Kann man wieder von Antidepressiva loskommen und gibt es da Nebenwirkungen oder sonstige dinge zum beachten?

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6 Antworten

Ich denke, deine Ablehnung liegt daran, dass du nicht gut informiert bist.

Moderne Antidepressiva machen nicht abhängig, sondern helfen Deiner Gehirnchemie - die ja nunmal durcheinander ist - wieder ins Lot zu kommen. Depression ist mit MEdikamnten sehr gut behandelbar - noch besser in Kombi mit einer Therapie.

Klar muss man diese Medikamente meistens am Ende der Einnahme ausschleichen, damit man nicht von voll auf nix geht, aber Du gerätst nicht in eine Abhängigkeit.

Ja, es gibt Nebenwirkungen, die aber zum einen von Medikament zu Medikament unterschiedlich sein können und auch von Mensch zu Mensch. Oft ist auch nicht das erste Medikament das Richtige für einen und man muss etwas rumprobieren. Ist aber normal.

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Kommentar von Nekros1741
30.10.2016, 20:55

Vielen dank für diese Informative Antwort!

Ich werde mich dann mal noch mehr nach Antidepressiva erkundigen.

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Meine Freundin muss diese Tabletten nehmen

Ganz wichtig ist halt das du kein Alkohol trinkst sonst könntest du in Ohnmacht fallen

Aufpassen welche Tabletten du später nimmst z.b wegen Halsschmerzen oder so denn die Medikamente können sich manchmal nucht vertragen

Und bei manchen ist es so das du abends einschläfst von fiesen Tabletten

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Kommentar von Nekros1741
30.10.2016, 20:57

Das mit dem Alkohol wird wohl kein Problem sein ^^
Aber vielen Dank für den Tipp, dass sich die Medikamente gegenseitig nicht gut vertragen können. Ich bin nämlich ziemlich oft Krank 

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Antidepressiva haben kein Suchtpotential. Allerdings sollte man sie auch nicht abrupt absetzen, wenn es einem wieder besser geht. Also eher ausschleichen und noch eine Zeit lang nehmen, nach dem sie ihre Wirkung entfaltet haben. Die heut zu Tage verschriebenen ADs sind im Vergleich zu älteren eingesetzten relativ nebenwirkungsarm. Das heißt natürlich nicht, das du keine spüren wirst gerade in der Anfangszeit (erste 2 - 3 Wochen). Sie können von einem sehr trockenen Mundgefühl, innerer Unruhe bis hin zu Libidoproblemen führen. Allerdings musst du halt immer fragen, in welcher Relation diese Nebenwirkungen zu den negativen Auswirkungen der Depression stehen. In meinen Augen ist das ein bezahlbarer Preis, denn die Depriphase hat je nach Schweregrad schlimmere Auswirkungen auf deine Lebensqualität.

Es kann auch sein, dass du im Verlauf der Einnahme feststellst, dass es nicht das richtige Mittel für dich ist (das merkst du so in etwa nach 3 - 4 Wochen), da hilft nur das Ausprobieren, denn nicht jedes AD wirkt bei jedem Menschen gleich. 

Die meisten zur Zeit verschriebenen AD sind auf SSRI Basis, also sorgen dafür, dass Serotonin an der richtigen Stelle vermehrt aufgebaut wird. Und mit diesen ADs habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Also mach dir da bitte keinen Kopf, denn am Ende wirken sie und du wirst dich wesentlich besser fühlen. Denk aber auch dran, dass ADs keine Allheilmittel sind, sondern nur einer von vielen Hebeln, die man betätigen sollte, um gegen diese verflixte Krankheit vorzugehen. Unterstützend rate ich dir zu einer Verhaltenstherapie und auch zu sportlicher Betätigung (muss nicht viel Sport sein), am Besten, sofern es die Jahreszeit zulässt, im Freien.

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Kommentar von Nekros1741
30.10.2016, 21:15

Was meinst du genau mit "inneren Unruhen?" Ich glaube wenn ich jetzt noch mehr innere Unruhen bekomme halte ich es garnicht mehr aus ^^

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Die bisherigen Antworten finde ich etwas zu einfach beantwortet.

Es ist richtig, die meisten Antidepressiva sind auf SSRI Basis. Aber:

Erstens gibt es auch welche aus der Familie der Benzodiazepine. Diese werden zwar meist als Medikament gegen Angst/Panik Attacken eingesetzt, teilweise aber auch in der Anti - Depression. Bei Benzodiazepine gibt's definitiv bekannte Muster von Abhängigkeiten die sich nach längerer Einnahme einstellen. Wohl bekanntestes Exemplar: XANAX.

