Kann man von Brot, Reis und einer Paprika am Tag überleben?

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10 Antworten

Ich sehe da Probleme bei der Versorgung mit essentiellen Fettsäuren. Das Milchfett aus dem Frischkäse hat nicht die optimale Zusammensetzung und Brot enthält nur sehr wenig Fett (1,8 % Fett in Roggenvollkornbrot). Dem könnte man sehr leicht durch Verwendung von Margarine abhelfen.

Außerdem kann man sehr leicht in einen Eiweißmangel hineinkommen. Frischkäse enthält nur 4,5 % Eiweiß, und man wird davon ja auch nicht mehrere 100 g am Tag essen. Roggenvollkornbrot enthält 5,8 % Eiweiß und Parboiled Reis (trocken) 8 % Eiweiß, also gekocht nur 3 % Eiweiß. Wie will man da auf 1,2 g Eiweiß pro kg Körpergewicht kommen, also auf vielleicht 80 g Eiweiß am Tag?

Wenn man nur einmal in der Woche vielleicht 200 g Fleisch (40 g Eiweiß) isst, bringt das umgerechnet nicht so viel.

Guten Morgen PsychKG,

natürlich kann man damit überleben, aber die Ernährung ist einseitig und es wird irgendwann zu Mangelerscheinungen führen. 

Außerdem wird  es dir irgendwann zum Hals rauskommen, wenn du so  eine eintönige Ernährung hast.

Es gibt doch die klassische Pyramide, wie man sich gesund ernähren soll. Eiweiß, Vitamine, Kohlehydrate, gesunde Fette..... .

Es gibt bei uns ein so großes Nahrungsangebot, sei es bei Obst, Gemüse, Salate, Fisch, mageres Fleisch, Naturjoghurt -quark, Feta..... .

Du solltest dir ein Fachbuch über gesunde Ernährung zulegen und damit einen Speiseplan ausarbeiten.

Liebe Grüße

Könnte man davon längere Zeit überleben, ohne Mangelerscheinungen zu bekommen?

Nein. Und zwar deshalb, weil Brot und Reis in der Regel bereits zwingend Mangelerscheinungen verursachen. Das Brot ist ein Auszugsmehlprodukt, aus dem ursprünglichen Getreidekorn wurden Randschichten und Keim und damit alle darin enthaltenen wichtigen Vitalstoffe entfernt. Es ist praktisch ein reines Stärkemehl. Für den Reis gilt das Gleiche, er wird nur nicht vermahlen. Die Paprika liefert - roh verzehrt - die Stoffe, die für ihre Verarbeitung nötig sind. Sie kann die Mängel keinesfalls ausgleichen. Auch der Frischkäse ist da keine Hilfe.

Auch in ihren naturbelasseneren Varianten "echtes Vollkornbrot" und "Naturreis", gibt es gewisse Vitalstoffverluste, weil die Lebensmittel erhitzt werden, aber die sind sehr viel geringer. Wenn zusätzlich auch noch Getreide unerhitzt verzehrt würde, könnte man damit tatsächlich gesund bleiben.

PsychKG 09.08.2017, 08:37

Wie sollte man sich denn deiner Meinung nach optimal ernähren?

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joangf 09.08.2017, 08:55
@PsychKG

Der menschliche Organismus ist auf die Nahrung angepaßt, die er in der Natur findet. So gesehen wäre eine Ernährung mit unerhitzten natürlichen Lebensmitteln das Optimale - und tatsächlich wurde und wird reine Frischkost auch in der Behandlung von Krankheiten sehr erfolgreich eingesetzt. Bircher-Benner hat das bspw. gemacht.

Da eine reine Frischkost aber nicht für jeden durchführbar ist - aus welchen Gründen auch immer - sollte man die Ernährung zumindest so gestalten, dass dadurch keine Krankheiten verursacht werden. Das kann man tun, indem man sie möglichst naturbelassen gestaltet, bspw. durch Verwendung von Naturreis, frisch gemahlenem Getreide, unraffinierten Ölen und Fetten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass dann ein Frischkostanteil von etwa einem Drittel ausreicht, um ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten zu verhüten.

