Kann mein Ausbilder mir meine Freizeitbeschäftigung vorschreiben?

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6 Antworten

Hallo Mitchell88,

wahrscheinlich zum, gefühlten, 100'sten Mal für dich: Ja Dein Betrieb / Chef hat Recht.

Laut Ausbildungsordnung muß ein Handwerksbetrieb sowieso im Minimum nur 50% der Ausbildungsinhalte selber stellen da er ja aufgrund seiner konkreten Situation mit bestimmten Auftragsprofilen durch bestimmte Kundenprofile in einem bestimmten Marktsegment sich fokussieren muß und nicht alle Ausbildungsinhalte wie z.B. in den Werkstätten großer Industrieunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen anbieten kann. Um dies auszugleichen gibt es die sog. "ÜBL's" (Überbetriebliche Lehrgänge), die von der Kreishandwerkerschaft oder Innung vor Ort regelmäßig mit schriftlicher Benachrichtigung von Betrieb und Azubi durchgeführt und abschließend zertifiziert werden. Sollte dein Betrieb hierbei "falsch spielen" und dir die Teilnahme vorenthalten (weil er dich als günstige Arbeitskraft im Betrieb besser gebrauchen kann) hast du einen echten Klagegrund, den du aber vorab und sofort als erstes mit dem Azubi-Obmann der Kammer besprechen solltest. Auch die Führung des Berichtsheftes muß in der Arbeitszeit erfolgen, auch um ggf. Ansprechpartner bei Fragen zu haben. Ich weiß aus Erfahrung, daß nicht wenige Betriebe in beiden Bereichen ihre eigenen Regeln / Interessen versuchen zu "organisieren". - Eine ehrenamtliche Tätigkeit neben der Arbeit oder im Urlaub kann dir meines Wissens nicht verwehrt werden, wenn sie dem Erhalt deiner Arbeitskraft oder der Konkurrenzsituation deines Betriebes nicht abträglich sein könnte - also i, d, R. branchenfremd ist (z.B. stundenweise im Tieheim arbeiten etc. und das wirklich nur stundenweise), gleiches gilt für Sport wenn er eine Risikosportart mit gravierendem Verletzungsrisiko darstellt.

Gruß


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Grautvornix16 27.03.2016, 14:00

Ach so, noch was: Hast du zusammen mit deinem Ausbildungsvertrag nicht auch einen Ausbildungsrahmenplan erhalten in dem du sehen kannst mit welchem Stundenumfang welche Inhalte deiner Ausbildung betrieblich / überbetrieblich / berufsschulisch vermittelt werden müssen?

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dein betrieb darf dir alles verbieten, was ihm konkurrenz machen würde oder was die normale erholung stören könnte, wie z.b. nachts taxi fahren oder im urlaub arbeiten.

aber hier klingt das ziemlich rigoros. ich würde einfach mal die handwerkskammer ansprechen, wenn du der meinung bist, dass dein ausbildungsbetrieb das vorgeschriebene berufsbild deines jobs nicht anbietet. das könnte ein besseres druckmittel für überbetriebliche aus- und weiterbildung sein. ggf. können die berater des handwerkskammer deinem meister mal "die augen öffen".

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Mitchel88 27.03.2016, 13:10

Danke, mein Handwerk wird schon getroffen, gewisse Bereiche aber absolut ausgeklammert. Bei meiner Bewerbung habe ich explizit mein Interesse für diese Bereiche bekundet und angekündigt diese mir auch aneignen zu wollen. Das wurde damals wohlwollend zur Kenntnis genommen, jetzt aber nicht mehr geduldet, außer eben durch "Workshops"

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noname68 27.03.2016, 13:12
@Mitchel88

dann rede mit deinem meister und mache ihm klar, dass dir das wichtig ist. wenn es keine einigung gibt. musst du in den sauren apfel beißen und deine ausbildung dort abbrechen/kündigen.

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Mitchel88 27.03.2016, 13:14
@noname68

Wenn das so einfach wäre, bei einem Abbruch der Ausbildung muss ich mit dem Betrieb einen Aufhebungsvertrag abschließen, andernfalls darf ich meine Ausbildung nicht woanders weiter machen oder neu anfangen ohne dann an den Betrieb eine Entschädigung zu zahlen, was mir derzeit nicht möglich sein würde.

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Ja, kann er, schließlich bezahlt er ja auch deinen Erholungsurlaub, der ja vorrangig auch der Erholung dienen soll, damit du danach deine volle Kraft wieder der Firma zur Verfügung stellen kannst.

