Kann man wieder normal werden?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es gibt doch nicht "wie alle anderen"

Jeder ist individuell und einzigartig und niemand ist gleich !

Wenn es so wäre, wäre es doch auch sehr langweilig !

Sei du selbst, so wie du dich wohlfühlst !

Das kommt ganz drauf an. Die meisten psychischen Erkrankungen neigen dazu einen chronischen Verlauf zu nehmen, weil sie leider oft zu lange unentdeckt und unbehandelt bleiben. Eine Therapie hilft den Betroffenen, glücklich sein zu können und ihr Leben eigenständig meistern zu können. Das ist auch eigentlich das Wichtige, dass der Betroffene Lebensqualität hat, glücklich sein kann, lernt mit belastenden Symptomen umzugehen, und auch fähig ist zu arbeiten und für sich zu sorgen. Gesellschaftstauglichkeit wenn man so will. Es gibt kein normal. Normal ist immer das was eine Gesellschaft als normal definiert. Wichtig ist nur Lebensqualität. Und das sollte auch das Ziel bei psychischen Erkrankungen sein. Nicht "ich bin normal", sondern "ich habe viel schlimmes erlebt, aber kann mich dennoch an Dingen erfreuen und meinen Tag genießen". Vergessen sollte man belastende Erfahrungen nie, sondern sie verarbeiten und dann versuchen damit umzugehen. Ein Mensch wird von seinen Erfahrungen geprägt, jeder einzelne und handelt auch dementsprechend. Auch anders zu sein, kann viele positive Eigenschaften mit sich bringen, die der Durchschnittsmensch vielleicht nicht unbedingt hat.

Wenn man psychische Beschwerden hat, geht es weniger darum, etwas zu vergessen, als mit den Ursachen umgehen zu lernen. Aber natürlich ist es möglich, dass man sich eines Tages (insbesondere mithilfe einer Therapie) wieder besser/gut fühlt und schlechte Erfahrungen in den Hintergrund rücken.

und schlechte Erfahrungen in den Hintergrund rücken.

Genau dieser Ansatz ist der verkehrte Ansatz!

Denn: Die 'schlechten Erfahrungen' bleiben ja weiterhin existent bestehen, unaufgearbeitet und somit auch unaufgelöst...

Stets etwas unter den Teppich kehren (wollen), wird den Teppich nicht eben halten, sondern: Mit der Zeit werden mehrere Beulen sich ansammeln...

Gruß Fantho

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@Fantho

Eben das habe ich ja nicht damit gemeint. Hast du meinen ganzen Kommentar gelesen? Bei einer Therapie geht es ja ums AUFARBEITEN der Probleme. Und dann können vergangene traumatische Erfahrungen mit Fortschreiten der Behandlung insofern in den Hintergrund rücken, als dass man z.B. nicht mehr jeden Tag an jene schlimme Erfahrungen denken muss.

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@verreisterNutzer

Ich habe gelesen, und Du bestätigst meine Wahrnehmung mit dieser Deinen Einlassung 'Und dann können vergangene traumatische Erfahrungen mit Fortschreiten der Behandlung insofern in den Hintergrund rücken' aufs Neue...

'In den Hintergrund rücken' bedeutet, dass eine Sache, ein Thema (eben) nicht aufgearbeitet und aufgelöst wurde, sondern nur verschoben. Du kennst ja den Spruch:

Aufgeschoben ist (aber) nicht aufgehoben!

Aufgeschoben ist jedoch keine Auflösung, was aber für eine Therapie von essentieller Wichtigkeit ist...

Gruß Fantho

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@Fantho

Eine traumatische Erfahrung lässt sich nicht „auflösen“. Ist sie therapeutisch aufgearbeitet, muss sie nicht mehr TÄGLICH thematisiert werden und Psyche und Körper müssen sie im Idealfall nicht mehr täglich bewältigen (z.B. in Form von verschiedenen Bewältigungsmodi mit begleitenden Symptomen, wie Angstzuständen). Die psychischen Beschwerden und der Druck, sich über die traumatische Erfahrung zu definieren, rücken gesund in den Hintergrund, d.h. aufgearbeitet kann die Vergangenheit in der Vergangenheit liegen und lässt Raum für einen gesunden Umgang mit der Gegenwart. Unter den Teppich kehren hat eine völlig andere Bedeutung, als in den Hintergrund rücken. In den Hintergrund rücken heißt nicht zwingend verdrängen, wie ich gerade erläutert habe. Die Bewältigungsnot eines Traumas rückt natürlich in den Hintergrund, wenn das Trauma aufgearbeitet werden konnte. Das ist ja das Ziel.

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@verreisterNutzer

Nicht die Tatsache, dass man traumatisiert ist, rückt in den Hintergrund. Ich habe die Formulierung bewusst so gewählt, um der Tatsache gerecht zu werden, dass man ein Trauma nicht vergisst, es aber dennoch aufarbeiten kann. Es verschwindet nicht, bestimmt aber auch nicht dein Leben: Es rückt in den Hintergrund.

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Wenn die Ursache erkannt wird, immer!

Gruß Fantho

Kommt wahrscheinlich darauf an was du genau hast!

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