Was man unbedingt meiden sollte, sind raffinierte Kohlenhydrate (Auszugsmehle, Fabrikzucker), raffinierte Fette (Margarine, raffinierte Öle), sowie generell Konserven und Präparate - also alles, was stark verarbeitet wurde. 

Buchtip: "Die vitalstoffreiche Vollwertkost nach Dr. M.O. Bruker" von Ilse Gutjahr.

Zu den Zusammenhängen und Hintergründen: "Unsere Nahrung, unser Schicksal" von M.O.Bruker

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Paguangare 10.08.2017, 06:43
@joangf

Du hängst anscheinend einer Rohkost-Ideologie an. Meine Meinung: Es stimmt nicht, dass Lebensmittel grundsätzlich im rohen Zustand am gesündesten und bekömmlichsten seien.

Die Pflanzen sind schließlich nicht ausschließlich zu dem Zwecke auf der Welt, um den Menschen (und/oder anderen Tieren) als Nahrung zu dienen. Das wäre ein anthropozentrisches Weltbild.

Vielmehr wehren sich einige Pflanzen mithilfe verschiedener Stoffe dagegen, gefressen und somit vernichtet zu werden.

Rohe Lebensmittel enthalten auch noch häufiger pathogene Mikroorganismen, die erst durch Erhitzung abgetötet werden.

Eine ausführliche, ausgewogene Darstellung zu Vor- und Nachteilen roher und gekochter/erhitzter Lebensmittel ist im Folgenden nachzulesen:


http://www.webmed.ch/Archiv\_akuelle\_Meldungen/Risiko\_Verzehr\_rohe\_Lebensmittel.htm


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joangf 10.08.2017, 08:06
@Paguangare

Du hängst anscheinend einer Rohkost-Ideologie an.

Nein, aber das spielt keine Rolle. Dass unerhitzte Lebensmittel gesundheitlich wertvoller sind, als erhitze Lebensmittel ist schon lange bekannt und kann bei Kollath, Pottenger, Price, Bircher-Benner, Bruker, u.a. in epischer Breite nachgelesen werden. Auch die praktischen Erfahrungen der Ärzte in der Krankheitstherapie sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache.

Meine Meinung: Es stimmt nicht, dass Lebensmittel grundsätzlich im rohen Zustand am gesündesten und bekömmlichsten seien. 

Für wenige Lebensmittel, die erst durch erhitzen überhaupt verzehrt werden können, weil sie sonst giftig sind, stimmt das - bspw. Bohnen. Generell zerstört erhitzen aber immer Vitalstoffe und Nährstoffe, das ist unvermeidlich.

Vielmehr wehren sich einige Pflanzen mithilfe verschiedener Stoffe dagegen, gefressen und somit vernichtet zu werden.

Richtig. Was aber keine Bedeutung hat, da der menschliche Organismus mit diesen Stoffen problemlos umgehen kann. Er hat sich in vielen Jahrtausenden an die in der Natur vorhandene Nahrung angepasst.

Rohe Lebensmittel enthalten auch noch häufiger pathogene Mikroorganismen, die erst durch Erhitzung abgetötet werden.

Die Menschheit wäre seit langem ausgestorben, wenn die Mikroorganismen der Natur ein Problem wären. Denn rohe Nahrung war schon immer ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung. Der gesunde menschliche Organismus kommt daher recht gut mit den in der Natur vorkommenden Mikroorganismen zurecht, auch weil er mit ihnen in Symbiose lebt. Ohne Mikroorganismen, die einen Großteil unseres Organismus ausmachen, wären er überhaupt nicht lebensfähig. Mikroorganismen werden dann zum Problem, wenn sie auf einen geschwächten Organismus treffen, dessen Immunsystem gestört ist. Und das ist in der Regel die Folge einer nicht naturgemäßen Ernährung.

