äquivalentengleichung ist also:

V * c * t / 1000 = m * w * z* / (M * 100)

Dabei sind V = verbrauchtes Volumen in mL, c = Äquivalentkonzentration in mol/L (gegebenenfalls korrigiert s.o.), t = Titer (dimensionsloser Faktor mit der die Konzentration zu multiplizieren ist, wenn sie ungenau hergestellt wurde oder sich verändert hat; er muss gegen eine Urtitersubstanz gesondert bestimmt werden), 1000 mL/L.

m = Masse der eingewogenen Substanz in g, w = Massenanteil des zu bestimmenden Stoffes in % der eingewogenen Substanz, z* = maßanalytisches Äquivalent (s.o.), M = relative Molmasse der zu bestimenden Substanz in g/mol, 100 %.

Der Rest ist Formelumstellung.

Noch ein Hinweis zur Komplexometrie: Unabhängig von der Ladung des zu bestimmenden Metallkations ist z* meistens 1.

KHLange 05.12.2011, 13:49

Danke fü den Stern!

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Du willst eine Stoffmenge berechnen und hast was? Konzentrationen und Volumina der Reaktionspartner im Neutralisationspunkt?

Dann n1 = n2

=> c1 * V1 = c2 * V2

, da n = c * V

n = Stoffmenge, c = Stoffmengenkonzentration, V = Volumen

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