Kann man wirklich keine oder zu wenig Muttermilch haben oder ist wirklich alles nur eine Frage des Willens?

9 Antworten

Eine ziemlich gemeine Einstellung.Nicht jede Frau kann stillen und nicht jede Frau hat genug Milch.

Leider haben wir auf der Intensivstation immer mehr Kinder die als Notfälle aufgenommen werden müssen weil man den Müttern diese Quatsch einredet.

Wenn sich dann auch noch das Jugendamt einmischt, ist die Sache elend verkorkst. Bei unterernährten Kindern wird eben auch Meldung ans Jugendamt gemacht.

Keine Angst zu wenig gibt es nicht. Ich habe mir immer gesagt: Was die Muttis im Urwald schaffen, wirst du ja in der Zivilisation auch hinkriegen!!! Es hat funktioniert. Habe meine Tochter fast 1 Jahr gestillt, etwas praktischeres und gesünderes gibt es einfach nicht!!! Also durchhalten und nicht verrückt machen ...lassen !!!

Entgegen der Behauptung „Jede Frau kann stillen“ gibt es tatsächlich Gründe für eine unzureichende Milchproduktion. Es gibt jedoch wenige belastbare Studien zu dem Thema, was vermutlich daran liegt, dass es Milchersatzprodukte gibt und somit aus medizinischer Sicht kein großer Handlungs- bzw. Forschungsbedarf besteht.

Der online frei verfügbare Artikel “Markers of Lactation Insufficiency: A Study of 34 Mothers von Kathleen E. Huggins bringt folgende Merkmale mit einer verminderten Milchproduktion in Verbindung: wenig runde, tubuläre Brustform, deutlicher Größenunterschied zwischen beiden Brüsten, kein oder geringes Brustwachstum während der Schwangerschaft, großer Abstand zwischen den Brüsten, kaum Brustdrüsenschwellung nach der Geburt. Insgesamt wird die Ursache mit “hypoplasia” (zu wenig Drüsengewebe) bezeichnet.

Auch der Deutsche Hebammenverband im „Praxisbuch: Besondere Stillsituationen“ in Kapitel 22.3, Seite 316 ff. widmet sich diesem Thema und spricht im Zusammenhang mit tubulären Brüsten von einer Fehlbildung in der Embryonalzeit. Die Bedeutung eines optimierten Stillmanagements ggf. in Kombination mit Galaktoga (Medikamente zur Steigerung der Milchproduktion) bei gleichzeitiger regelmäßiger Kontrolle des Gedeihens des Kindes wird betont, wobei jedoch abschließend bemerkt wird: „Bei tubulären Brüsten ist ausschließliches Stillen häufig nicht möglich.“

Das Buch „Stillberatung“ von Marie Biancuzzo erwähnt ebenfalls „die primäre Stillunfähigkeit“ (= nicht durch verbessertes Stillmanagement zu beheben, S.174) als Folge von zu wenig Drüsengewebe, wobei jedoch davon ausgegangen wird, „dass dies nur sehr selten vorkommt.“ Anzeichen sind wieder das Fehlen von Brustveränderungen in der Schwangerschaft und der Brustdrüsenschwellung nach der Geburt. „Steht die Diagnose fest, muss der Frau klar und deutlich gesagt werden, dass die Stilunfähigkeit nicht ihr „Fehler“ ist." Als weitere Gründe für primäre Stillunfähigkeit werden genannt: zurückgebliebene Plazentareste, Anämie (Blutarmut) sowie hohe Natriumgehalte. Viel mehr wird zu dem Thema nicht geschrieben, daher würde ich nicht empfehlen, die beiden (deutschen) Bücher extra zu lesen.

Im US-amerikanischen Raum werden „IMS - insufficient milk supply“ (zu geringe Milchbildung) oder „IGT - insufficient glandular tissue“ (zu geringes Drüsengewebe) häufiger thematisiert. Lalecheleague.org (die amerikanische La Leche Liga) spricht von einigen Müttern, die trotz optimaler Bedingungen nicht in der Lage sind, genug Milch zu produzieren, wobei jedoch wieder der oben erwähnte Artikel von Huggens zitiert wird. Als möglichen Ursachen oder Begleiterscheinungen werden genetische Ursachen (genetic component), Umweltschadstoffe (contaminants), z.B. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Lutealinsuffizienz sowie das Polyzystisches Ovarialsyndrom diskutiert.

Englischsprachige Erfahrungsberichte von betroffenen Müttern finden sich zum Beispiel unter dem Stichwort „noteveryonecanbreastfeed“ oder http://www.mobimotherhood.org/MM/article-lms.aspx#causes.

Abschließende Bemerkung: Die Erkenntnis, dass man nicht voll stillen kann, ist ernüchternd, aber das Verstehen hilft, Schuldgefühle und Selbstzweifel abzubauen. Eine zu geringe Milchbildung ist auch kein Grund gar nicht zu stillen. Ich selbst habe trotz dieses Problems meinen Sohn fünf Monate und meine Tochter acht Monate kombiniert gestillt und zu gefüttert.

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