Kann man Zuschuss (nach §7 Abs.6 des SGB2), oder Darlehnen (nach §27 Abs.4 nach SGB2) vom Jobcenter (Frankfurt) einfordern, als Überbrückung quasi, bis BAFÖG ?

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1 Antwort

Wenn, dann könnte ich mir maximal ein Darlehen des Sozialamtes vorstellen.

Das JC gibt Darlehen, wenn du 1. Leistungen beziehst oder 2. dem Grunde nach Anspruch auf Leistungen hast. 

Beides trifft nicht zu. Ich denke, bei denen wirst du schlechte Karten haben.

Weiterhin kannst du Leistungen nur an dem Ort beantragen, an dem du polizeilich gemeldet bist. Das hat mit Uni-Standort nichts zu tun.
Wenn dein Hauptwohnsitz immer noch an deinem Heimatort ist, dann müsstest du es wohl dort versuchen.

Wenn dann noch ein Unterhaltsanspruch gegen den Vater besteht, dann werden die erwarten, dass du den dir zustehenden Unterhalt einklagst bzw. einklagen lässt durch einen Anwalt. Denn du bist verpflichtet, dich darum zu kümmern, dass dir zustehende Einkommen auch abgerufen werden, bevor du Sozialleistungen in Anspruch nimmst.

Letztlich argumentieren diese Ämter häufig auch, dass sie keine Bank sind und keine Darlehen vergeben an dem Grunde nach nicht bedürftige oder nicht leistungsberechtigte Personen, nur um denen bei der Überbrückung eines finanziellen Engpasses zu helfen.

Da du keine Leistungen dort beziehst, hat ein Amt ja auch keine Handhabe, ein Darlehen mit späteren Leistungszahlungen zu verrechnen.

Wenn du das Darlehen nicht zurückzahlen würdest, haben die auf Jahre keine Handhabe, an dich heranzukommen - da dein Einkommen mit Sicherheit unterhalb des Pfändungsfreibetrages liegt.

Und da es keine Möglichkeit gibt für ein solches Amt, eine Ausnahme entgegen bestehenden gesetzlichen Regelungen zu machen, sehe ich deine Chancen da eher schlecht.

Aber ehrlich: hast du nicht damit gerechnet, eventuell ein, zwei Monate überbrücken zu müssen?

Hast du zum ersten Mal davon gehört, dass Bafög manchmal etwas länger dauert?

Mein Patensohn hat vor 5 Jahren in Göttingen angefangen zu studieren und er hat sich in den Jahren zuvor etwas zurückgelegt: vom Blutspenden, den Urlaub etwas sparsamer gestaltet, seine Geldgeschenke zum 18., Arbeit in den Ferien ... er hätte gute zwei - drei Monate ohne jeden Zuschuss leben können. 

Du bekommst doch Kindergeld - und dann vielleicht ein paar Stunden jobben? In Berlin findest du immer was ... Das löst zwar dein Problem nicht komplett, könnte aber helfen.

(Tipp: frag mal nach bei Bahlsen - die Keksbude in Berlin hat fast immer Hilfskräfte zum Maschinenreinigen gesucht. Immer Sa früh für 6 Stunden.
Bedingung: 18 Jahre alt. Also vor 5 oder 6 Jahren hat man da für 6-7 h knappe 90 € auf die Hand bekommen.

Viel Glück!

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