Kann man Wirsingkohl roh essen?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Aber natürlich 👌☺.

Man kann jegliche Kohlarten auch roh essen, dann sind sie sogar besonders hochwertig.

Schneide ihn einfach in sehr feine Streifen (etwa wie bei Möhren-, Weiß- oder Rotkohlsalat) und knete ihn leicht mit Salz und einer Prise Zucker an.

Stehen lassen (bis es ganz leicht Flüssigkeit gezogen hat), nochmals leicht durchkneten und mit etwas Pfeffer, Essig sowie eventuell Zwiebelwürfelchen verfeinern.

Eine wunderbare Notte bekommt er, wenn Du

  • halbierte Trauben oder
  • halbierte Mandarinenspalten oder
  • Mangostückchen oder
  • Apfelstückchen oder
  • Granatapfelkerne

oder was auch immer Du im Haus hast, unterhebst.

Ganz pfiffig, wenn Du vor'm Servieren noch

  • Feta- oder Hirtenkäsewürfel
  • ohne Fett in der Pfanne kurz geröstete Walnüsse, Kürbiskerne, Pistazien o.ä.

drüber gibst.

55

WOW! Soo viele Möglichkeiten! Super! Vielen lieben Dank!

0
43
@AriZona04

Klar. Er ist total wandelbar.

Du kannst ihn auch als kalte Beilage (z.B. zum Grillen) machen mit krümelig gebratenem Hack, Tomatenwürfeln, Zwiebelwürfelchen und (unmittelbar vor dem Servieren) mit Tacos.

Oder mit Remoulade, Mandarine, Zwiebel und Hühnchen.

Wirsing hat ja ein sanft-nussig-grünes Aroma und ist damit neutraler als so mach anderes Salatgemüse - und vor allem ein guter Gegenspieler, der allen Anderen Aromen ihren eigenen Platz lässt, ohne seinen eigenen (jedoch nicht dominierenden) Charakter zu verlieren.

Ich mag ihn - als Salat, als Smoothiebestandteil, als Suppe, als Wirsingkohlroulade ☺

0
Kann ich solch einen Salat auch mit Wirsing machen?

Ja, problemlos. Einfach fein schneiden und zubereiten wie Weiß- oder Rotkohl. Dazu passt bspw. prima ein Erdnußdressing.

55

Toll! Danke! Ich freu mich!

0

Das geht bestimmt genauso gut wie mit Rot- und Weißkohl.
Ich bin mal darauf gebracht worden, dass, wenn man beim Schnippeln etwas Salz drübertut und öfter umrührt, dadurch schon eine kleine milchsaure Gärung eingeleitet wird, die sich verstärkt, wenn man immer wieder umrührt und den Salat eine Weile stehenlässt. Es macht ihn so bekömmlicher. Ebenso mache ich es bei Salatgurken (der Tipp stammt von Jutta Bruhn, die auf schilddrüsenfreundliche Ernährung achtet: www.jutta-bruhn.de)

Den wertvollen Saft keinesfalls wegschütten, sondern zusammen mit dem Öl und evtl. weiteren Zutaten (Kräutern) als Soße verwenden.

Mit 'Salz' meine ich kein Kochsalz (das ist ein Industrieprodukt mit Schadstoffen), sondern naturbelassenes, zusatzfreies Meersalz, Siedesalz, Himalayasalz, o.ä.).

Ich möchte dir allerdings nicht die - auch für mich überraschende - Aussage von Hildegard von Bingen dazu vorenthalten:

"Kohl “Die Kohlarten sind von feuchter Natur und ihr Saft ist eher unnütz und in den Menschen werden Krankheiten von ihnen erzeugt und schwache Eingeweide werden verletzt.” (http://hildegardvonbingen.info/gesundheit/gesunde-lebensmittel-2/gemuse/)

Deshalb finde ich den Kunstgriff mit dem Fermentieren ganz pfiffig - vielleicht kannte Hildegard ihn einfach nicht!

60

Kohl durchgewalkt und mit Salz versetzt, ergibt noch keine Gärung, sondern sorgt lediglich dafür, dass die Strukturen gebrochen werden, Saft austritt und das Kraut weich wird.

Zur Gärung, wie man es vom Sauerkraut her kennt, braucht es schon noch die Impfung mit Milchsäurebakterien. Die sind ja weder im Kohl, noch im Salz vorhanden.

Die Hildegard kannte übrigens auch Sauerkraut ^^

3
46
@michi57319

Du hast recht, aber Milchsäurebakterien bilden sich schnell durch die Salzzugabe (sie kommen quasi aus der Luft) - das ist auch bei Sauerkraut so - frag mal Hausfrauen und Großmütter! Kraut wird, ebenso wie gehobelte Gurke - kurz danach weich, Flüssigkeit tritt aus und der Gär-Prozess setzt ein. (Stichwort zum Googeln: Fermentieren)

0
60
@Spielwiesen

Meine weiblichen Vorfahren impfen Sauerkraut schon immer mit Molke.

In meiner Raumluft befinden sich sicherlich auch Schimmelsporen, aber sauer geworden ist mir noch nie etwas, was offen rumgestanden ist.

0
46
@michi57319

Naja, das kann man machen, muss es aber nicht. Die Milchsäurebakterien befinden sich auf dem Gemüse und werden aktiviert, wenn die austretende Kohlflüssigkeit mit Salz zu reagieren anfängt. Dieser Prozess ist temperaturabhängig, daher stellt man den Gärtopf erstmal warm bei Zimmertemperatur. Nach ca. 2 Tagen haben die Milchsäurebakterien die Oberhand und legen los. (so kenne ich es von meiner Oma)

Zum Nachlesen:
'Für die wertvollen Milchsäurebakterien auf dem Gemüse ist die sauerstoffarme und salzige Umgebung ein absolutes Wohlfühlmilieu, sie blühen richtig auf und werden munter und aktiv.' 'Die ersten 3-4 Tage, wenn die Milchsäure-Bakterien um Vorherrschaft kämpfen, benötigen sie ein warmes Gefilde, eine Temperatur von ungefähr 20-22 Grad Celsius ist optimal.'
----> https://www.perfektegesundheit.de/blog/2015/07/15/gemuese-wie-sauerkraut-milchsauer-einmachen-anleitung-und-tipps-zum-haltbarmachen/

Randbemerkung: mit EM müsste das eigentlich auch funktionieren - würde mich mal interessieren, ob da jemand schon Versuche gestartet hat.
' '

0

Was möchtest Du wissen?