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Paguangare 10.08.2017, 13:45
@joangf

Auch gekochte Nahrung ist schon seit vielen Tausend Jahren Bestandteil der menschlichen Ernährung.

Warum sollten die Menschen überhaupt darauf gekommen sein, Feuer und später Kochtöpfe und Backöfen zu nutzen bzw. zunächst zu erfinden und dann intensiv und weitverbreitet zu nutzen und darin viel Arbeit und Energie zu investieren, wenn man sich mit Rohkost ebenso gut und noch besser ernähren könnte?

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joangf 10.08.2017, 14:11
@Paguangare

Auch gekochte Nahrung ist schon seit vielen Tausend Jahren Bestandteil der menschlichen Ernährung. 

Gekochte Nahrug ist nicht das Problem, solange es sich um Naturprodukte handelt und noch ein gewisser Frischkostanteil in der Ernährung enthalten ist. Das Problem ist die moderne Konservierung und Präparierung, die gibt es erst seit knapp 200 Jahren.

wenn man sich mit Rohkost ebenso gut und noch besser ernähren könnte?

Weil dadurch zusätzliche Nahrungsmittel erschlossen wurden, Bestehende leichter zu essen waren und sich durch das Erhitzen neue Aromen bildeten. Die gesundheitlichen Nachteile waren dabei (noch) irrelevant weil - siehe oben.

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Ich würde dazu sagen, es kommt auf dein Alter drauf an, ob du noch in körperlicher Entwicklung stehst, und letzlich so wie so auf die täglich ausgeführte körperliche Belastung. Je nach dem mußt du dich entsprechend mehr oder weniger kalorien- und vitaminreich ernähren.

Zum Beispiel, im Rentenalter ist es schon ratsam, relativ wenig zu essen, aber mehr zu trinken, damit man nicht "austrocknet".


joangf 09.08.2017, 08:28

Zum Beispiel, im Rentenalter ist es schon ratsam, relativ wenig zu essen, aber mehr zu trinken, damit man nicht "austrocknet".

Gerade in dem Alter, in dem sich eine lebenslange Mangelernährung in Form von diversen Krankheiten zeigt, macht es überhaupt keinen Sinn, dem Mangel noch weiter zu verstärken. Im Rentenalter sollte man so essen, wie immer: Möglichst naturbelassen und so viel, wie der Hunger einem sagt.

Alte Menschen trocknen auch nicht einfach aus. Auch im Alter sollte man sich nach dem Durstgefühl richten, denn zu viel trinken belastet Herz, Kreislauf und Nieren und erhöht das Risiko für Nieren- und Blasensteine.  Ausnahme: Wenn das Durstgefühl durch andere Krankheiten, Schadstoffe (Medikamente), oder psychologische Probleme gestört ist. Dann muss man in der Tat auf eine gewisse Trinkmenge achten, bis das Problem ursächlich behoben ist.

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dfllothar 09.08.2017, 08:48
@joangf

Magst ja recht haben. Ich, mit meinen 78 Jahren, esse relativ wenig, behalte konstant mein Idealgewicht und bin nach ärztlichem Befund noch völlig gesund.

Mein Nachbar, noch nicht ganz so alt, "rollt" fast wie eine Kugel durch die Gegend. Er isst halt gerne fett und gönnt sich oft mehr als eine Halbe.

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Nein, eher nicht. Noch wichtiger als Kohlehydrate ist das fett & die Fettsäuren

Man wird nicht gleich verhungern, zumal Reis ja ganz gut sättigt.

En paar Tage geht das schon, aber du hast zuwenig Fett und Proteine, und außerdem ist das langweilig und einseitig.

Überleben natürlich, aber eine sehr einseitige und Kohlenhydratreiche Ernährung. Du ernährst dich ja Quasi nur noch von Stärke (Zucker)   

das ist zu wenig.
obst
eiweiß
balaststoffe
fehlen.

ich würd noch müsli, ei bzw. fisch, und einen apfel bzw. eine banane am tag ergänzen

So lange genügend zu Trinken ja

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