Zweitens sind auch AD auf SSRI Basis nicht einfach etwas wie ein Aspirin. Im Gegenteil, gerade mit Aspirin, Ibuprofen und anderen die Blutgerinnung beeinflussenden Medikamenten muss man aufpassen. Auch zu diesen AD gehört eine sorgfältige Therapie die ein Arzt zu begleiten hat. Gerade die Absetzung muss sorgfältig begleitet sein, sonst kann es etwas unangenehme Nebenwirkungen geben. Ich hatte es selbst mit Escitalopram zu tun, was eines der bekannteren, modernen AD auf SSRI Basis ist.

AD sind eine gute Sache - weil sie helfen wenn man am persönlichen Tiefpunkt ist. Aber ich würde mir die Einnahme auch nicht zu einfach machen. Allerdings wurden sie Dir von einem Arzt ja empfohlen, somit wahrscheinlich begründet?!.

Anstelle einem Psychotherapeuten kann man auch mal mentale Coaches besuchen die z.Bsp. mit NLP, Anchoring und vielleicht therapeutischer Hypnose arbeiten. Dazu Verhaltensänderung bei Dir selbst, Sport, Ernährung, bewusst leben & geniessen, Glückstagebuch, Meditation od. autogenes Training. Mir hat das geholfen - mit AD komm man ja nur für den Moment aus dem Loch - längerfristig muss man eh sein Verhalten anpassen...also warum nicht gleich damit beginnen ?!

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Kommentar von Nekros1741
30.10.2016, 21:32

Du scheinst dich wohl damit auszukennen. Mein nächster Termin ist leider noch etwas in der ferne. Kennst du ein paar allzweck methoden die man so auf die schnelle anwenden kann? Oder existiert so etwas nicht? 

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Ob du Antidepressiva nötig hast, musst du grundsätzlich zusammen mit deinem behandelnden Arzt klären. Antidepressiva machen erst ab einem gewissen Leidensdruck sinn.

So hart es klingt, es ist eine Kosten/Nutzen-Abrechnung. Was ist schlimmer? Die Krankheit oder die Nebenwirkungen? Es ist gut, dass du Medikamenten gegenüber kritisch eingstellt bist. Niemand nimmt gerne Medikamente, doch sollte man diese auch nicht verteufeln. Antidepressiva helfen enorm vielen Personen, welche ohne diese Mittel schwer depressiv wären.

Grundsätzlich musst du folgendes über Antidepressiva wissen:

  • Antidepressiva machen nicht abhängig. Es besteht also beim Auslassen der Medikation kein aktives Verlangen nach der Substanz. Dennoch kann es, besonders wenn die Medikamente abrupt abgesetzt werden, zu Absetzsymptomen kommen. Mehr Informationen dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/SSRI-Absetzsyndrom
  • Entgegen der weit verbreiteten Meinung, verändern Antidepressiva die Persönlichkeit nicht. Es kann jedoch zu Beginn der Einnahme besonders bei Jugendlichen zu verstärkter Reizbarkeit (Agressionen) kommen. Dies ist ziemlich selten der Fall. Falls überhaupt betroffen (die Warscheinlichkeit ist wie erwähnt sehr gering) legt sich dies nach einigen Wochen wieder.
  • Antidepressiva brauchen in der Regel 2-4 Wochen bei Depressionen und ca 4-5 Wochen bei Angststörungen bis sie wirken.
  • Die Nebenwirkungen von Antidepressiva treten bereits nach der ersten Einnahme auf, verschwinden allerdings i.d.R. nach 3-5 Wochen. Wenige Nebenwirkungen können bestehen bleiben wie z.B. Libidoverlust (falls betroffen).
  • Es kann selten sein, dass sich in den ersten Wochen der Zustand verschlimmert, bevor er besser wird. Dazu gehören z.B. Angstzustände, innere Spannungszustände, Reizüberflutung usw. Desshalb werden als begleitende Notfallmedikamente meist Benzodiazepine (z.B. Lorazepam) verschrieben. Benzodiazepine wirken bereits 20 Minuten nach der Einnahme stark angst- und spannungslösend. Leider sind sie aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials nur als Notfallmedikamente geeignet. Ein gelegentlicher Konsum für kurze Zeit ist allerdings kein Problem.
  • Es gibt verschiedene Formen von Antidepressiva. Am meisten werden die sogenannten SS(N)RI's, also die Medikamente der neusten Generation verschrieben. Hier kannst du dich mal Umschauen, was es alles gibt: http://deprimed.de/home/
  • Jeder Mensch reagiert anders auf ein spezifisches Medikament. Desshalb kann es sein, dass man mehrere Antidepressiva durchprobieren muss bis man eines findet, das wirkt.

Warscheinlich habe ich noch ein paar Punkte vergessen. Schreib einfach nen Kommentar wenn du mehr wissen willst.

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Die Nebenwirkungen stehen im Beipackzettel. Ansonsten Glück!

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Kommentar von DoOoO
30.10.2016, 21:57

wow. •°•

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