Zudem besteht auch immer tatsäcghlich die Gefahr, das man dich in einer konkurrierenden Firma gesxchickt nach innerbetrieblichen Dingen ausfragt, die du vielleicht gar nicht für wichtrig erachtest, deinen Ausbildungsbetrieb aber sxchaden können.

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Mitchel88 27.03.2016, 13:20

Erholung ist aber doch nicht mit Passivität gleichzusetzen. Meine Kollegen dürfen auch gefählichen Sportarten in ihrer Freizeit nachgehen. Außerdem haben wir, auch die Lehrlinge, zur Hauptgeschäftszeiten des Jahres Monate lang 50-Stundenwochen.

In der Nebensaison habe ich dementsprechen mehr Freizeit, Erholung habe ich dann auch trotz Hospitation noch genug

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Urlaub dient der Erholung .... Bundesurlaubgesetz. Arbeiten bei der Konkurrenz - ja auch Fördervereine können Konkurrenz sein - ist nicht nur bei Dir verboten. Das machen viele Firmen. Im Übrigen auch wegen der Gefahr Geheimnisse auszuplaudern. Du hättest dann auch ein Loyalitätsproblem. Weiterbildung also mur schulisch oder durch Bücher. Oder nach der Lehre bei anderen Firmen.

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Mitchel88 27.03.2016, 13:15

Wird als ausgelernter ohne Erfahrung in den anderen Bereichen nur schwer in anderen Betrieben eine Anstellung zu finden. Ich bleibe dann auf dieses Teilspüektrum beschränkt :/

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Mal abgesehen davon, dass der Titel deiner Frage absolut irreführend ist. Ja, dein Chef kann das.

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Mitchel88 27.03.2016, 13:12

Wieso irreführend? Es geht ja um die Frage was ich in meiner Freizeit machen will und dass mir das mein Chef nicht gestatten will. Meine Arbeitszeit will ich natürlich für den Betrieb einsetzen!

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Maikiboy29 27.03.2016, 13:17
@Mitchel88

Wenn von Freizeitbeschäftigung geredet wird, dann meint man damit nicht arbeiten in einer anderen Firma, sondern Sport, Kino oder sonstwas. 

Was steht denn in deinem Arbeitsvertrag?

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Mitchel88 27.03.2016, 13:26
@Maikiboy29

Nebenjobs sind mir verboten. Kann ich auch verstehen, wenn mich finanzielle Motive antreiben könnte ich durchaus auf Kosten der Erholung mich überarbeiten. Ich will aber die traditionelle Seite meines Handwerks als Hobby ausleben, frei von wirtschaftlichem Antrieb dem reinen Wissenserwerb und dem Spaß nach privat konstruktiv meine Freizeit verbringen und meinen Bezug zu meinem Lehrberuf verinnerlichen. Ob ich nun Berge erklettere und Haken in die Felsen schlage oder in Dachstühle klettere und Holzzapfen in Altbauten hämmere ist doch von der Antrengung her recht ähnlich. Ich muss mich dabei auch nicht tot arbeiten, könnte theoretisch jederzeit gehen. Konkurrenz ist da wenig, da sich deren Geschäftsbereiche kaum überschneiden. Holzmöbelbau gegen Plastikfensterrahmen.... da haben beide ihre Nischen gefunden, was ja auch gut ist. Nur will ich eben in beiden Bereichen was mitnehmen.

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Maikiboy29 27.03.2016, 13:29
@Mitchel88

Kann man so sehen, muss man aber nicht. Wenn du es also machst, riskierst du die fristlose Kündigung.

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Mitchel88 27.03.2016, 13:33
@Maikiboy29

ja inzwischen wüsche ich mir das auch ein bisschen. dann könnte ich mir zumindest einen anderen ausbilder suchen.

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Da es sich bei deinen Vorhaben nicht um reine Freizeitaktivitäten, sondern um die Ausübungen von Nebenberufen geht, hat dein Arbeitgeber sehr wohl das Recht, dir diese Beschäftigungen zu verbieten, sofern diese Verbote im Interesse des Betriebs liegen. Und das hat dein Chef ja auch entsprechend begründet.

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Mitchel88 27.03.2016, 13:08

Müsste ich für einen Nebenberuf nicht eine Bezahlung erhalten und das über einen längeren Zeitraum ausüben? Ich würde das dann auf sehr kurzen Zeitraum aus nicht wirtschaftlichen Interessen machen. Mein einziger Gewinn wäre Erfahrung, was widerum meinem Betrieb zu Gute kommen könnte. Sportliche Aktivitäten meiner Kollegen werden trotz Risiken nicht eingeschränkt.

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