Kann mich mein Arbeitgeber weiter befristen?

2 Antworten

Kann mich mein Arbeitgeber nochmal 12 Monate befristen oder zählt die interne Ausbildung nicht mit rein?

Das kommt alleine darauf an, um was für eine Befristung es sich ab dem 01.04.2018 handeln würde und welcher Art die bisherigen Befristungen waren/sind.

Wenn die erste Befristung (01.04.2016 - 31.03.2017) wegen der "Ausbildung zum Juniorverkäufer" als eine Befristung mit Sachgrund gewertete werden kann (und es sich nicht nur um einen Scheingrund handelt), dann darf Dich der Arbeitgeber nur dann noch einmal befristet beschäftigen, wenn es sich bei dieser folgenden Befristung um eine Befristung mit einem Sachgrund handelt (also z.B. Krankheitsvertretung, Arbeit an einem Projekt usw).

Denn nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 14 "Zulässigkeit der Befristung" Abs. 2 Satz 2 ist eine sachgrundlose Befristung (also eine rein kalendermäßige) mit einem Arbeitgeber nicht erlaubt, mit dem vorher bereits einmal ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Dieses Verbot galt - so vom Gesetzgeber gewollt - ursprünglich generell, also "für alle Zeiten", wurde vom Bundesarbeitsgericht aber auf 3 Jahre nach der Vorbeschäftigung beschränkt.

Eine Befristung ab dem 01.04.2018 ist dann also nur als Befristung mit einem Sachgrund erlaubt.

Wenn Deine zweite Befristung seit dem 01.04.2017 (bis zum 31.03.2018) als "normaler" Verkäufer keinen sachlichen Grund hat, es sich also um eine rein kalendermäßige Befristung handelt, dann ist sie nach dem oben genannten Gesetz nicht erlaubt - so wenig wie eine weitere kalendermäßige Befristung ab dem 01.04.2018. Du kannst dann (am besten erst zum Ende der laufenden Befristung) gegenüber dem Arbeitgeber die Unwirksamkeit dieser aktuellen Befristung behaupten - dass Du also in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehst - und diese Unwirksamkeit gegebenenfalls gerichtlich feststellen lassen.

Allerdings kann der Arbeitgeber dann das ab dem 01.04.2018 bestehende Arbeitsverhältnis (wenn es sich deswegen dann also um ein unbefristetes handelt) ordentlich kündigen - aber nur aus den im Kündigungsschutzgesetz KSchG genannten Gründen, sofern das Gesetz wegen der Betriebsgröße überhaupt anwendbar ist (in Betrieben mit nicht mehr als rechnerisch 10 dauerhaft beschäftigten Vollzeitarbeitnehmern besteht dieser Kündigungsschutz nicht).

Was ist denn eine "Juniorverkäuferausbildung"? Eigentlich hast Du doch gar keine Ausbildung und Dein Chef gaukelt Dir da nur irgendwas vor :-/

Normal müsste es in einen Festvertrag münden, aber bei solch fantasievollen "Ausbildungsbezeichnungen?" kann man nur vermuten, dass Dein Chef da zu tricksen versucht. darum solltest Du bitte dran denken dran, dass Du Dich rechtzeitig bei der Arbeitsagentur meldest (3 Monate vor Ablauf des Vertrages).

Warum machst Du keine vernünftige Ausbildung? So bist Du zeitlebens eine ungelernte Hilfskraft und wirst es auch bleiben.........

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